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King Leoric: Thunderforce

Der König ist tot - es lebe der König
Wertung: 8.5/10
Genre: True Metal
Spielzeit: 54:23
Release: 30.06.2005
Label: Eigenproduktion

Die Wolfenbütteler sind wieder da, um der Welt zu zeigen, wie guter True Metal gespielt werden sollte. Etwas mehr als drei Jahre hat es gedauert, bis die Band aus dem Jägermeisterstädtchen ihre zweite vollwertige Demo herausgebracht haben. Das neue Stück hört auf den Namen „Thunderforce“ und ist zumindest schon mal optisch nicht ganz so klischeehaft verpackt wie der Erstling „Piece Of Past“.

Den Einstieg bildet „Guardians Of The King“. Man bemerkt sofort den deutlich besseren professionellen Sound und dass die Band auf zwei Gitarristen aufgerüstet hat. Der Song kommt recht gewaltig daher und besticht neben seiner tollen Melodie durch den Backgroundchor. Ja, schon der Opener setzt erstmal eine dicke, fette Duftmarke.

„Cry In The Night“ treibt in bester Iron Maiden Manier nach vorne. Eine gelungene Uptemponummer, welche natürlich nur deshalb funktioniert, weil Axel Kiehne an der Lead Gitarre nun mit Björn Patschureck einen guten Rhythmusgitarristen an seiner Seite hat.

„Thunderforce“ zeigt dann, wie Manowar eigentlich heutzutage aufgestellt sein sollte. Eine wahre True Metal Hymne im Midtempo mit Pathos und etwas erhabenem Touch. Man schüttelt unwillkürlich das Haupthaar, reckt die Faust mit abstehendem Kleinen- und Zeigefinger in die Luft und grölt mit.

„Stranded In Time“ kann da nicht mithalten. Er klingt nach der guten alten deutschen Metaltradition, wirkt aber irgendwie ein klein bisschen unausgereift. Der Refrain ist nicht prägnant genug und auch sonst geht die Melodie ein wenig unter, wenn man an die gelungenen Stücke dieses Albums denkt. Da hilft auch das wirklich gelungene Gitarrensolo nichts.

„Winternights“ lässt den Stimmungspegel wieder etwas ansteigen. Komisch, so entwickelt sich das Album zu einem ständigen auf und ab. Egal, „Winternights“ besticht durch den eingängigen Verlauf und den gelungenen Refrain, wobei ich mir hier eine deutlich mehr tieftonlastige Auslegung gewünscht hätte, um dem ganzen mehr Schwere zu geben. Ein balladesker, eher langsamer Song.

Mit deutlicherem Keyboard Gewummse wird „King Of Eternity“ eröffnet. Die Gitarren erzeugen eine gespannte Stimmung. Leider wird das Schlagzeug nur recht solide gespielt und wartet nicht mal mit der ein oder anderen kleinen spielerischen Überraschung auf. Nico Lange hält sich da viel zu sehr zurück und liefert nur recht trockenes, taktgenaues Schlagwerk ab.

Wenn man den bisherigen Verlauf der Scheibe betrachtet, dann wird eigentlich unweigerlich klar, dass nun wieder ein stärkerer Song folgen muss. Dies gelingt auch tatsächlich, auch wenn man bei „Brothers“ eigentlich schon fast einen radiotauglichen Rocksong geschrieben hat. Er wird zwar im King Leoric Stil etwas härter und kräftiger dargeboten, aber das Grundgerüst ist deutlich friedfertiger. Der Manowar´sche True Metal kommt vereinzelt heraus gequollen und sorgt für ein wenig Sehnsucht nach den alten Scheiben, als die Kings of Metal noch wirklich gut waren.

„Stormclouds“ durchbricht dann das ewige Auf und Ab und sorgt mit seiner schnelleren Ausrichtung und gelungener Melodie für einen weiteren Höhepunkt. Der Refrain scheint zwar nicht so hundertprozentig ausarrangiert zu sein, besticht aber mit der guten Vocalline. Frontmann Jens Wunder sorgt mit seiner immer passenden Stimme und seinem Bassspiel für Freude.

„Age Of Inquisition“ folgt dem Song auf dem Fuße. Guter schnellere Heavy Metal. Zwar gefallen mir King Leoric im hymnenhafteren Bereich noch besser, aber auch dieser Song kann punkten und sorgt dafür, dass die Stimmung nicht absinkt.

„Breaking The Mirror“ kann da sogar noch einen draufsetzen. Deutlich heavier gezockt, sorgt das etwas abgehackte Gitarrenspiel in Verbindung mit den richtig starken Vocals von Frontmann Jens Wunder für richtiges 80er Jahre US Heavy Metal Feeling. Das hätte ich hier nicht so wirklich erwartet, dabei bringt das Zerbrechen eines Spiegels doch eigentlich laut verbreiteter Meinung Pech.

Davon kann man beim Ender „Warrior`s Tune“ nun wirklich nicht sprechen. Hier gibt die Band noch mal buchstäblich alles. Eine wahre True Metal Hymne, die sogar noch „Thunderforce“ toppen kann. Ja, der Song besitzt alles, was man für eine Hymne braucht: Groove, Pathos, starken Gesang, stimmungsvolle Instrumentierung, den obligatorischen Chor, einen Refrain zum mitgrölen und ein gelungenes Solo.

Fazit: Die Band hat sich mit diesem Album selbst übertroffen und zeigt, dass es nach dem nun wirklich nicht schlechten Debüt steil nach oben geht. Wenn man nochmals eine derartige Steigerung hinlegt, dann sollte auch ein vernünftiger Plattendeal heraus springen. Eine derartige Steigerung hätte ich den vier nicht wirklich zugetraut. Ja, die Band ist auf dem besten Wege, sich einen richtig starken Namen in der Szene zu machen. Man darf sehr gespannt sein, ob die Band dieses Qualitätsniveau mit dem dritten Album halten kann oder gar noch einen draufzusetzen hat, wenngleich da langsam die Luft immer dünner wird.

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