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Kismet: Shades Of Clarity

Wozu Verwechselungen gut sein können...
Wertung: 7,5/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 45:43
Release: 23.05.2014
Label: Dirt On The Tracks Records

So schnell kann’s gehen: Aufgrund von Namensgleichheit vergreift man sich bei der Wahl seiner Review-CD und schon liegt statt den Midsummer-Kismet eine italienische Combo gleichen Namens auf dem Schreibtisch. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass Italiener sehr zum Pathos neigen – wenn das mal gut geht…

Die italienischen Kismet haben bereits vor sieben Jahren ihr Debütalbum „Trudging Down Your Soul“ vorgelegt (übrigens mit einem wunderschönen Artwork) und kommen laut Info mit einer Mischung aus Grunge, Alternative Rock und Psychedelic Metal daher. Das kann jetzt der ganz große Wurf sein, aber auch richtig in die Hose gehen – mit dem neuen Album „Shades Of Clarity“, das bereits im Mai veröffentlicht wurde, soll der Sound in jedem Fall weiterentwickelt worden sein.

Mit einiger Skepsis schiebt man also die Scheiblette ins Laufwerk, wappnet sich im Geiste für sämige Gitarren und pappiges Schlagzeug – und wird sehr angenehm überrascht: Der Sound ist erdig und dicht, die Stimme von Sänger Albert Eno warm und zu Beginn minimal verzerrt, im Refrain zeigt der Mann aber erst recht so richtig, was er kann. Ein bisschen erinnert der Sound an Audioslave, alte Alice In Chains und ganz entfernt auch an Kyuss, obwohl hier nicht ganz so wüstentrocken zu Werke gegangen wird – eben eine Grunge-lastige Alternative-Breitseite. Nicht besonders hart, aber sehr eindringlich, und überraschenderweise mit ordentlich Wiedererkennungswert.

Gerade bei Songs wie dem Quasi-Titeltrack „Clarity“ zeigt sich die Bandbreite des Sängers, der im Refrain in hörbar anstrengendes Terrain überwechselt, das er aber meisterhaft beherrscht. Mit „Carry Me Down“ hat sich dann sogar eine Ballade eingeschlichen, die zwar zu Beginn ein wenig pathetisch klingt, sich aber im Verlauf zu einem echten Ohrwurm mausert und zum Glück die Tränendrüse größtenteils zufrieden lässt. Hier wird eher Brit-Pop-Melancholie zelebriert statt Italo-Kitsch, was dem Sound der Band ebenso wie Alberts Stimme gut zu Gesicht steht.

„Time“ zeigt dann einen weiteren Pluspunkt auf, den die Platte sich anrechnen lassen kann: den leicht düsteren Sound nämlich, der hier und da durchscheint und dem ganzen Album einen leicht unheilvollen Touch gibt – das rechtfertigt dann auch so ein bisschen die Bezeichnung „Psychedelic“, die oben im Text erwähnt wird, zumal wenn man sich solche Songs wie „Full The Vacuum“ anhört, die schon ein wenig sphärischer als der Rest aus den Boxen wabern; allerdings nicht, ohne trocken knallende Gitarren (inklusive Solo) mit einzubauen.

Insgesamt handelt es sich bei „Shapes Of Clarity“ um ein tatsächlich sehr klares, gut strukturiertes und dennoch einladend warmes Album, das mit einigen Knallersongs und ansonsten immer noch gutem Songmaterial aufwarten kann. Die alten Grunge-Helden stehen hörbar bei Fuß, um dem Nachwuchs Tribut zu zollen und auch Rockfans im Allgemeinen dürften den Italienern wohlgesonnen sein. Wenn bei allen Verwechslungen solche Geheimtipps raus kämen, wäre das Leben viel schöner.

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