Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

King Diamond: The Puppet Master

Auf Augenhöhe mit den Klassikern!
Wertung: 9.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 55:48
Release: 21.08.2003
Label: Massacre Records

King Diamond ist eigentlich ein Name, den man zumindest schon einmal gehört haben muss. Ich muss gestehen, ich gehörte bis vor kurzem nicht dazu. Durch ein Medley, das Metallica auf der „Garage Inc.“ veröffentlicht haben bin ich auf die gleichnamige Band Mercyful Fate gestoßen. Dort singt kein anderer als King Diamond. Von da an wusste ich auch, dass King Dimamond die Solo-Band von eben diesem ist. Obwohl ich mit seiner Stimme erst nichts anfangen konnte, habe ich mir seine aktuellste Scheibe angeschafft, um die Lobgesänge über den King nachzuvollziehen.

„The Puppet Master“ ist wie gewohnt ein Konzept-Album mit einer kleinen Horror-Story aus der Feder von King Diamond. Nach der Fortsetzung der Abigail-Geschichte in „Abigail II-The Revenge“ im Jahr 2001 verschlägt uns King Diamond nun in das 18. Jahrhundert nach Budapest. Hier treibt ein irrer Puppenspieler sein Unwesen, der Tote durch Blut und Rituale wieder zum Leben erweckt und sie als Marionetten in seinem abendlichen Puppentheater tanzen lässt. Der Hauptcharakter dieser Geschichte macht ebenfalls Bekanntschaft mit dem Puppenspieler und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Neben der tollen Story, die Song für Song immer mehr Gestalt annimmt, bekommt man auf „The Puppet Master“ auch sehr schöne Songs zu hören. Die Gestaltung der Songs nimmt einen förmlich gefangen bis man das Ende der Geschichte erreicht. Man spart neben den vielen Gitarrenmelodien auch nicht an Keyboards, die ein richtiges Horror-Flair hervorrufen und die Songs atmosphärisch perfektionieren. Es ist jedoch nicht von Keybords á la Children Of Bodom die Rede, sondern von einer perfekten Sounduntermalung. Zum ersten Mal ist neben der Stimme vom King auch die einer Frau zu hören, die den weiblichen Hauptcharakter Victoria verkörpert. Eine sehr gute Produktion lässt einen noch tiefer in die Story eintauchen. Die Stimme von King Diamond ist wie immer sehr abwechslungsreich, mal gefühlvoll, mal rau und natürlich King-typisch hoch, sein Falsett ist unverkennbar. Genau das macht die Songs so attraktiv, die Art wie King Diamond die verschiedenen Charaktere verkörpert und mehr als häufig mehrstimmige Gesangsarrangements die Songs ausmachen.

Generell sind die Songs perfekt auf die jeweilige Handlung der Geschichte angepasst. Wenn die Puppen das erste Mal bei dem Titeltrack „The Puppet Master“ erscheinen, ist der Rhythmus mitsamt den Riffs wie ein kleiner Marsch und die Drums akzentuieren den Gesang zusätzlich. „Magic“, „The Ritual“ und „Blood To Walk“ kommen sehr heavy daher und sind an sich sehr eingängige Songs mit sehr coolen Refrains und tollen Riffs, dennoch hat die Platte schon einen progressiven Touch. Das ist aber soweit nicht weiter schlimm. Je öfter man die Platte hört, desto mehr gefällt sie einem; es gibt weitaus progressivere Werke des Kings. Das sehr dramatisch klingende „No More Me“ ist beispielsweise ein Song, der keine wirklich Struktur hat, aber wichtig für die Story ist und einen trotzdem packen kann.

Der einzige schwächelnde Song ist für mich der letzte Track „Living Dead“. Er ist immer noch gut, doch er kann nicht so sehr packen wie der Rest des Albums. Dem Hörer wird hier durchgehend hochwertiger leicht progressiver Heavy Metal mit einer astreinen Horror-Atmosphäre geboten. Jeder Song besticht durch tolles Songwriting, durch eine sehr gute Gitarrenarbeit von Andy La Rocque und Kings unvergleichlichem Gesang. Die Songs sind mal schnell, mal langsam; es wird nie langweilig. Wirkliche Details hervorzuheben ist nicht einfach, man muss sich einfach mit dem Booklet hinsetzen, am besten mit Kopfhören um sich der Geschichte vollkommen hinzugeben. Meine anfänglichen Zweifel wurden vollends entfernt. King Diamond machen einfach fantastischen Heavy Metal. Die Stimme des Kings ist zwar wirklich gewöhnungsbedürftig, doch wenn man sich damit mehr und mehr auseinandersetzt gefällt sie immer mehr, denn er singt unterschiedliche Charaktere und spiegelt deren Stimmung perfekt durch den Gesang wider.

In der Digipack-Version gibt es eine zusätzliche Bonus-DVD, auf der King Diamond höchstpersönlich in voller Montur mit Corpsepaint und Zylinder hinter einem Schreibtisch voller Kerzen sitzt und die Story von „The Puppet Master“ über eine halbe Stunde lang erzählt. Schon eine coole Idee, denn wie er beispielsweise die Marionetten nachmacht ist einfach nur witzig.

Mit „The Puppet Master“ ist King Diamond ein wirklich großartiges Werk gelungen. Ich habe keine wirklichen Vergleiche zu „Abigail“ oder „Conspiracy“ die ja als seine Klassiker zählen, aber „The Puppet Master“ ist mein „Abigail“. Dieses Album besitzt alles. Eine tolle Horrorstory mit einem King in Bestform, tollen Songs mit großartigen Riffs und Soli von Andy La Roque und Mike Wead und einer sehr coolen, unheimlichen Atmosphäre. Die Songs ziehen einen förmlich in die Geschichte hinein. Also, nichts wie hin zum nächsten Plattenladen. Dann setzt euch mit einem Bier, Knabbersachen in euren Sessel, setzt die Kopfhörer auf, nehmt das Booklet in die Hand und genießt die Show, die King Diamond mit „The Puppet Master“ für euch vorbereitet hat.

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging