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Kera: Kera EP

Pralle Standpauke
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Death Metal
Spielzeit: 19:05
Release: 04.03.2015
Label: Dooweet Records

Wer sich nur mal schnell mit progressivem Death Metal aus Frankreich beschäftigt, der wird natürlich immer wieder über Vorreiter und „Szenegrößen“ wie Gojira oder Hypno5e stolpern – was ja an sich auch nicht schlimm ist. Neu im Reigen wollen nun auch die aus Paris kommenden Kera mitmischen, die sich ja erst im November 2014 zusammenrauften und schon vier Monate später mit der selbstbetitelten EP „Kera“ aus dem Quark kommen – und gleich ein Niveau vorlegen, welche viele Bands niemals erreichen (werden). Wen das Progressive abschrecken mag, dem kann man getrost zurufen, dass sich das wahrlich in Grenzen hält, denn vielmehr schummeln sich auch zahlreiche Modern-Metal-Elemente unter das tödliche Gebräu, dabei sind die Songs jederzeit nachzuvollziehen und entfernen sich niemals gen undurchsichtige Arrangements.

Drei Songs haben sie nun zusammengetragen und brauchen dafür etwas über 19 Minuten – für einen ersten Eindruck reicht das auf EP-Länge auch voll und ganz, wobei sich natürlich zu solch einem frühem Stadium immer wieder die Frage stellt, ob Kera auch in Zukunft über voller Albumdistanz überzeugen können. Mit der EP leisten sie zumindest schon einmal wertvolle Aufbauarbeit, was man schon nach wenigen Durchläufen mit Fug und Recht behaupten kann.

Schon beim Opener ist der Spagat zwischen modernem und altbekanntem Death Metal zu erkennen. „Masters Enslaved“, so der Titel, wuchtet dabei mit ordentlichen Groove-Pfunden, ist verspielt und im nächsten Moment dann doch wieder straight angelegt, die kehligen Growls kommen von weit unter der siebten Sohle und gerade die transparente Produktion sorgt für mächtig Druck. Den Leadgitarren darf man in den Soli eine gewisse psychedelische Note nicht absprechen und selbst der kurze, von der Akustikklampfe getragene Part hinterlässt keinerlei störenden Eindruck – runde Nummer also.

Track Nummer zwei ist schon längere Zeit auch als Videoclip auf YouTube zu finden und pendelt sich ebenfalls zwischen unverhohlen moderner Ausrichtung und Tradition ein. Dabei bahnt sich „ Architect Of Chaos“ ungleich brachialer und weniger groovend durch den Death-Metal-Urwald, Melodien sind auf ein Minimum reduziert und schwimmen sich schon lange nicht so frei wie noch beim Opener. Auch hier wechseln Kera kurz vor Schluss noch zu einem kurzen, ruhigen Part, um dann mit einigen modern groovenden Attacken doch noch mögliche, aufkeimende Langeweile auszumerzen.

Natürlich behalten Kera auch bei der dritten Nummer ihr grundsätzliches Konzept bei, auch wenn der Auftakt deutlich gradliniger verläuft und nicht gerade auf Death Metal schließen lässt. Die Gitarren gehen über in einen leicht proggigen Flow, Melodien schaffen es nur bedingt an die Songoberfläche und werden hier eher durch den fast klaren Gesang transportiert, wobei sich hier Epik, Emotionen und Groove ganz gut die Waage halten. Als stilistisches Kera-Merkmal taucht dann auch bei „Silence“ ebenfalls ein Akustikklampfenpart auf, der aber zackig von einem fast schon fröhlich entnervten Riff abgelöst wird – und so geht es auch majestätisch dem Ende entgegen.

Kera überraschen mit einer sehr gut ausbalancierten Debüt-EP und haben in den drei Tracks ausreichend Abwechslung geschaffen, ohne den progressiven Anteil zu hoch zu fahren. Unbedingt mal anchecken, da macht sich was Großes auf den Weg.

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