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Kill Hannah: Until There's Nothing Left Of Us

Eine runde Sache
Wertung: 8.5/10
Genre: Gothic Rock, Emo Rock
Spielzeit: 53:21
Release: 23.05.2008
Label: Roadrunner Records

Mit ihrem neuen Album „Until There's Nothing Left Of Us“, das Ende Mai via Roadrunner Records erschien (in den USA allerdings bereits im Jahre 2006), stellt sich für das Quartett von Kill Hannah die Frage, ob sie die nächste große Nummer auf dem europäischen Rock – Markt werden oder doch wie so viele andere in der Versenkung wieder verschwinden werden. So ganz vermag auch ich, eine Entscheidung nicht fällen zu können, doch vielversprechend ist das, was uns Kill Hannah hier präsentieren mit Sicherheit. Musikalisch fällt es zunächst einmal recht schwer die vier Jungs aus Chicago tatsächlich einzuordnen. Ich würde die Musik der Band allerdings irgendwo in der Mitte zwischen elektronisch angehauchtem Gothic Rock und poppigem, sehr modernem Emo Rock einsortieren (mich erinnert die Band jedenfalls an eine etwas modernere Version von The Birthday Massacre). Und dass die Band sich in der Tat ganz nah am Puls der Zeit bewegt, zeigt nicht nur ihre musikalische Seite, sondern zudem ihr optisch ziemlich cooles Auftreten.

Ohne bösen Hintergedanken möchte ich einmal behaupten, dass Kill Hannah der ein oder anderen Hörerin jüngeren Alters mächtig den Kopf verdrehen werden. Und dafür spricht auch die auffällig weibliche Stimme von Frontmann Mat Devine, die auch mit einer ganz gewissen Erotik und einem ziemlich Sexappeal versehen wurde. Mir persönlich wirkt dies Stimme auf „Until There's Nothing Left Of Us“ leider an manchen Stellen etwas zu aufgesetzt und nicht authentisch genug, was aber Geschmackssache bleiben dürfe. Generell sind es aber die Vocals von Mat Devine, die die Band von anderen Bands abhebt, die allerdings auch dafür sorgen dürften, dass Kill Hannah garantiert massiv polarisieren werden.

Die Band allerdings als „feuchten Teenie - Traum“ abzustempeln, wäre fatal und würde den größtenteils mehr als gelungenen Kompositionen auf „Until There's Nothing Left Of Us“ sicherlich nicht gerecht werden. So ist die Scheibe doch mit einigen richtig starken Nummern versehen.

Dazu gehört insbesondere „Lips Like Morphine“, welches auf YouTube bereits über 1,6 Millionen Mal angespielt wurde. Der Song hat diese Zustimmung auch völlig verdient, denn „Lips Like Morphine“ ist ein wirklich großer Ohrwurm, mit tollem Refrain, coolen Riffs und verspielter Elektronik. Doch bei diesem einen Hit bleibt es keineswegs, so sind beispielsweise „The Songs That Saved My Life“, „Boys & Girls“, „They Can't Save Us Now“ oder „Crazy Angel“ wunderbare Songs, die mit denkwürdigen Melodien nur so um sich werfen.

Wenngleich nicht jeder Song auf „Until There's Nothing Left Of Us“ diese Qualitäten besitzt (zum Beispiel die doch recht langweiligen „10 More Minutes With You“ und „Black Poison Blood“), bleibt der Gesamteindruck dennoch vollkommen positiv. Erwähnenswert wäre zum Schluss noch der wirklich gute Sound der Platte, der zwar sehr modern ausgefallen ist, dabei aber trotz allerhand kühlerer Elektronik zu keinem Zeitpunkt klinisch und emotionslos erscheint.

Fazit: „Until There's Nothing Left Of Us“ ist eine runde Sache, mit der sich Szenefans unbedingt einmal auseinandersetzen sollten. Ich könnte mir wirklich gut vorstellen, dass Kill Hannah mit diesem Album den großen Durchbruch in Europa schaffen könnten, doch angesichts des doch hohen Polarisierungsfaktors könnte leider genau das Gegenteil eintreten. Nichtsdestotrotz, ich gönne den Jungs so viele Hörer wie möglich, verdient hätten sie es.

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