Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Kerstin Blodig: Nordisk Sjel

Erweitert den musikalischen Horizont
Wertung: 8/10
Genre: Folk
Spielzeit: 56:5
Release: 02.05.2008
Label: Westpark Music

Endspurt der seltsamen Drei: Kerstin Blodig ist deutsch-Norwegerin, ihre Musik will aber nach der weiten, ganzen Welt klingen.

Eine derartige Scheibe hier jemals rezensieren zu müssen, überrascht mich etwas, denn hier hat man es im Gegensatz zu manchen Folkacts wie "Carved in Stone" mit einer gänzlich Hartsektor-fremden Protagonistin zu tun, aber das kann nur gut sein. Kerstin Blodig, die bereits 92 ihr erstes Album heraushaute, schlägt nämlich gänzlich andere Töne an: Häufig nur von ihrer virtuos gespielten, bisweilen knopfleresken Akustikgitarre der Marke Gibson begleitet, die ihrem Gesang auf dem Album fast wie ihr treuester, bester Freund folgt, legt sie ein verträumtes Album hin, das nach Musik von Welt und Reise klingt und immer etwas Unnahbares hat.

Im Grunde ist dieses Album kein neues Werk, sondern eine Compilation aus Auszügen ihrer Solo-Eskapaden als auch ihrer Lieblingsprojekte "Kelpie" und "Talking Water", wirkt aber dennoch wie aus einem Guss und die verschiedenen, teilweise bandunderstützten Herangehensweisen an den Koloss Song kommen der Facettenreichhaltigkeit nur zugute und lassen in mir fast schon "Tori Amos"-Vergleiche aufkommen - größtes Kompliment, will sagen.

K.B. beweist definitv Stilsicherheit, die irgendwo zwischen den bereits genannten Damen liegt und in ihrer bisweilen fast poppigen Verspieltheit auch Züge von K.T. Tunstell oder Kristi Stassinopoulou vorweisen kann.

Bereits ab dem ersten Track, dessen Namen ich mir nicht niederzuschreiben traue, schafft Frau Blodig eine epische und zugleich mystische Stimmung, Material für einen Fantasy-Soundtrack, und auf dem nächsten Track gleich eine 180 Gradwende mit leichtem Elektropop, sehr gut!

"Trollferd" ist ein Instrumental, das auch der große Knopfler nicht besser hinbekommen hätte, während das englische "Power of the Moon" wieder folkrockig wie P.J. Harvey wirkt und auch eine intellektuelle Tiefe nicht vermissen lässt.

Ich könnte noch wesentlich mehr dazu schreiben, aber bereits nach kurzer Zeit dürfte eh jedem Hörer auffallen, dass Kerstin Blodig das Wesen des Folk in sich aufgenommen hat und mit sowenig wie möglich, aber auch so viel wie nötigem Instrumenteinsatz ans Ziel kommt (vom elektronischen Soundscaping, bis hin zur archaischen Instrumentierung mit Mandoline, Akkordeon und Flöte kann sie so einiges). Folkrockbegeisterte sollten mehr als einmal reinhören und Interessierte von anspruchsvollerem Elektropop a la "Kosheen" zumindest einmal, es wird dem persönlichen Musikhorizont definitiv nicht schaden!

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna