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King Leoric: Piece Of Past

King Leoric`s first step
Wertung: 7/10
Genre: True Metal
Spielzeit: 52:55
Release: 13.08.2002
Label: Eigenproduktion

Es begab sich zu einer Zeit, die auf das Jahr 2002 hörte, dass sich drei Metalheads aus der Heimat des Jägermeisters aufrafften, ihren Idolen zu huldigen und der Welt ihr erstes Full Length Demo zu präsentieren. Kultig, wie es sein muss, zeichnete man eine traditionelle Metallerkutte mit Patches von Iron Maiden, Motörhead, Dio, AC/DC, Sodom und pappte das Bild als Cover auf die Verpackung eben jener Demo. Damit dürfte das geneigte Publikum deutlich skizziert sein und der Rest ordentlich abgeschreckt. Aber passt das dann auch vom Musikalischen her mit der Verpackung über ein?

Ja, definitiv, denn hier wird stimmungsvoller True Metal zelebriert. Der Opener „King Leoric Is Rising“ galoppiert direkt so los, als ob es nur Iron Maiden geben würde. Okay, wer was Eigenständiges sucht, ist hier eh falsch, aber das, was die Band hier abliefert, hat genau das, was man als Fan der NWOBHM liebt. Der Song treibt gut und beinhaltet einen Refrain, den man schon sehr schnell mitgrölt. Gute Gitarrenläufe von Axel Kiehne und dazu die chorartigen Backgroundvocals sorgen für viel Stimmung.

„Metal Poison“ kann da zwar nur bedingt mithalten mit dem Opener, dennoch weiß auch dieser Song zu gefallen. Musikalische Glanzleistungen mit Kunststücken an den Instrumenten wären hier einfach nur falsch und das versucht die Band auch nicht. Geradliniger Heavy Rock / Metal, das ist das Revier des Königs und das beherrscht er auch.

 

Mit toller Guitarline beginnt „Last Words“. Starker Song, der sich schnell in die Gehirnrinde einbrennt und demzufolge noch lange nach dem Hören immer wieder ins Gedächtnis zurückgerufen wird. Nicht ganz so heftig, sondern eher melodiös sorgt der Song für Abwechslung.

„Pray For You“ verlässt dann ein wenig die Tugenden der Band und betritt doomige Pfade, aber auch dieses Metier meistert die Band richtig gut. Irgendwie schafft es die Band tatsächlich, auch wegen des passenden Sounds, dass man sich wie in den Achtzigern fühlt. Etwas mehr Tieftoncharakter und mehr Schwere und man hätte für ein Aufhorchen bei Die Hard Doom Metal Fans sorgen können.

Mit einer Portion keltischer Melodie sorgt das „Trinkerlied“ für richtig Stimmung. Die eigentlich recht bescheiden anmutenden Keyboards passen hier aber wie die berüchtigte Faust auf´s Auge. Der unendlich wiederholte Refrain „I need something to drink“ dürfte seitdem so manchen Barkeeper an den Rand der Verzweiflung gebracht haben, wenn die trinkfesten Mannen um King Leoric in die Kneipe eingefallen sind.

„Black Heart Of The Forsaken Knight” kann da leider nicht mithalten. Zu gewöhnlich rockt der Song daher. Und irgendwie macht sich bemerkbar, dass eine zweite Gitarre sicher kein Fehler wäre.

„Broken Bridge“ zieht auch das Tempo an und mangels Mitgrölrefrains verpufft auch hier ein wenig von dem Flair, den King Leoric ansonsten versprühen. Der Drumpart in der Mitte hört sich grausig an, was durch den wabernden Bass nicht wirklich verbessert wird. Allerdings kommt dann als Rettung die Gitarre und zaubert wieder ein Lächeln auf des Hörers Gesicht.

„Revenge“ kann dann auch nur bedingt nachlegen. Zwar gibt es einen recht heroischen Refrain, aber irgendwie will er nicht so munden wie bei den ersten Songs des Albums. Hier ist man dann der eigenen Passion erlegen. Ähnliche Melodien hat man schon häufiger besser umgesetzt zu Gehör bekommen. Nicht schlecht, aber mehr leider auch nicht.

Das ändert sich dann aber mit dem letzten Song des offiziellen Albums: „Arrival Of The King“. Zwar klingen die Vocals hier teilweise ein wenig erzwungen und gehetzt, aber dennoch drückt der Song schön nach vorne und sorgt für einen gelungenen ersten Abschluss. Speziell das ausklingende synthetische Spinett hätte man so wohl eher nicht erwartet. Warum ersten Abschluss fragt ihr euch? Na, weil es als Bonus noch drei Tracks der 2000er Demo zu hören gibt.

„Strangers In The Past” vermittelt wieder mehr von dem treibenden Rhythmus, den die Band speziell beim Opener an den Tag gelegt hat. Ein guter Song, der auch vom Sound gar nicht mal so dermaßen abfällt, auch wenn man deutlich hört, dass er um einiges roher klingt als die Stücke vom regulären Album.

„Dragonship“ beginnt recht verzerrt und zeigt, dass die Band auch mal ein gewisses Faible für böseren Sound gehabt haben oder haben. Die Verzerrgitarren nerven recht schnell und rauben dem Song ein wenig die Daseinsberechtigung. Da kann auch das Drumming von Nico Lange nichts ändern.

„Gods Of Heavy Metal“ ist da von einem ganz anderen Kaliber. Mehr Pathos und auch trotz des grausigen Gitarrensounds beweist der Song, was in ihm steckt. Man hört zwar, dass die Band hier noch in einem recht frühen Status aufgenommen wurde, aber der Song hat was.

Fazit: Für eine Demo aus dem Jahre 2002 richtig gut, auch wenn es natürlich das ein oder andere zu bemängeln gibt. Die Band zeigte damals schon, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Anno 2008 ist es aber recht schwer, mehr als 7 Punkte zu vergeben, wobei hier teilweise der Spaßfaktor sehr hoch gehalten wird. Vor 6 Jahren hätte es wohl noch einen knappen Punkt mehr gegeben. Ein gutes Stück True Heavy Metal.

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