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Kevin Devine: We Are Who We've Always Been

Eine risikoärmere Variante
Wertung: 7/10
Genre: Acoustic Folk, Indie
Spielzeit: 36:31
Release: 20.10.2017
Label: Procrastinate! Music Traitors/Triple Crown Records

Ganze Acoustic-Alben zu veröffentlichen, scheint derzeit wieder eher im Trend zu liegen, hat sich doch erst kürzlich Beach Slang-Fronter James Alex eine ganze Acoustic-Band mit EP aus dem Ärmel geschüttelt, vielleicht ein bisschen passend zur besinnlicheren Jahreszeit. Nun zieht Indie Folker Kevin Devine nach, der schon auf seinem Album „Instigator“ nicht unbedingt für mega-harte Ausraster sorgte – nun das ganze Album in der Acoustic-Variante nachzuschieben, mag vielleicht ein logischer Schritt sein, bei vielen Songs besteht allerdings die Gefahr, keine wirklich originelle Alternative zu bieten.

„We Are Who We’ve Always Been“ hat einen ungleich tiefsinnigeren Titel als das Ursprungsalbum, das Coverartwork von „Instigator“ wurde aber sehr clever für die Acousticversion umgestaltet – zwei Pünktchen gibt es also schon mal auf der Habenseite für die neue Platte. Gerade Tracks wie „Instigator“ oder „Freddy Gray Blues“ haben zwar auch akustisch ihren Reiz, unterscheiden sich aber nur in Nuancen von ihren Originalen – „No History“ schlägt da schon eher die Brücke, zumal gerade der ursprüngliche Refrain wütend und verzerrt daherkommt. Witzigerweise muss man nochmal in die alten Songs reinhören, um sich wirklich sicher zu sein, in welchen Teilen sie sich unterscheiden – denn schon „Instigator“ war insgesamt sehr akustisch ausgerichtet, entsprechend kann man sich manchmal gar nicht so recht sicher sein was die Änderungen anbelangt.

Vor allem Songs wie „Guard Your Gates“, von seiner Grungigkeit entbunden und in der Gitarrenspur fast romantisch klingend, funktionieren wunderbar – und das in beide Richtungen. „Before You’re Here“ versetzt den Hörer im akustischen Gewand erneut in die Fifties, da kann man sich den Herrn Devine mit Schmalztolle und Hochwasserhosen richtiggehend vorstellen.

Ein grundlegendes Problem gibt es aber mit den meisten Tracks auf „We Are Who We’ve Always Been“: Schon im Original fehlten den „Instigator“-Songs größtenteils einige ordentliche Ecken und Kanten, was vorwiegend an der einschmeichelnden und hauptsächlich glatten Stimme von Herrn Devine liegt. In der Acoustic-Version kann man sich nun also vorstellen, dass auch die letzten Käntchen und spitzen Ecken rundgefeilt wurden – obwohl hier gerade die Stimme natürlich unbehandelter und etwas rauer daherkommt. Dennoch: Weh tut das Album sicherlich keinem. Wer sich an der risikoarmen Fahrt nicht stört und vor allem ruhige Momente sucht, kann mit „We Are Who We’ve Always Been“ eigentlich gar nicht so viel falsch machen – und einige Highlights gibt es ja dann doch auch zu begutachten.

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