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King Diamond: The Spider´s Lullabye

Arachnophobie zum Hören!
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 47:19
Release: 21.06.1995
Label: Massacre Records

Fünf Jahre sind verstrichen seit dem letzten Lebenszeichen „The Eye“ von 1990. Seit dieser Zeit hatte man von King Diamonds Solo-Band wenig gehört, da er mit den Aufnahmen der Mercyful Fate Alben „In The Shadows“ und „Time“ beschäftigt war.

Doch mit „The Spider´s Lullabye“ veröffentlicht der King nun das erste Solo-Album nach fünf Jahren und natürlich ziert auch hier eine kleine Geschichte das Album.

Der einzige Unterschied zu seinen sonstigen Konzeptalben ist die Tatsache, dass die Geschichte „The Spider´s Lullabye“ lediglich die letzten vier Track in Anspruch nimmt. Doch diese Geschichte ist dennoch packend und wie gewohnt eine kleine Horror-Story, die besonders für Leute wie mich, die einen „kleinen“ Ekel gegenüber den haarigen Achtbeinern empfinden, fies in Erscheinung tritt.

Denn hier geht es um Harry, der ebenfalls einen Ekel und Angst gegenüber Spinnen hat und sich im Devil Lake Sanitarium an einen Dr. Eastmann wendet, der ihm helfen soll. Doch dort wird alles nur noch schlimmer. Den Rest müsst ihr jedoch selbst herausfinden.

Die ersten sechs Tracks hingegen haben zwar alle etwas mit Übersinnlichkeit oder Tod zu tun, doch sie stehen als einzelne Songs für sich. Gerade diese Songs sind sehr eingängig, haben für King-Verhältnisse sehr überschaubare Strukturen und eingängige Refrains. Der Sound ist klasse, obwohl er etwas rau klingt. Das Gitarren-Dou bilden hier natürlich Andy La Rocque und ein gewisser Herb Simonsen, der seine Gitarre ebenso gut beherrscht wie La Rocque, sodass erstklassige Riffs und Soli vorprogrammiert sind. Neben dem Keyboard bedient King Diamond hier nun auch ein Cembalo, das der kleinen Spinnen-Story sehr zu Gute kommt.

Eingeleitet wird das Album durch „From The Other Side“, das sehr vom Riff getragen wird und mit einem sehr eingängigen Refrain begeistern kann. Gleich zu Beginn können die Soli und die variable Stimme des Kings überzeugen. Das ist auch bei den folgenden Songs der Fall: Eingängige Refrains, beeindruckender Gesang und coole Riffs, die sehr heavy in Erscheinung treten. Besonders „Killer“ klingt anfangs wie ein langsamer Immortal-Song und bahnt sich seinen Weg voran. Die nächsten Songs liegen vom Tempo eher im Midtempo-Bereich, können aber wie die ersten Songs überzeugen. Die Screams und hohen Gesänge des Kings sind passend platziert, bei „The Poltergeist“ wird sogar einmal tief und bedrohlich gegrowlt, um den Dämon perfekt zu verkörpern. Das eher ruhige „Dreams“ wird mit coolen Breaks und sehr gut platzierten Drums untermalt.

„Six Feet Under“ ist auch ein wirklich gelungener Song mit einem klasse Riffing, das zwischenzeitlich sehr groovig und heavy klingt. Auch hier lässt der King seiner Stimme freien Lauf, sodass es gelegentlich sogar etwas schief klingt. Doch das ist, wenn man den Text kennt, kein Zufall.

Dann beginnt die eigentlich Geschichte des Albums „The Spider´s Lullabye“ mit dem gleichnamigen Titel. Zu Anfang hört man neben dem Keyboard ein Cembalo, das eine richtige Gänsehautatmosphäre erschafft, dann ertönt die hohe Stimme von King Diamond, die mehr als nur schief klingt. Schlechter Gesang? Auf jeden Fall. Doch er ist gewollt, um den Ekel vor der Spinne deutlich zu machen und das ist auf jeden Fall gelungen. Dann entwickelt sich der Song zu einem wahren Doom-Monster. Schleppendes Riffing und Drumming klingen einfach nur genial, die dazugehörigen Breaks und das „Spinnen-Ekel-Feeling“ passen wie die Faust aufs Auge. Das mit klassischen Metal-Riffs versehene „Eastmann´s Cure“, das atmosphärische, lange „Room 17“ und das abschließend stimmungsvoll schleppende „To The Morgue“, bei dem auch eine Gesangslinie mehr als verkehrt klingt, beenden eine recht kurze, aber grandios fiese Geschichte, die besonders durch die Lyrics fesseln kann.

Dass die Geschichte „The Spider´s Lullabye“ nur auf vier Songs beschränkt ist, finde ich persönlich schade, da besonders die Storys des Kings ein King Diamond Album so speziell machen. Doch die anderen Songs können durchgehend überzeugen und so fällt es kaum ins Gewicht. Die Story um den werten Harry empfinde ich als „Spinnenliebhaber“ echt fies, und der King bringt dies mit seinem platzierten Ekel in der Stimme, die recht schief ist, perfekt zum Ausdruck. Dass sein Falsett eh Geschmackssache ist, erwähne ich hier nur kurz, denn das muss jeder selbst herausfinden. Denn „The Spider´s Lullabye“ bietet neben einer gruseligen Story eingängige Songs mit klasse Metalriffs, die von zwei glänzenden Gitarristen gespielt und von einem unverkennbaren Sänger gesungen werden.

Obwohl ich keinen Vergleich zum Vorgänger „The Eye“ habe, halte ich dieses King Diamond-Album für eine durchweg gelungene Metal-Scheibe.

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