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King's X: XV

nicht ganz so frisch, aber dennoch gut
Wertung: 8/10
Genre: Groove Rock
Spielzeit: 54:6
Release: 16.05.2008
Label: InsideOut Music GmbH

Nach dem sehr, sehr starken “Ogre Tones” aus dem Jahr 2005 nahm sich die Band die längste Schaffenspause seit 20 Jahren. Nun im dritten Jahr nach „Ogre Tones“ steht nun endlich „XV“ vor der Veröffentlichung. Und soll ich euch was sagen, natürlich zockt man auch nach 35 Jahren immer noch in der Urbesetzung. Also rein mit der Silberscheibe in den gefräßigen Player, die Lautstärkeregler aufgedreht uns dahinschmelzen.

Kräftig dröhnt Doug Pinnick`s Bass zur Eröffnung, bevor der Rest der Band einsteigt. Immer wieder bewundernswert, wie die Band es schafft, mit recht wenig Instrumentierung einen so dichten atmosphärischen Sound zu generieren. Stark, „Pray“ entwickelt sich nach jedem weiteren Durchlauf immer mehr zu einem starken Ohrwurm. Auch wenn dies sicher keine Headbangermucke ist, so nickt der so geschulte Schädel doch kräftig im Takt mit. Der Sound ist King`s X typisch genial geraten, aber was hätte man auch erwarten sollen, wenn Michael Wagener (Ozzy Osbourne, Alice Cooper, Dokken) an den Reglern saß.

„Blue“ geht dann etwas langsamer von statten. Man zerfließt irgendwie langsam vor sich hin und nur der recht zaghafte Chorus reißt den Hörer da ein wenig raus. Bei den meisten Bands würde das, wenn sie es versuchten, recht langweilig werden, doch nicht bei King`s X.Das tolle in den Song passende gute Solo von Ty Tabor, wenn man es überhaupt Solo nennen soll, ist ein weiterer Beweis dafür, wie relaxt die Band doch aufgrund ihrer Reife mit Songs umzugehen weiß. Richtig stark dann auch, wie die Vocals zum Ende des Songs hin richtiggehend zu explodieren scheinen. Wohlgemerkt für King`s X Niveau.

„Repeating Myself“ kommt gesangstechnisch derart locker flockig daher, dass man fast gewillt ist, von einer Ballade zu reden. Dazu im Hintergrund das fröhliche Gedudel und die Band zeigt mit kleinen Akzenten, wie groß das doch alles wirken kann. „Rocket Ship“ beginnt mit Jerry Gaskill`s kräftigen Drums und so nimmt der Weg auch eine deutlich härter rockende Ausrichtung ein. Ich muss allerdings zugeben, dass mich die Vocallines nicht überzeugen können und sich der Song auch nicht wie die anderen tief ins Gedächtniszentrum einbrennt.

Etwas mehr auf Akustik ausgelegt kommt dann „Julie“ daher. Ein Song, der so gar nicht rocken will, sondern eher von dem Gesang lebt. Eine etwas fröhlichere Gesangsinterpretation hätte hier wohl für noch mehr Freude gesorgt, auch wenn es nicht so ganz zum Text gepasst hätte. „Alright“ hämmert sich dann richtig gehend mit einigem Druck durch die Lautsprechermembranen. Yeah, da wird richtig gerockt. Nicht unbedingt so frisch wie früher oder auch bei „Ogre Tones“ aber für dieses Album doch auffallend. Starker Song!

„Broke“ besticht dann wieder mit seinem Groove, der den Hörer nicht still sitzen lässt. Cool, wie man auch ein wenig Blues vereinzelt aufblitzen lässt. Die teilweise fast schon wie beschwörende Predigren wirkenden Strophen, die da intoniert werden, sorgen für den unnachamlichen King`s X Flair. „I Just Want To Live“ ist dann wieder ein eher melancholischer, etwas monotoner, langsam daher schleppender Rocker, der irgendwie vollkommen saft- und kraftlos wirkt, wie nach einem 14 stündigen harten Arbeitstag, da hilft auch der Refrain, der etwas das Tempo anzieht, nicht viel.

