Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

KID DAD: In A Box

Zwischen Pixies, Farmer Boys und Nirvana
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Rock, Grunge, Punkrock
Spielzeit: 33:16
Release: 21.08.2020
Label: Long Branch Records/SPV

So vergeht die Zeit: Bereits im Dezember 2017 hatten wir berichtet, dass die Paderborner KID DAD die Veröffentlichung ihres Debüts „für nächstes Jahr“ vorbereiten, mit „My Inner Baby“ gab es dann sogar einen Song als Appetizer (der übrigens auf dem vorliegenden Album gar nicht vorkommt). Ganz so geklappt hat das nicht, und so durfte „In A Box“ dann doch erst Ende August diesen Jahres erscheinen – der Titel passend wie nie in Zeiten von Quarantäne und Lockdown, die Songs im wütend oszillierenden Spannungsfeld zwischen Grunge, Alternative und Punk Rock.

Dabei pendeln die Gefühlsregungen zwischen verletzlich und rebellisch, zwischen zaghaft und wütend (wie im Nirvanaesken „Happy“), getragen von Sänger Marius, der gerade bei Tracks wie dem bombastischen „[I Wish I Was] On Fire“ frappierend nach Farmer Boys-Fronter Matthias Sayer klingt und somit nicht nur einen absolut starken Vergleichspartner hat, sondern auch nostalgische Gefühle bei der Schreiberin dieser Zeilen weckt.

Diesen stimmlichen Vergleich kann man übrigens auf „In A Box“ noch häufiger ziehen und auch musikalisch spielt immer wieder ein bisschen Crossover der früheren 2000er mit rein – eine schöne kleine Zeitreise, die man hier zwischendurch unternehmen darf, ohne dass die zehn Songs (das Intro „[ ]“ mal ausgenommen) irgendwie eingestaubt daherkommen. „The Wish Of Being Alone“, sicherlich der überraschendste Track der Scheibe, kommt dann fast schon depressiv anmutend daher, getragen von melodischen und vor allem melancholischen Gitarren und kulminierend in einem epischen Refrain.

Dem gegenüber stehen dann Songs wie „Your Alien“, das zwar auf einem grundsoliden Rock-Fundament gebaut ist, aber trotz seines Enthusiasmus nicht so recht in einer Liga mit den Spitzenreitern der Platte spielen kann. Zum Finale gibt es dann mit „Live With It“ einen der sehr ruhigen, fast schüchternen KID DAD-Momente serviert, bei dem die berühmte „Geschmackssache“ wieder gerne zitiert werden darf – irgendwie können die Paderborner halt doch stärker überzeugen, wenn sie sich austoben dürfen.

Entsprechend stehen Tracks wie „The Wish Of Being Alone“ oder „A Prison Unseen“ ganz oben auf der Liste der Anspieltipps und entfalten auch nach mehreren Durchläufen noch spannende Details; das 18-sekündige Intro „[ ]“ hätte man sich als separaten Track gut sparen können, auch wenn das Stück an sich natürlich einwandfrei als Einführung zum hysterischen „A Prison Unseen“ funktioniert, das im Instrumentalgewand auch durchaus Anleihen an den vermutlich bekanntesten Track der Pixies vermuten lässt. KID DAD sind also eine durchaus vielseitige Truppe, die hoffentlich beim nächsten Mal nicht so lange auf ein Album warten lassen – Fans drei Jahre lang zu teasern, ist schon die höhere Kunst des Sadismus.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna