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Killing Age: Good Times

Noch besser als erwartet
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash Metal, Groove Metal, Stoner Rock
Spielzeit: 38:21
Release: 27.07.2012
Label: Gegentrend Records

Der Name Killing Age mag einem als aufmerksamer The-Pit.de-Leser durchaus sehr bekannt vorkommen und durchstöbert man die Archive, stößt man auch direkt auf den Grund dafür, haben die Jungs um Sänger Jan doch bei Metal in the Jailhouse in der JVA Stammheim einen bleibenden Eindruck bei der Schreiberin dieser Zeilen hinterlassen, die sich mit einer Handvoll Wärter, sechzig Häftlingen und der Co-Combo Doctor Speed im Mai von den Livequalitäten der Truppe, wenn auch in etwas ungewöhnlichem Rahmen, vollends überzeugen konnte.

Nun liegt also nach gut vier Jahren Bandfrickelei auch endlich das Debütalbum der Esslinger Formation vor, das auf den schön hippiemäßigen Namen "Good Times" hört und, wie nach dem Stammheim-Auftritt nicht anders erwartet, derbe groovt. Auch kann man sich hier über einen wesentlich ausgewogeneren Sound freuen als seinerzeit in der JVA - quasi Stoner-Thrash in gut. Das ist nämlich genau das, was Killing Age auf den knapp 40 Minuten Albumlaufzeit präsentieren: Thrash Metal mit ordentlich Hummeln im Arsch plus furztrockene Groove-Monster à la Pantera - bestes Beispiel hierfür ist wahrscheinlich das wahnsinnig mitreißende "Creep", bei dem sogar die an sich nicht unbedingt spektakulären Gitarrensoli Spaß machen, die einfach gut gespielt und perfekt platziert sind. Griffbrettwichserei hat Gitarrero und Background-Grunzer Okay ohnehin nicht nötig - wie der Rest seiner Kollegen übrigens auch.

Herausragend präsentiert sich auch Sänger Jan aka "der Bart", der nicht nur vor sich hingrunzt, sondern auch gerne einfach mal kratzig ins Mikro röhrt und damit sowohl dem Thrash- als auch dem Stoner-Genre an sich alle Ehre macht - aufs übelste angepisst und im Clinch mit allem und jedem spuckt der Mann die Lyrics nur so ins Mikro, man kann förmlich die geballten Fäuste und schwellenden Adern sehen; der absolute Wahnsinn und Spaß für alle Vokal-Fetischisten. Das kam live damals noch wesentlich dünner rüber, was natürlich mit an der Saal-Akustik lag - dafür überrascht einen "Good Times" aber jetzt umso positiver.

Bei einem halbballadesken Stück wie "Plums" merkt man dann, dass die Albumproduktion soundmäßig nicht ganz optimal gelaufen ist - es knarzt alles ein wenig, wenn Jan schließlich mit deftigem Geschrei loslegt (das er übrigens letztlich doch besser beherrscht als klaren Gesang), aber an sich ist das nicht störend, gibt dem Stoner-Anteil vielleicht sogar noch eine weitere Nuance, da der Sound in selbigem Genre ja ohnehin nicht ganz sauber zu sein hat. Bisschen Schmutz in den Boxen ist also gar nicht so übel.

"Be Agressive" konnte schon live deutlich über Durchschnittsniveau überzeugen, auf CD gebannt ist das natürlich nicht anders - dynamisch prügelt sich die Rhythmusfraktion mit Drummer Gregor und "Six" am Bass voran, immer auf ordentlich Groove bedacht, während im Refrain kurz und knackig das Tempo angezogen wird. Überhaupt gehen sämtliche Tempowechsel auf "Good Times" - und davon gibt es immerhin einige - wunderbar fließend über die Bühne, keine amateurhaften Stolpereien stören die Songs. Da haben sich "größere" und wesentlich länger praktizierende Bands schon eher mal in die Nesseln gesetzt.

"Let Me Live" entwickelt sich dann noch zu einem richtigen Ohrwurm, der aber kein bisschen poppig daherkommt, sondern im Gegenteil noch ordentlich am Härtefaktor der Scheibe schraubt. Zum guten Schluss bringt "The Blues" noch mal schleppenden Groove ins Spiel - ein würdiger Abschluss, wenn es je einen gegeben hat. "Good Times" ist definitiv über die Erwartungen der Schreiberin hinausgeschossen - da macht man mit lockeren 8,5 Punkten und dem Kauf der Scheibe so ziemlich gar nichts falsch.

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