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Kids In Glass Houses: Dirt

Fünf Waliser im Melodie-Wunderland
Wertung: 7/10
Genre: Indie/Pop/Emo
Spielzeit: 47:54
Release: 06.08.2010
Label: Roadrunner Records

Kids In Glass Houses stammen aus Südwales und sind das, was man gemeinhin als „im Aufwind“ bezeichnet: 2007 als Studentenband gegründet, produzierte man wenig später eine Debüt-EP, die die britische Musikpresse in – zugegebenermaßen regelmäßig auftretende – Begeisterungsstürme versetzte. In der Folge spielte man einige Festivals und kassierte Labelangebote von Indies und Majors, ehe man sich dazu entschied, bei Roadrunner zu unterschreiben und 2008 das erste Album veröffentlichte. Erneut wurde getourt, u.a. mit Indiegrößen wie Paramore und Fall Out Boy; 2009 zog man sich erneut ins Studio zurück, um den zweiten Longplayer in Angriff zu nehmen. Unter dem Titel „Dirt“ erschien das Machwerk bereits im März 2010 in Großbritannien und kommt am 6. August auch in Deutschland in die Regale.

Was die fünf Glashauskinder darauf darbieten, steht irgendwo zwischen Power Pop, Indierock und Emo und klingt dementsprechend: treibend, teilweise hektisch, bittersüß und natürlich hochmelodisch. Ein Song wie „The Best Is Yet To Come“ schnappt sich den Hörer, spinnt ihn ein in ungestüme Gitarren und implantiert ihm eine Ohrwurmmelodie nach der anderen ins Hirn. Vermutlich ist das das größte Talent des Quintetts: Melodien zu schreiben, die man tagelang nicht mehr los wird. Dazu verpassen KIGH den meisten Tracks auf „Dirt“ einen unmissverständlichen Hymnencharakter – Stillsitzen fällt schwer, nicht mitsingen sowieso und einen Refrain wie den von „Undercover Lover“ aus dem Kopf zu kriegen, ist fast unmöglich.

Ja, die Waliser schreiben das ambivalente Wörtchen Pop in großen Lettern über ihr neues Werk und werden daher wohl stark polarisieren. Für den einen mag diese Platte das Indierock-Album des Jahres sein; für den anderen ist es triefend-süßlicher Collegerock-Kitsch. Die Wahrheit liegt wie üblich irgendwo dazwischen. Radiokompatibel ist hier so ziemlich alles und sowieso wird man geradezu in Melodie ertränkt. Dennoch muss man den Kids zugestehen, dass ihre Songs gefallen und mitreißen können, top produziert sind und auch handwerklich keine Wünsche offen lassen.

„Dirt“ hat sowohl das Zeug für den Mainstream als auch den kleinen Rest Undergroundfeeling, der es für Nicht-Radiohörer interessant macht. Damit wird die Platte garantiert auch hierzulande ihre Liebhaber finden – in Wales ist sie schon in den Top 30.  

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