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Kiuas: Lustdriven

Eine gute Mischung aus Folk, Pathos und Metal
Wertung: 7.5/10
Genre: Epic Metal
Spielzeit: 48:45
Release: 09.04.2010
Label: Spinefarm Records

Man könnte meinen, von einer Band, die in der Vergangenheit bereits drei EPs und ebenso viele Full Length-Platten veröffentlicht hat, hätte man schon einmal irgendwann etwas mitbekommen müssen. Ich persönlich aber hatte von den Finnen Kiuas (bedeutet übrigens soviel wie „Saunaofen“) noch nie gehört und war umso überraschter, als die neue Scheibe „Lustdriven“ den ersten Durchlauf hinter sich hatte: Der Fünfer bietet nicht nur eine Mischung aus Symphonic, Power und ein wenig Folk Metal, sondern verpackt das Ganze auch noch in intelligent arrangierte Songs, die vor allem in ihrer Heimat Begeisterungsstürme ausbrechen ließen (das Stück „Of Sacrifice, Loss And Reward“ vom letzten Album „The New Dark Age“ schaffte es beispielsweise auf Platz 1 der finnischen Charts).

Mit „Lustdriven“ ist das Quintett aus der Nähe von Helsinki keine Kompromisse eingegangen; das Beste vom Besten musste her und so wundert es gar nicht, dass Produzent Janne Joutsenniemi schon für Ensiferum die Platten veredelte und Mikko Karmila sich für den Mix diverser Children Of Bodom- und Nightwish-Platten verantwortlicht zeigt. Sänger Ilja Jalkanen, Gitarrist Mikko Salovaare, Bassist Teemu Tuominen, Drummer Markku Näreneva und Keyboarder Atte Tanskanen deuten auf den zehn Songs des neuen Album einige Verbeugungen vor den klassischen Metalstilen an, was vor allem im Gesang deutlich wird, bauen aber auch einige folkloristische Elemente in die Stücke ein und beweisen ein gutes Händchen für Ohrwürmer.

Dass es dabei teilweise auch recht pathetisch zu Werke geht, wundert wahrscheinlich niemanden. „Kiuassault“ weist als Opener direkt die Richtung: ein eher klassisch metallisch gehaltenes Intro, klarer Gesang und wahnwitzige Gitarrensoli legen die Messlatte hoch, nur dass Ilja teils in Power Metal-Gesang abdriftet, drückt meinen ersten Eindruck ein wenig, wobei sein Gesang recht angenehm und nicht halb so störend wirkt wie bei etlichen Kollegen.

Insgesamt haben die Songs einen ordentlichen Schlag Richtung Sonata Arctica und auch ein wenig Nightwish kann man durchaus heraushören, klingt Ilja doch bei „Cry Little Angel“ (alleine für den Titel gehört die Band eingesperrt) ein wenig wie Marco Hietala, der Bassist und Teilzeit-Sänger der finnischen Überflieger. Dass Kiuas durchaus auch anders können, beweisen sie bei „Of Love, Lust And Human Nature“, bei dem anfangs fragile Keyboardpassagen und fies geflüsterte Strophen den Ton angeben, bevor die Band zu einem fast epischen Refrain anhebt.

Natürlich muss dem schönen Geschlecht von fünf so schmucken Herren auch ausgiebig gehuldigt werden, also wird mit „Lights Are Many“ eine Ballade eingeschoben, die mit „Ahaha“-Chören im Hintergrund zwar ordentlich auf die Tränendrüse drückt, aber durch den nicht ganz so kitschigen Refrain gerettet wird. Dazu gesellt sich ein recht langes Keyboardsolo, das auch bei „Heart And Will“ ausufernd zutragen kommt und die Schwäche der Jungs für überlange Tastenspiele beweist. Mit „The Quickening“ gibt es einen recht typischen finnischen Metalsong mit dezenten Synthesizern, melodischen Gitarren und dem klaren, aber glücklicherweise variantenreichen Gesang, der die ganze Platte am typischen Power Metal-Gejammer vorbeischrammen lässt.

Tatsächlich überraschen können Kiuas auf der Zielgeraden: „Summer´s End“ entpuppt sich als wunderschönes, leicht folkloristisches Stück mit ruhigem Gesang und Akustikgitarre, und auch „Winter´s Sting“ kehrt dem Pathos den Rücken und bietet einfach nur genialen Metal.

Obwohl man der Band ihre Herkunft anhört, bieten Kiuas definitiv eine Alternative zu den üblichen finnischen Metalbands, an denen man sich vielleicht schon satt gehört hat. Mich als Anti-Power-Metal-Fan konnte die Platte nicht hundertprozentig überzeugen, hörenswert ist „Lustdriven“ aber allemal.

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