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King Diamond: Give Me Your Soul...Please

Na, wenn er so nett "Bitte" sagt...
Wertung: 7/10
Genre: Porgressive Heavy Metal
Spielzeit: 52:15
Release: 07.07.2007
Label: Massacre Records

Love him or hate him! Dieser oft bemühte Satz trifft auf King Diamond ohne weiteres zu. Sei es bei seiner Solokarriere (das erste Album „Fatal Portrait“ erschien bereits 1986) oder bei Mercyful Fate – der Däne polarisiert mit seiner Stimme und spaltet die Metalszene in zwei Lager. Denn mit seinem teilweise extrem hohen, theatralischen Gesang können sich viele nicht anfreunden. Keine zwei Meinungen gibt es aber über seine Musik, die stets eine perfekte Balance zwischen progressivem Anspruch und Eingängigkeit aufweist. Vorliegendes Album wurde im Jahr 2007 veröffentlicht und hat mit „The Puppet Master“ einen bärenstarken Vorgänger, den es erstmal zu erreichen gilt.

Wie es sich für ein King Diamond-Album gehört, hat auch „Give Me Your Soul...Please“ eine schaurig-schöne Gruselstory zu bieten, die sich am besten beim Hören erschließt. Deswegen soll hier auch nichts davon vorweg genommen werden. Aber auch das schönste Konzept ist natürlich nicht einmal die Hälfte wert, wenn die Musik nicht gut ist. Da aber King Diamond-Alben immer eine gewisse Qualität boten, stellt sich lediglich die Frage, ob das immer noch aktuelle Album des Dänen ebenfalls so erstklassig ist wie sein Vorgänger.

Das Intro „The Dead“ und der erste Song „Never Ending Hill“ sind auf jeden Fall schon mal ein fulminanter Einstieg. Ein Opener mit einem wie immer fantastischen Andy LaRocque an der Gitarre, der für Bandverhältnisse sogar richtig schnell geraten ist und viel von Mercyful Fate hat. Danach wird erwartungsgemäß das Tempo gedrosselt und mit „Is Anybody Here?“ leider ein ziemlich nichtssagendes Stück präsentiert, das keine denkwürdigen Momente beinhaltet.

Dafür beißt sich der Chorus von „Black Of Night“ richtig im Kleinhirn fest. Hier zeigt sich mal wieder das Talent des Kings und seinem Hofstaat aus einem vertrackten Songaufbau ein eingängiges Lied zu schaffen. Besonders hervorzuheben ist das dezent eingesetzte Keyboard, was dennoch oder gerade deswegen nicht aus dem Song wegzudenken ist. Diese Art des Songwritings ist eben charakteristisch für King Diamond, was er auf „Give Me Your Soul...Please“ noch mehrfach beweist. „The Cellar“ zum Beispiel ist in seinen viereinhalb Minuten wie ein Leitfaden durch den gesamten Stil der Band. Ein langsamer Beginn, die Steigerung und die über allem thronende Stimme des Meisters, der hier sehr gemäßigt sind und auf dem gesamten Album kaum zu seinen hohen Schreien ansetzt.

Ebenfalls sehr eingängig ist „Give Me Your Soul“ (zu dem auch ein Video gedreht wurde) gehalten, bei dem King wie öfters auf diesem Album von Livia Zita unterstützt wird. Sie hatte auch schon auf dem Vorgänger „The Puppet Master“ den weiblichen Gesang beigesteuert, ist bei dieser Platte allerdings eher von unterstützender Natur als das sie eigene Akzente setzt. Ein angenehmer Farbtupfer ist ihre schöne Stimme aber immer noch und wertet somit so manchen Song noch ein wenig auf. Denn vor allem in der zweiten Hälfte des Albums verliert es an Qualität, da die magischen, einprägsamen Momente sehr rar gesät sind. „Cold As Ice“ klingt beispielsweise sehr unausgereift und die schaurig-schöne Atmosphäre von „Shapes Of Black“ leidet sehr unter der zu langen Spielzeit. Als kurzes Zwei-Minuten-Intermezzo würde das Lied wohl besser wirken.

Fazit: Da hat sich wohl die Regierungsroutine eingeschlichen. Das hohe Niveau des Vorgängeralbums wird hier, trotz einzelner Lichtblicke, leider zu keiner Zeit erreicht. King Diamond sind mit „Give Me Your Soul...Please“ qualitativ bedenklich nahe in die Nähe ihres schwächsten Albums „Vodoo“ abgerutscht. Bleibt nur zu hoffen, dass auch jetzt wieder wahre Paukenschläge wie „House Of God“ oder „The Puppet Master“ folgen. Die Untertanen warten gespannt.

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