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Ken Hensley: Blood On The Highway

Eine vertonte Lebensgeschichte
Wertung: 8.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 53:12
Release: 25.05.2007
Label: Rude Records

Wer Ken Hensley nicht kennt, der ist entweder zu jung oder hat keinen Rock`n`Roll im Blut. Er war der Sänger, Gitarrist und Keyboarder der Rocklegende Uriah Heep. Und nun arbeitet er daran, sich noch einen weiteren Traum zu erfüllen. Er will eine Rockoper schreiben und damit die Theaterbühnen der Welt besuchen. Teil 1 hat er nun mit diesem Album erledigt, am zweiten wird gearbeitet.

Aber lasst uns kurz über die Story reden, bevor ich auf die einzelnen Songs eingehe. Es geht hier um einen jungen Mann, der Rockstar werden will. Er gibt alles auf, was in seinem bisherigen Leben wichtig war: Familie, Liebe und Sicherheit. Die Geschichte erzählt schön von den Schwierigkeiten und dem steinigen Weg an die Spitze. Am Höhepunkt angekommen tauchen Drogen und ein übersteigertes Ego auf, welches dann ein Sterben der eigenen Musik mit sich brachte. Der Absturz kam unweigerlich und die Erkenntnis, dass die vielen Freunde keine waren. Sein ganzes Leben liegt praktisch in Scherben und es gibt nur noch einen Ausweg, er muss es noch einmal probieren. Also bittet er zum „The Last Dance“.

Die Geschichte ist richtig gut erzählt, was sicher auch damit zusammenhängt, dass sie autobiographische Züge enthält, die eigentlich nur mit Geschichten von befreundeten Musikern weiter ausgeschmückt wurde. Allein deswegen sollte man sich mit den Texten befassen, denn hier wird mit den unrealistischen Träumen des Starseins aufgeräumt.

“(This Is) Just The Beginning” ist ein locker flockiger Rock `n` Roll Song mit Coverdale mässigem Gesang, welches natürlich direkt klar macht, dass hier Jorn Lande die Stimmbänder erklingen lässt. Ein gelungener Ohrschmeichler, welcher sich wohlwollend im Schädel festsetzt. „We`re On Our Way“ rockt ebenfalls im 70er Jahre Stil. Aber als Hardrockfan kann da kein Bein still stehen bleiben. Hier teilt sich Jorn Lande übrigens die Vocals mit Ken Hensley, was sich richtig gut anhört. Tolle Songs, die Ken Hensley hier an den Start gebracht hat, besser sogar als die letzten Uriah Heep Scheiben.

„Blood On The Highway“ vermag es, eine seltsame Stimmung zu erzeugen. Irgendwie fühlt man sich von einer unterschwellig bedrohlichen Stimmung verfolgt, obwohl da auch die Aufbruchstimmung deutlich wird. Das Ganze mit einer kleinen Prise Blues versetzt, erzeugt schon fast Freudentränen, hinzu kommt diese tolle Gitarrenline.

„You`ve Got It“ hätte in den Achtzigern ebenso wie „Blood On The Highway“ einen Kultstatus erreichen können. Vielleicht hätte man noch eine prägnantere Leadgitarre einsetzen sollen, aber dafür wummert Ken Hensley`s Keyboard im Hintergrund, wie es sich für eine ordentliche Blues Hardrock Band aus den Siebzigern gehört. „Doom (Scene 1)“ ist kein richtiger Song. Dieser kleine 19 Sekunden Part dürfte eher nur für die Bühnenumsetzung wichtig sein und um die Storyline weiter zu führen.

„It Won`t Last“ wird dann von John Lawton intoniert, welcher ja auch bei Uriah Heep gezockt hat. Leider kann mich der Song an sich nicht so wirklich begeistern, da er etwas zu gleichförmig ist. Lediglich der Mittelpart mit den Gitarren sticht etwas heraus. Für meinen Geschmack vermochte es John Lawton nicht, genug Gefühl in seine Stimme zu legen.

Für „Think Twice“ konnte dann Eve Gallagher am Mikro gewonnen werden. Und allein dies vermittelt irgendwie den Eindruck, Tina Turner wäre in einen Jungbrunnen gesprungen. Unnötig eigentlich, zu erzählen, dass wir uns nun in reinen Rockgefilden bewegen. Nichts desto Trotz ein guter Song mit viel Emotionen. „Doom (Scene 2)“ ist dann wieder nur ein geeignetes Füllstück mit Sekundendauer.

„There Comes A Time“ ist dann leider der erste Song, der komplett an mir vorüber geht. Schade, auch deshalb, weil hier Ken Hensley zum ersten Mal allein singt. Vielleicht liegt das auch an dem eigentlich gut gespielten Alto Sax (Antonio Molto), welches einfach nur für meine Hörgewohnheiten zu ungewöhnlich ist.

„Okay (This House Is Down)“ rockt dann mal so richtig los voran. Gelungener Rock`n`Roller, welcher wieder von Jorn Lande geprägt wird. „What You Gonna Do“ ist dann der erste Auftritt von Glenn Hughes. Und dies ist zumindest für mich sehr schade, denn ich mag seine Stimme nicht wirklich. Ich weiß, dass ich damit relativ allein stehe, aber es ist halt so. Trotzdem muss ich zugeben, dass er den Song ganz gut gemeistert hat.

„Postscript“ ist eigentlich wieder nur ein kleiner Füller, um die Story weiterzuleiten, einige Sekunden mit Ken Hensley`s Stimme und einer Gitarre. Mit „I Did It All“ und Ken Hensley`s Stimme geht es dann aber wieder richtig weiter. Toller Bluesrocksong. Dieser Rückblick auf das Erlebte lässt Gänsehaut aufkommen.

“The Last Dance” wartet dann zu Ende hin mit Glenn Hughes`s hohen Vocals auf. Die Musik ist nun weiter weg als jemals zuvor vom Hardrock und vielleicht auch deshalb wird hier der perfekte Schluss für die Story zelebriert. Das The Alicante Symphony Orchester sorgt für den geeigneten Rahmen.

Fazit: Großes Kino von einem großen Musiker. Hier sollte jeder mal reinhören, der die Siebziger, wenn auch nur ansatzweise, kennengelernt hat, oder eben kennenlernen will. Dies alles ist aber in einem zeitgemäßen Sound aufgenommen worden. Trotzdem denke zumindest ich, wenn ich die Scheibe höre, immer wieder an die gute alte Schallplatte zurück.

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