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Kera: Hysteresis

Erfüllen die Erwartungen bei weitem nicht
Wertung: 5/10
Genre: Progressive Death Metal
Spielzeit: 54:23
Release: 11.10.2017
Label: Independent

Dass die französischen Prog Deather Kera keine Mucke für „mal so eben zwischendurch“ machen, das hatten sie schon mit der Debüt-EP „Kera“ anno 2015 eindrucksvoll unterstrichen, eine pralle Standpauke, die den Prog-Anteil nicht zu hoch fahren lässt, aber auch immer eine Spur anstrengend bleibt. Auf voller Albumlänge wie nun bei „Hysteresis“ muss man entweder schon hart Prog-gesotten sein oder recht schmerzfrei, denn auch hier langen die Franzosen mit Abwechslung pur hin und vermischen zahlreiche Stile zu einem fiesen Bastard mit bedingtem Anspruch. Allerdings macht sich mit Ryan auch die neue Stimme – eingestiegen ist der Kerl ja schon früh in 2016, also weit vor der Albumproduktion – nicht immer ganz so wünschenswert positiv bemerkbar, nämlich immer dann, wenn die Core-Einflüsse seine Stimme beherrschen und diese einfach gepresst wirkt.

Und so bleibt die „Hysteresis“ in der Summe eine anstrengende, nicht immer ausgewogene Angelegenheit, denn kaum grinst man vor Begeisterung, schon wird einem der Schwung wieder genommen. Als bestes Beispiel kommt man da mit „Sirens“ weiter, unglaublich, wie man auf der einen Seite belanglos mit wenig Gitarrenarbeit und Powerdrumming langweilig durch die Botanik schieben kann, nur um dann im nächsten Augenblick durch schmachtende Leadgitarren und derbe Growls wieder interessant zu wirken – eben ein proggiges Wechselbad der Gefühle, welches im Finale durchaus auch mal mit leichten Coroner-Anleihen auf Punktefang geht. Spätestens jetzt ruft man sich auch wieder das Akustikklampfenintro mit den sirenenartigen Leadklampfen ins Bewusstsein, welches man mit einem „langatmig“ schon beiseite geschoben hatte.

Den immer wieder guten Eindruck zerstören Kera leider regelmäßig durch den wenig spannenden, immer wieder gepresst wirkenden Core-Gesang, wie er besonders das letzte Drittel der CD beherrscht. Das schon 2016 als Single veröffentlichte „Delusion“ beginnt wieder mit klampfiger Leichtigkeit, die Core-Vocals aber sind der letzte Krampf, da helfen auch die Gangshouts nicht mehr weiter. Erst mit den derben Growls wird wieder Leben hinein gepumpt.

Hier mal ein erhöhter Knattereffekt („Sanity Falls“), dort das härtere Brett wie in „Harbinger Of Doom“, doch kaum setzt Ryan mit seiner gepressten Schreierei ein, da geht der gute Eindruck gleich wieder flöten. Klar, die derben Growls sitzen auch hier satt, der Klargesang dagegen (ohne Emo-Zucker) ist dagegen schon ein wenig wackelig. Dann doch lieber das schon von der ersten EP bekannte „Silence“, welches so gar nicht leise mit reichlich Prog und Groove sowie einem perfekt abgestimmt melodischen Refrain schon zu den Highlights gehört. Immer wieder leicht fluffige Songstarts, erst in „Compos Mentis“ wird auch mal schwer schleppend kurz auf Doom gemacht, oder aber wie beim Rausschmeißer „Silence Slight Return“ mit seiner Mischung aus jazziger Fluffigkeit, uninspirierter Poppigkeit und blueslastiger Grundordnung, doch immer wieder taucht die unbeantwortete Frage nach dem roten Faden auf.

Ein wenig mehr als enttäuschend ist das am Ende schon, zumal die erste EP „Kera“ wirklich einen Impuls an die anderen großen Franzosenvertreter wie Gojira oder Hypno5e setzen konnte, nun aber eben wieder viel Luft nach oben vorhanden ist. Gut, ist erst das Debüt, doch nach der Vorlage hätte man mehr erwarten dürfen. Schade, so wird das nichts, da kommt man noch nicht einmal im wirklichen Mittelfeld unter.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann