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Klabautamann: Merkur

Sehr eigenständige Mischung aus Progressive- und Black Metal
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Black Metal
Spielzeit: 48:56
Release: 01.07.2009
Label: Zeitgeister Music

Der Bandname Klabautamann hört sich zunächst mal etwas merkwürdig an und ehrlich gesagt, finde ich ihn persönlich etwas, ähem, dämlich. Doch sollte man sich davon bloß nicht abschrecken lassen, denn hinter dieser zweiköpfigen Combo, welche aus Tim Steffens und Florian Toyka besteht, die wiederum von einigen Gastmusikern unterstützt werden – unter anderem von Multiinstrumentalist Fredy Schnyder, dessen Band Nucleus Torn dem aufmerksamen Leser unserer Seite durchaus ein Begriff sein dürfte –, steckt ein sehr originelles und interessantes Projekt.

„Merkur“ stellt bereits das dritte Full-length-Album in der zehnjährigen Bandgeschichte von Klabautamann dar, die eine sehr ansprechende Mischung aus Progressive- und Black Metal spielen, wie sie mir so noch nicht untergekommen ist.

Wer die Gruppe, so wie der Verfasser dieser Zeilen ebenfalls, bisher noch nicht kannte, kann sich bereits im ersten Track „Unter Bäumen“ davon überzeugen. Der Song startet recht brachial mit schnellem, galoppierenden Black-Metal-typischen Riffing, das von Fanfaren-artigen Gitarrenklängen überlagert wird, und gekreischten Vocals, bevor nach einer Minute plötzlich in einen ¾-Takt übergewechselt wird, was im ersten Moment überrascht, aber zu keinem Zeitpunkt deplatziert wirkt – ganz im Gegenteil, man denkt nur: „Oh, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet, aber es fügt sich doch ziemlich gut ein.“
Im weiteren Verlauf wird das Stück noch ruhiger, es ertönen streckenweise lediglich Akustik- und cleane E-Gitarre, die mit wunderschön jazzig-folkigen und sehr verträumten Klängen aufwarten und zum Teil an die ruhigen Parts ganz früher Opeth erinnern. Diese Sequenzen werden immer mal wieder von vereinzelten härteren Tönen durchbrochen, zum Ende wird der Härtegrad dann noch einmal generell angezogen.

Ein beeindruckender Beginn, der von großem musikalischen Verständnis zeugt, so schlüssig, wie sich hier ruhige und harte Parts die Klinke in die Hand geben und vor allem, wie man diese zusammengefügt und jeweils arrangiert hat.

„When I Long For Life“ ist dann unschwer erkennbar im Gegensatz zum Opener in Englisch gehalten (von den neun Stücken der CD sind vier auf deutsch und fünf auf englisch), und bewegt sich auf einem ähnlich hohen Niveau. Episch und erhaben geht das Ganze los, um sich dann in Sachen Tempo und Härte zu einer recht schnellen Black-Metal-Nummer zu entwickeln, bei der auch vereinzelte Blastbeats auftauchen. Vergleiche mit anderen Bands lassen sich jedoch nur schwerlich ziehen, da die Musik der beiden Bonner doch sehr eigenständig ist – was ja nur ein Kompliment sein kann. Von der Atmosphäre fallen mir zumindest bei den harten Stellen höchstens vielleicht Emperor ein. Unglaublich jedenfalls auch hier, wie man völlig problemlos und absolut nachvollziehbar in einen eingängigeren Groove und dann wiederum zu einem cleanen Part überleitet.

Bei Song Nummer drei, „Stygian“, wissen insbesondere die ruhigen Stellen zu überzeugen: Federleicht muten die von einem gefühlvollen Schlagzeug begleiteten Akkorde zu Beginn und in der Mitte an und geradezu schwebend erscheint der musikalisch erneut großartige letzte (ruhige) Teil des Stücks, bei dem die sich wunderbar ergänzenden Gitarren einen förmlich dahinschmelzen lassen.

Auch sämtliche folgende Tracks wissen zu überzeugen, wenngleich das Level der ersten drei Songs nicht mehr ganz erreicht wird (ganz seltsam ist vor allem das cleane Solo im Mittelteil von „Herbsthauch“, das harmonisch so gar nicht zur Begleitung passt) – wenn man mal vom Titelstück absieht, das völlig abgefahren mit schneidenden Dissonanzen beginnt und zeigt, dass Klabautamann trotz des zuvor gehörten Materials immer noch erneute zahlreiche Überraschungen parat haben; unvergleichlich jedenfalls, wie hier mit dem Hauptthema gespielt und wie dieses variiert wird.

Sehr hübsch auch das finale mit perlenden Klavierklängen veredelte „Noatun“, bei dem – wie bereits zuvor bei „Der Wald ist ein Meer“ – Texter Christian Kolf ein paar klare Gesangslinien beiträgt, auch wenn mich seine Stimme eher weniger überzeugt. Die teils sehr kryptischen, poetischen Texte verdienen übrigens ebenfalls durchaus Aufmerksamkeit und ergänzen sich gut mit Artwork und Cover.

Kein Zweifel: Klabautamann haben mit „Merkur“ eine rundum stimmige, gut produzierte Platte, die auch tatsächlich als solche – sprich im Vinylformat – erhältlich ist, mit tollen Songs aufgenommen, die durch viel Eigenständigkeit und ein hohes musikalisches Niveau überzeugt und bei der es keinerlei Ausfälle zu beklagen gibt. Würde es in der Welt gerecht zugehen, würde dieser Band bestimmt viel mehr Aufmerksamkeit zuteil werden.

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