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Killing Age: Devil's Child

Das Warten hat sich gelohnt
Wertung: 9/10
Genre: Groove Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 50:39
Release: 31.03.2017
Label: Gegentrend Records

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Man hatte schon nicht mehr an ein endgültiges Release des “Good Times”-Nachfolgers “Devil’s Child” geglaubt, verschoben die SchwabenKilling Age doch die mögliche Veröffentlichung immer weiter nach hinten, Stücke musste es allerdings schon geben, wurden diese doch zum Teil bereits live vorgestellt. Nach dem Ausstieg von Drummer Gregor (auch schon wieder ein gutes Jahr her, wie die Zeit vergeht…), der übrigens auf der Platte noch zu hören ist, ahnte man Schlimmes, mit Jannik Seeg ist aber mittlerweile ein Ersatz an den Fellen platziert.

Komisch, pünktlich zum Frühlingsanfang bringen die Jungs also ein Album raus, das um einiges düster ausfällt als die Debütscheibe, die jetzt auch schon unglaubliche fünf Jahre auf dem Buckel hat – der Sound bleibt so ziemlich der gleiche, die Mischung aus Thrash und Groove mit größtenteils schön trockenen Gitarren zieht immer noch Groß und Klein vor den heimischen Tonabgeber und auch immer wieder vor die Bühnen der Republik, nur die Stimmung wirkt auf „Devil’s Child“ erwachsener. Mit zwei Gitarren haben die Songs außerdem insgesamt deutlich mehr Dampf abbekommen – man höre nur das finale „B.B.B.B.“, das in bester Killing-Age-Manier voll auf die Zwölf schlägt.

Recht untypisch wird allerdings gestartet, das Intro „Good Times“ huldigt namentlich nochmal dem Debütalbum, überrascht aber insofern, dass sich die Truppe normalerweise nicht mit Einleitungen aufhält – übergangslos geht es dann aber zum klasse Titeltrack, den man schon live mithören durfte und dessen Refrain danach sicherlich ein paar Tage im Hirn herumgeistert. In „Carry The Fire“ verabschiedet sich Sänger Jan kurzfristig vom knarzig-rauen Gesang und mischt richtiges Gebrüll mit in den Song – brutal gut! Im perfekten Kontrast dazu steht das darauffolgende Gitarrensolo; ein super Track, den man sicherlich oft hören kann ohne Langeweile zu befürchten.

Eigentlich müsste jetzt mal ein Song kommen, über dem man keinen Eimer voll Lob ausschüttet, aber „Goodbye“ gehört sicherlich zu den besten Songs, die Killing Age bisher produziert haben – ein brutales Doublebassgewitter regnet auf den Hörer nieder, da knallt es an allen Ecken und Enden, bevor im Refrain die Melodie entdeckt und die Gänsehaut ausgefahren wird. Gerade „Piece Of Me“ und „Drown“ fallen dann ein bisschen unter dieses Niveau, spätestens „Drunk“ holt den Hörer aber mit seiner schrägen Gitarre wieder zurück in die Killing Age’sche Wirklichkeit, zwischen „beer, more beer, whiskey on the rocks“ – über den pädagogischen Inhalt kann man sich jetzt sicherlich streiten, ein guter Song zum Live-Abgehen ist das aber sicherlich. Zum Finale gibt es mit „B.B.B.B.“ noch einen Stampfer auf die Ohren, schaut man ins Booklet, weiß man auch endlich um den Titel: „bearded beer belly bastards“ – eine Beschreibung wie sie passender kaum sein könnte.

Über Inhalte von „Drunk“ oder „A.C.A.B.“ (das übrigens nicht das heißt, was Anarchie-Affine sich jetzt vorstellen mögen) muss man nicht diskutieren, am besten schaut man sich die Texte da nicht zu genau an, oder nimmt das Ganze mit ordentlich Humor. Musikalisch kann man beim neuen Killing Age-Album allerdings kaum meckern, lediglich ein oder zwei Songs fallen ein bisschen unter die Punktegrenze der letzten Scheibe, dafür holen Kracher wie „Goodbye“ aber wieder die Goldmedaille. So hat sich das lange Warten und  Bangen wenigstens gelohnt!

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