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Kilte: Abscence

Bescheidene Produktion, aber zumindest ansatzweise gutes Songwriting
Wertung: 4/10
Genre: Depressive Black Metal
Spielzeit: 36:26
Release: 16.11.2009
Label: Eisenwald Tonschmiede

Der November gilt gemeinhin als der ungemütlichste Monat im Jahr; kalt, nass, dunkel und neblig präsentiert er sich und nicht wenige Leute verfallen in das Phänomen der Winterdepression – hin und wieder auch der Verfasser dieser Zeilen. Nicht verwunderlich also, dass die Eisenwald Tonschmiede mit EPs von Woods Of Desolation, Austere und den vorliegenden Kilte in jenem Monat gleich drei Scheiben herausbrachte, die allesamt unter die Sparte des depressiven Black Metals fallen, der auf den Spuren von Bands wie Burzum und Shining wandelt.

Wie bei den oben erwähnten australischen Kollegen ist auch „Abscence“ von Kilte aus Belgien äußerst roh produziert, um nicht zu sagen bescheiden. Nicht so grottenschlecht wie „Sorh“ von Woods Of Desolation – aber das ist schlicht ergreifend nicht möglich –, doch auch schon hart an der Grenze. Sicher, man ist einiges gewohnt, wenn man sich ein bisschen in der Szene auskennt, hat eben schon Schlimmeres erlebt (erneut: siehe oben) und Alben wie „Dark Medieval Times“ (die erste Satyricon-Scheibe) und etliche Bathory-Werke genießen nicht zu Unrecht Kultstatus, obwohl es sich teilweise um arges Geschepper handelt, aber diese übersteuerten Gitarren sind kaum noch als solche zu erkennen, und der Gesang setzt allem die Krone auf. Während die dumpf und monoton vor sich hin riffenden Klampfen im Vordergrund stehen, hat man die Vocals total in den Hintergrund, nun ja, gemischt (vorausgesetzt, es fand überhaupt ein Mischen statt) und diese sind dermaßen übersteuert und verzerrt, dass es einfach nur nervt. Klar, das soll nun mal das Stilmittel sein, aber wenn man nichts, aber auch gar nichts versteht, und Stimmung und Atmosphäre eher zerstört als aufgebaut werden, hat niemand etwas davon. Besonders nicht an einer Stelle wie im ersten Song „The True Beauty Of Our Abscence“, wo das Gerumpel für einige Zeit innehält, um Akustikgitarren Platz zu machen, die sich trotz des abrupten Wechsels gut einfügen, dann aber erneut durch die indiskutable Gesangsproduktion überlagert und somit stimmungsmäßig zunichte gemacht werden.

Da ist es eine Wohltat, dass der dritte Song „Eindeloos Verval“ ein reines Instrumental darstellt, der allerdings nicht nur deswegen der beste Track der EP ist. Hier wechseln sich cleane und verzerrte Parts ab und die Band kann mit einem durchaus überzeugenden Songaufbau punkten. Da verzeiht man dann auch die besonders im Schlagzeugbereich sehr limitierten technischen Fähigkeiten; das Ganze holpert zeitweise ganz schön untight durch die Botanik. Die beiden vorigen Stücke sind dennoch so schlecht nicht, die Monotonie steht Kilte gut zu Gesicht, die Belgier verstehen im Prinzip, wie sie dieses Stilmittel verwenden können, um Beklemmung, Depression und Isolation auszudrücken. Schade nur, dass die Stimmung weitgehend durch den fürchterlichen Vocal-Sound und die Kratzgitarren neutralisiert wird.

Zu guter Letzt haben Kilte in Form eines vierten und fünften Tracks außerdem die gerade zuvor gehörten Nummern „Haar Laatste Traan“ und „Eindeloos Verval“ noch einmal als Demos kredenzt – hierbei ist der Sound natürlich noch rumpeliger, dennoch ist der Vergleich eigentlich ganz interessant, da sich die Demos schon ziemlich von den endgültigen Fassungen unterscheiden. Gerade die Gitarren klingen komplett anders, mehr nach Moskitoschwarm, aber dafür weniger kratzig und übersteuert, wodurch das Keyboard besser zur Geltung kommt, was die Demoversionen wiederum aufwertet. Insgesamt ist „Abscence“ nicht mal Durchschnitt, hat gegenüber den EPs von Woods Of Desolation und Austere aber eindeutig die Nase vorn. 

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