„Move“ beginnt nicht so stürmisch, wie ich das bei dem Titel erwartet hätte. Trotzdem sorgen die einzelnen Klangstücke, die da über den treibenden Rhythmus gelegt werden, am Anfang des Songs für einige Stimmung. Zum Chorus hin entwickelt sich das Ganze dann zu einem treibenden Rocker. „I Don`t Know“ ist da schon deutlich luftiger und freudiger ausgerichtet. Der klare, eher höher (zumindest für King`s X Verhältnisse) angesiedelte Gesang sorgt für Abwechslung und eine positivere Stimmung. Ein schöner Chorus sorgt für leises Mitsummen. Dazu die tolle Gitarre von Ty und der Song ist auf der Gewinnerseite. Hört euch nur einmal das viel zu kurz geratene Solo an.

„Stuck“ gerät da etwas schwächer, auch wenn ansatzweise wieder versucht wird, das Hinterteil anzuschieben, so gelingt das stellenweise nicht. Der Refrain gehört dann allerdings wieder mit zu den Highlights des Albums. Die Gitarre schreit verzerrt und die Bridge zum Chorus wird auf`s Neue beschritten. Aber irgendwie hab ich wieder das Gefühl, als ob die Band kurz davor ist, zu explodieren, aber durch irgend etwas ausgebremst wird.

Nun ja, das wird besser, als dann der erstmal offiziell letzte Song „Go Tell Somebody“ angestimmt wird. Man rockt richtiggehend drauflos. Ob nun der Chorus „ If you like what you hear, then go tell somebody“ allerdings als das verstanden wird, als was er gedacht war, bleibt abzuwarten. Man interpretiert da recht schnell ein Anbiedern an den geneigten Hörer, über das gute Album zu sprechen. Nun ja, aber textlich gibt`s da schon noch ein paar andere Sachen, aber man krallt sich ja gerne am Refrain fest. Prinzipiell zeigt der Song aber die positive Einstellung der Band auf. Man sollte weniger kritisieren und über negative Dinge sprechen und auch mal die positiven Sachen des Lebens erzählen. Das würde sich dann insgesamt positiv auf die Stimmung auswirken.

Zwei Bonustracks gibt es dann noch zu bestaunen. „Love And Rockets (Hell's Screaming)” bietet dann auch den gewohnt groovenden, relaxten Songverlauf, den man von King`s X kennt. „No Lies“ entwickelt sich dann zu einem Groovemonster par excellence. Jawohl, dafür wird die Band geliebt. Es wäre sehr schade, wenn dieser Song vielen Käufern entgehen würde. Die Gitarre, das Tröten einer alten Lokomotive, das Gelächter, ja, das ist King`s X pur. Derart relaxt kann wohl nur eine Band vorgehen, die eigentlich schon fast alles erreicht hat, was man als Musiker sich nur zu erreichen wünscht.

Fazit: Wieder einmal nimmt King`s X den Hörer einfach gefangen. Mit jedem weiteren Durchlauf bohrt sich die Musik tiefer in das Gedächtnis. Ob das in der heutigen schnelllebigen Zeit gut so ist, müssen andere entscheiden. Insgesamt, oder besser im direkten Vergleich zum Vorgänger „Ogre Tones“ muß ich allerdings konstaltieren, dass mir Songs wie „Bebob“, „Sooner Or Later“ oder auch „If“ ewtas besser gefallen haben. Hier ist dafür ein gleichmäßigeres Album entstanden..Irgendwie habe ich aber immer wieder den Eindruck gewonnen, als ob King`s X es vergessen haben, mal die Handbremse komplett zu lösen und richtig abzugehen. Vielleicht hat man zu lange an den Songs herumgedoktert, so dass ein wenig die Spontanität dahingegangen ist. Somit ist auch „Go Tell Somebody“ der frischeste Song, er ist der einzige, der während des Studioaufenthaltes entstanden ist. So wie King`s X früher verstärkt gearbeitet haben. Trotzdem Daumen hoch für die Band!

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