Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Killtribe: I Am Human EP

Großartig
Wertung: 9.5/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 22:38
Release: 03.11.2009
Label: Big Deal Records/Eigenproduktion

Das World Wide Web ist bisweilen ein schier unerschöpflicher Quell illustrer Metalbands. Täglich entdeckt man Neues, und dabei muss man nicht mal explizit auf der Suche sein – hinter jeder noch so banalen Freundesanfrage bei Myspace beispielsweise kann sich die neue Lieblingsband verstecken. Killtribe sind eine dieser Bands, die auch in sozialen Netzwerken ihr Unwesen treiben und die Menschheit mit einer explosiven Mischung aus rasanten Riffs, manischen Vocals und einer knochenzermahlenden Dynamik infiltrieren.

Das Aachener Quintett setzt zwar auf altbewährte Zutaten und ist dabei durchaus der aktuellen Core-Bewegung zuzuordnen (wobei es hier schon schwer wird, die Band einigermaßen plausibel zu kategorisieren), so richtig befriedigend ist es aber nicht, die Jungs in eine Schublade zu verbannen. Sänger Thomas, Drummer Max, sein Namensvetter am Tieftöner und die Gitarristen Hendrik und Malik (der sich ebenfalls am Mikro austoben darf) verwursten auf ihrer ersten Scheibe „I Am Human“ konsequent ihren eigenen Stil, der stellenweise durchaus in die Fußstapfen der nicht mehr aktiven US-Maniacs American Head Charge treten könnte.

Auffallend ist nicht nur die ausgesprochen ausgewogene Produktion, sondern auch die Begeisterung, mit der die Fünf an die Songs rangehen. Dabei lässt Thomas den ein oder anderen Brüller vom Stapel, bei dem ich mir unwillkürlich vorstellen muss, wie einen der Sound live wegblasen würde, und auch die Instrumentalfraktion verausgabt sich bis zum Äußersten. Mit „Fe4r“ haben Killtribe direkt einen amtlichen Opener auf der Haben-Seite, bei dem der Gesang zwischen tiefen Growls und geisteskranken Shoutings pendelt und die gewollt dissonanten Gitarren gekonnt ins Spiel gebracht werden.

„Shine“ kommt ähnlich explosiv daher wie sein Vorgänger; der Hörer prallt hier selbst bei nicht ganz so hoher Lautstärke gegen eine regelrechte Klangwand, das einzige, was einigermaßen Ordnung in das auditive Chaos bringt, ist der klare Gesang im Refrain. Des öfteren treiben einem die Killtribe-Spielereien die Freudentränen in die Augen, nicht zuletzt beim schweißtreibenden Titelsong der EP; selbst wenn hier ein Affe auf einem Topf herumgeschlagen hätte, hätte die absolut geniale Melodieführung das Stück zu einem Highlight gemacht. Spaßiger ist das Ganze natürlich mit richtigen Musikern, die auch nicht vor etwas irritierenden Tempowechseln zurückschrecken, die dem Song die nötige Würze geben und eine Menge Aufmerksamkeit fordern.

Überhaupt scheint das Quintett es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, den geneigten Hörer bis an die Grenzen der Belastbarkeit zu führen. Wie man in nur einer Handvoll Songs solche Dampfhämmer vom Stapel lassen kann, ist beeindruckend. Klammert sich das relativ extreme „Gash“ an fast Grindcore-mäßige Growls, die die Magengegend erzittern lassen, und treibende Gitarren, setzen die Herren mit dem Rausschmeißer „Monster“ sogar noch einen drauf: Dem Titel gemäß prescht der Song voran, hier wird der Deathcore-Anteil etwas deutlicher als beim Rest der Platte, hundertprozentig passt aber auch hier keine Stilbezeichnung. Den absoluten Höhepunkt bildet der Schluss, bei dem die Musiker sich fast zu überschlagen scheinen und allein das Zuhören beim Gesang einem schon Schweißperlen auf die Stirn treibt.

Nach so viel Lobhudelei ist es eigentlich unnötig, überhaupt noch ein Fazit zu ziehen; Fakt ist, dass Killtribe ein absolut eigenständiges, nackenzerschmetterndes Werk geschaffen haben, in dem hörbar viel Blut, Schweiß und Tränen stecken. So viele Gänsehaut-Momente und so viele Augenblicke, in denen man am liebsten vor Freude weinen würde, in nur fünf Songs zu verpacken – das ist ein Kunststück sondergleichen.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna