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Kiss: Sonic Boom

Erstaunlich starke Comeback-Scheibe
Wertung: 8/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 43:13
Release: 02.10.2009
Label: Roadrunner Records

Geschlagene elf Jahre ist es her, dass Kiss mit „Psycho Circus“ ihr letztes Studioalbum veröffentlichten. Nun also ist es endlich so weit und das von allen Fans sehnsüchtig erwartete neue Werk der New Yorker Hard-Rock-Legende, „Sonic Boom“ betitelt, steht in den CD-Regalen sämtlicher Plattenläden, bereit, von den gierigen Händen der Kissarmisten abgegriffen und unter die Lupe genommen zu werden.

Natürlich musste man nach so langer Zeit skeptisch sein, vor allem, da Paul Stanley und Gene Simmons in gewohnter Manier unter Beweis stellten, was für eine große Klappe sie haben. Vom besten Kiss-Album der letzten 30 Jahre war da die Rede, wenn es nicht sogar „das beste Kiss-Album überhaupt“ sei, wie Stanley wenig bescheiden behauptete.

Nun, letzteres ist mit Sicherheit reichlich übertrieben, allerdings muss man sagen, dass mit „Sonic Boom“ eine wirklich gutklassige und amtlich rockende Scheibe vorliegt, die den direkten Vorgänger „Psycho Circus“ eindeutig überbietet und auch beispielsweise den letzten AC/DC-Release „Black Ice“ locker in die Tasche steckt. Der Aussage von Gene Simmons, dass die Platte an die Großtaten aus den Siebziger Jahren anknüpfen würde (er sprach von einer Mischung aus „Rock And Roll Over“ und „Love Gun“), kann jedoch nur teilweise beigepflichtet werden. Insgesamt ist „Sonic Boom“ um einiges härter ausgefallen als besagte Klassiker, was allerdings schon durch die äußerst fette Produktion begründet ist, die das Gefühl verleiht, die Band orientiere sich eher an den harten Momenten der frühen Achtziger wie der Glanzleistung „Creatures Of The Night“ (ohne allerdings gleich dieses Niveau zu erreichen) und teilweise der Neunziger („Revenge“, „Psycho Circus“). 

Der Opener „Modern Day Delilah“ (der auch die erste Single darstellt) und „Russian Roulette“, bei dem Gene den Bass so wuchtig pumpen lässt wie lange nicht mehr, schlagen jedenfalls gleich ziemlich klar in diese Kerbe. Ein ähnliches gilt für das folgende „Never Enough“, welches allerdings nicht ganz mit dem Eröffnungsduo mithalten kann. Insgesamt grooven Kiss wirklich ganz schön heavy durch die Botanik, was auch die mit schwermütigem Heavy-Riffing aufwartende Nummer „I’m An Animal“ und „When Lightning Strikes“, bei dem auch Lead-Gitarrist Tommy Thayer mal ans Mikro darf und sich sehr passabel aus der Affäre zieht, beweisen.

Dagegen hätten „Danger Us“ und der wunderbar leichtfüßige Track „Yes I Know (Nobody’s Perfect)“ wohl noch am ehesten auf einem Siebziger-Jahre-Album der Marke „Rock And Roll Over“ stehen können, zumal letztgenannter Song ohnehin an „See You In Your Dreams“ von besagter Scheibe erinnert. Definitiv jedoch ein absolutes Highlight der Platte, welches lediglich noch von den Stadionrockern „Stand“ und „All For The Glory“ (beide mit sensationell hymnenhaften Refrains ausgestattet) überboten wird. Auch das finale, simpel titulierte „Say Yeah“ bietet einen sehr Mitsing-kompatiblen Chorus, und wenngleich das Stück nicht ganz so stark wie diese beiden Songs anmutet, wird es sich live mit Sicherheit trotzdem genauso prächtig machen.

Zusammengefasst hätte wohl keiner damit gerechnet, dass die Amerikaner es tatsächlich schaffen würden, mit einem derart überzeugenden Comeback an den Start zu gehen. Das Songwriting ist fast durchgängig auf gutem Niveau, einzig „Hot And Cold“ fällt ein wenig aus dem Rahmen, ohne dass man den Track als schlecht bezeichnen müsste. Gene Simmons und Paul Stanley zeigen sich gesanglich in absoluter Topform (erstaunlich, wie Stanley immer noch die hohen Töne kriegt), Tommy Thayers Gitarrensoli, die von totaler Spielfreude zeugen, kann man nur als brillant bezeichnen und Eric Singer beweist nicht nur einmal mehr, welch toller Schlagzeuger er ist, sondern bei „All For The Glory“ auch, dass er sehr gut singen kann. Kiss können es also immer noch und müssen keineswegs schon in Rente gehen.

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