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Kehlvin: The Orchard Of Forking Paths

Durchaus dichtes, gut verschachteltes Soundgebräu
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Metal, Post-Hardcore, Sludge
Spielzeit: 50:41
Release: 20.04.2012
Label: Divison Records

Wenn eine Promo-CD von Division Records hereinflattert, kann man sich ziemlich sicher sein, dass es sich um schwere Kost handelt – die Franzosen Dirge veröffentlichten hier das packend-neurotische „Elysian Magnetic Fields“ und auch die aus der französischen Schweiz stammenden Kehlvin haben sich zu einem guten Anteil dem Post-Hardcore mit all seinen Dissonanzen und Tücken verschrieben. Zusätzlich gibt es noch die nicht weniger komplexen Stile Prog Metal und Sludge auf die Ohren – da haben sich die Fünf eine Herkulesaufgabe aufgehalst, denn viele Bands kommen nicht mal mit einem einzigen dieser Stile zurecht. Mal sehen, was das Quintett auf „The Orchard Of Forking Paths“ reißen kann, das immerhin schon das Drittwerk nach dem Debüt „The Mountain Daylight Time“ aus dem Jahr 2007 und der „Holy Cancer“-EP von 2008 darstellt.

Von einem „Werk“ zu sprechen, ist hier wahrlich nicht zu hoch gegriffen – acht Songs auf 51 Minuten ist schon ein guter Durchschnitt und der leicht chaotische, aber doch irgendwie meist nachvollziehbare Sound der Schweizer macht das Album im ersten Durchlauf nicht unbedingt zu einer CD, die man mal so nebenbei anhören kann. Atmosphärisch dicht ist die Produktion gelungen, was man keinem Geringeren als Julien Fehlmann zu verdanken hat, der bereits die oben erwähnten Labelkollegen Dirge ebenso wie die deutschen The Ocean abmischte, dementsprechend kennt der Mann sich mit komplexen Sounds aus.

Die vorherigen Veröffentlichungen sind mir leider nicht bekannt, aber was Kehlvin auf „The Orchard Of Forking Paths“ abziehen, treibt einen jeden Freund übersichtlicher Melodien in den Selbstmord. Zwar kommt die Truppe lange nicht so verzwirbelt wie beispielsweise die Berliner Kollegen von Sleeve daher, aber straight klingt trotzdem anders. Da muss man sich nur mal das knapp sechs Minuten lange „Troy von Balthazar“ anhören, das zwar in den ersten Sekundenbruchteilen den Anschein eines ganz normalen Hardcore-Stücks erweckt, dann aber mit genial brechender Leadgitarre und wahnwitzigen Screams aufwartet. Selbst die eingestreuten Instrumentalpassagen werden nicht langweilig, obwohl der Track an sich bald schon eine lähmende Monotonie entwickelt, die aber perfekt zum erdigen Sludge-Sound passt und den Hörer eher hypnotisiert als langweilt.

„Melon Fucker“ erregt nicht nur mit dem herrlich vorstellbaren Titel Aufsehen, sondern auch mit über neun Minuten Länge, wobei Kehlvin sich natürlich nicht lange lumpen lassen und schon nach einem kurzen ruhigen Intro wieder voll loslegen. Ein bisschen erinnern sie hier an Hypno5e, obwohl diese einen transparenteren und weniger erdigen Sound verfolgen. Der Mann am Mikro schaukelt sich in ungeahnte Sphären und dürfte mit zu den ausdauerndsten Sängern des Genres gehören. Da wird dann ein samtiges Gitarrensolo durch scheppernde Drums unterbrochen und als Verschnaufpause genutzt, bevor das Geschrei wieder durch die Soundwand bricht.

Der finale Titeltrack scheint tatsächlich komplett instrumental zu sein, aber sieben Minuten lang? Ob das gut geht? Fast sommerlich kommt die Gitarre streckenweise daher, bevor der Bass sich wieder einmischt – hauptsächlich etwas Sludge-mäßig zähflüssig klingt das Teil, zwischendurch wird immer mal wieder deftig Fahrt aufgenommen, so dass wenig Langeweile aufkommt.

Der ganz große Wurf steht mit „The Orchard Of Forking Paths“ noch nicht ins Haus, dafür müssen Kehlvin noch einen ganzen Haufen mehr Abwechslung und Spannung mit einbauen. Das Prädikat „gut“ hat die Platte aber dennoch verdient, schließlich schaffen es die Schweizer, hier trotz teils recht langer Songs niemals wirkliche Langeweile entstehen zu lassen und immer einen dichten und erdigen Sound zu wahren.

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