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King Leoric: Lingua Regis

Schön zu hören, wie frisch die Achtziger noch immer sein können
Wertung: 8,5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 46:24
Release: 15.03.2013
Label: Eigenregie

Wenn eine Band auf der Bühne viel Spaß bereitet, kann sie dann auch auf CD die richtige Energie transportieren? Noch ganz unter dem Eindruck des German Swordbrothers Festival 2014 ist die Frage nicht unbedingt die einfachste, hatten die Wolfenbütteler doch ordentlich abgeräumt, was sich auch in den Verkaufszahlen am Merch bemerkbar machte, als sie dort deutlich mehr CDs als noch letztes Jahr beim wesentlich größeren Headbangers Open Air 2013 absetzen konnten.

Herzlichen Glückwunsch soweit, wobei man diese Message gleich noch auf den Hinweis ausdehnen kann, dass King Leoric nach acht Jahren wieder ernst machen und rechtzeitig zum 15jährigen Jubiläum mit einem neuen Tonträger aus dem Quark kamen – einmal mehr in Eigenregie, da auch die beiden ersten Tonträger den DIY-Gedanken in sich trugen. Dass sie sich nicht immer so ganz den Businessregeln unterwerfen, machen sie allein schon dadurch deutlich, dass sie bei der Show in Lünen zwar schon wieder einen neuen Song vorstellten, aber mit einem Release vor 2020 oder so nicht zu rechnen sei – die Niedersachsenuhren ticken halt komplett anders.

Das macht sich auch in der musikalischen Ausrichtung erneut bemerkbar, denn King Leoric knien tief in den Achtzigern und fühlen sich Kutten-gewandet dort auch tierisch wohl. Das fängt auch optisch insofern an, dass das gezeichnete Coverartwork eine deutliche Reminiszenz zu den metallischen Frühwerken der Szene aufweist, allein der Silberling und die fehlende Vinylvariante – wofür die Songs einfach unglaublich geeignet sind (nur mal so als Hinweis) – machen deutlich, dass wir in der Neuzeit sind.

Dass hier Tradition einmal mehr ganz groß geschrieben wird, belegt allein schon der Opener „Master Of The Kings“ mit dem majestätisch-hymnischen Refrain, eine stampfende Einstiegsnummer, die den Bogen sehr schön zu den früheren Werken der Wolfenbütteler spannt. Viel Neues gibt es im Vergleich mit früheren Tagen auch nicht zu entdecken, denn noch immer steht der hymnische Charakter absolut im Vordergrund, vielleicht mit einer Spur mehr Chöre und Bombast angereichert.

Es sind auch die stampfenden Headbanger, die den Charme des Albums ausmachen: „Last In Line“ – nein, nicht von Dio abgekupfert – oder auch der Titeltrack „Lingua Regis“ sprechen eine deutliche Sprache, gerade letztgenannter gehört zu den epischsten Stücken der Bandgeschichte und erhebt sich zur wahren Powerfaustanimation. Der Rausschmeißer „Heavy Metal Sons“ braucht sich da gar nicht verstecken und setzt einen starken Pluspunkt unter die vergangenen etwas mehr als 46 Minuten.

„Straight Out Of Hell“ offenbart ein paar herrliche Manowar-Parallelen und ist wieder extrem hymnisch angelegt, das anschließende, in den speedigen Passagen gerne an Helloween erinnernde „Forgive And Forget“ entpuppt sich genauso als Ohrwurm wie das im Power-Metal-Fahrwasser treibende „Time Stands Your Days“ mit den maidenesken Gitarrenläufen. Das Gitarrensolo in „Awaiting Armageddon“ erinnert dagegen immer wieder an alte Accept, der Track selbst gehört zu den im Ufta-Ufta-Stil gehaltenen Treibrockern mit ruhigerem Mittelpart. Als kurz und knackig auf den Punkt gebracht, punktet „Let It Loose“ und sorgt für noch ein bisschen mehr Abwechslung.

Deal oder nicht, das ist ganz gleich, denn King Leoric halten nichts von Anbiederei, schon gar nicht an musikalische Trends. Gut, ohne Label im Rücken werden sie es schwer haben, auf einem der großen Festivals zu Überzeugungstätern zu werden, aber das nunmehr dritte Album „Lingua Regis“ hat einfach auch so genug Potenzial, um sich in die Herzen der truen Edelstahlfans und HymnenhörerInnen zu wuchten. Schön zu hören, wie frisch die Achtziger noch immer sein können.

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