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King Kobra: King Kobra

Die Musik ist so lahm wie das Cover originell
Wertung: 5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 52:01
Release: 15.04.2011
Label: Frontiers Records

Einmal mehr holten die Talentsucher von Frontiers Records tief Luft und schnupperten  wohl eine gehörige Portion Achtziger Jahre-Luft, denn mit King Kobra haben sie nun eine weitere Band am Start, die bereits 1985 ihr Debut „Ready To Strike“ offerierte. Beim Blick in den immer mit zu wenig Vinyl gefüllten Plattenschrank entdeckt man schnell auch die beiden Nachfolger „Thrill Of A Lifetime“ und „King Kobra III“, die auch die letzten Veröffentlichungen über eine lange Durststrecke hinweg blieben, denn auch das eher halbherzige Comebackscheibchen „Hollywood Trash“ (der zweite Begriff war gar nicht so abwegig) im Jahr 2001 sorgte ebenfalls nicht für besonders überschwängliche Gefühle.

Doch Carmine Appice, David Michael-Philips, Mick Sweda und Johnny Rod wollten die Band 2010 wohl doch nicht für immer ins Seniorenzentrum abschieben und krallten sich Oberseniorenzeremonienmeister Paul Shortino für die Vocals, um vorliegendes selbstbetiteltes Werk vorzulegen.

Wenn man jetzt noch kurz einen Blick auf die Bands wie Blue Murder, Rough Cutt, Quiet Riotoder BulletBoys wirft, bei denen sich o.g. Musiker in der Zwischenzeit teilweise verlustierten, dann kann man schon an einer Hand abzählen, welche Musik denn auf „King Kobra“ zu erwarten ist – und richtig – die Überraschung bleibt aus.

Mit „Rock This House“ und „Turn Up The Good Times“ stehen auch gleich schon die beiden besten und auch beschwingtesten Songs am Anfang der CD, später gesellt sich noch „Screamin’ For More“ dazu – allesamt treibende Rocksongs mit gehörigem Partyfeeling, und jede Note verstrahlt Spielwitz und Spaß an der Freude. Dabei sticht „Turn Up The Good Times“ sogar noch ein wenig durch den catchy Chorus hervor, und auch beim gefühlvollen Gitarrensolo kann man nur noch mit der Zunge schnalzen.

Aber das war es dann auch schon. Wie? Was? Da sind doch zwölf Songs drauf? Das kann doch nicht alles sein, oder? Soll der Tiefpunkt „We Got A Fever“ wirklich erwähnt werden? Noch einmal den Refrain wiederholen, und schon kann der nächste Schwerlastbautrupp den Plaque entfernen, den man davon bekommt – „Fever“ wird da schon zum Kandidat des Unwort des Jahres.

Dabei kann man den Jungs noch nicht einmal Vorwürfe machen – handwerklich spielen sie alle im grünen Bereich, und an sich sind die Songs auch nicht schlecht, aber sie hauen auch nicht vom Hocker. Es fehlt in der restlichen Spielzeit dieses Oha-Erlebnis, welches zur Anlage sprinten lässt um noch ein wenig mehr aufzudrehen. Vielmehr bleibt man eher am Kühlschrank stehen und sinniert über eine Käse- oder Schinkenschnitte, und ist dieser Denkprozess abgebrochen, da ist „King Kobra“ auch schon abgelaufen. Und spätestens, wenn Mutti beim monatlichen Pflichtbesuch zu „Tear Down The Wall“ schwofend durch die Küche fegt und die Lippen zum Pfeifen schürzt, dann wird es Zeit, den Silberling gegen Gehaltvolleres auszutauschen.

Halt – doch noch zackigere Töne? „This Is How We Roll“ soll durch das Fangejohle wohl Liveatmosphäre versprühen, was eigentlich nicht notwendig ist – doch diesem Track haftet auch etwas Knackiges an und reiht sich hinter die ersten drei ein. Doch brat mir einer nen Storch – wo kommt die Melodie und dieses Riff her? Tausendmal gehört und es wurde wieder kopiert…

Aber genau daran krankt doch diese Scheibe – tausendmal gehört. So wie sich dieser Satz wiederholt, so wiederholen sich auch King Kobra – wenig originell. Wenn die Ballade „Crying Turns To Rain“ nicht auch ganz sicher mehrere Inspirationsquellen hätte, wäre sie sogar richtig gut. Vielleicht taugt sie ja noch für die nächste Bravo-Kuschelrock-Compilation – da haben die KäuferInnen dann wenigstens noch das Gefühl sie hörten verruchte Rockmusik.

Nee nee, liebe King Kobra, aufwachen, wir haben 2011. Gegen Retro ist doch nichts einzuwenden, aber wenn die Platte in einem Achtziger-Gewand ein wenig vor sich hinmuffelt, dann sollte man Ophiophagus hannah-like mehr Gift verspitzen, um auch Wirkung zu erzielen. Früher wären solche Scheiben auch schnell als Cut Out auf dem Grabbeltisch bei Mediamarkt, Saturn und Co. gelandet. Im Großen und Ganzen ist die Musik genauso lahm wie das Cover – Fans springen auf das Doppel-K sicherlich an, doch die große Masse wird darüber hinweg sehen.

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