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Keep The Promise: Ghosts Of Revenge

Streckenweise etwas stumpf
Wertung: 7/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 28:58
Release: 29.06.2018
Label: Bleeding Nose Records

Die italienische Hardcore-Combo Keep The Promise hat es sich zur Aufgabe gemacht, soziale wie politische Missstände möglichst laut in die Welt hinauszubrüllen. Hört man sich die neue, zweite Scheibe „Ghosts Of Revenge“ im ersten Durchlauf an, scheint dies durchaus gelungen zu sein – mit gleich zwei Sängern bestückt, bieten Keep The Promise natürlich doppelte stimmliche Aggressionen, untermalt wird das Ganze von teils ziemlich trockenen Rhythmen, man ist stellenweise an Body Count und Konsorten erinnert. Zudem haben sich auf „Ghosts Of Revenge“ noch ein paar Gäste eingeschlichen, die wohl hauptsächlich in der italienischen Szene bekannt sein dürften und ausnahmslos eine gute Figur machen – dazu aber gleich mehr.

2014 hatte sich die Truppe gegründet, gar nicht lange gefackelt und direkt das Debüt „A Peaceful Mission Of War“ veröffentlicht. Vier Jahre hat die neue Veröffentlichung also Zeit gehabt, in den Köpfen der Herrschaften zu reifen – herausgekommen sind neun ziemlich knallige Songs, die zwar nicht vor übermäßiger Kreativität strotzen, aber trotzdem erstaunlich schnell in die Füße gehen.

Spannend bei Keep The Promise ist neben der unbändigen Wut auch der Metalanteil, der sich immer wieder einschleicht. Da gibt es auf „A Dying Planet“ fast progressive Intervalle zu bestaunen, während „The Stench Of Evil“ mit einem genial düsteren Riffing überzeugen kann, das vor allem im Refrain fast Pagan-mäßige Züge annimmt und sich erstaunlich gut in den Song einfügt.

Beim wenig schmeichelhaft betitelten „Please Kill Yourself Now“ darf dann Marcella von End Of A Season Gufunero mithelfen, einer Band, von der man zumindest bei oberflächlicher Internetsuche nicht das kleinste Fitzelchen Information findet, deren Sängerin aber augenscheinlich prädestiniert zum Keifen ist. Im Gegensatz dazu bietet das Intermezzo „Ghost Animal“ fast schon einen zu ruhigen Konterpunkt, der die ganze Platte ein bisschen ausbremst, aber eine kurze Verschnaufpause kann man dann doch auch brauchen, wenn man ganz ehrlich ist. Immerhin geht es ja direkt danach ohne Umstände mit „Hell‘s Bedroom“ weiter, einem etwas skurrilen Titel, der die meiste Zeit eher etwas stumpf nach vorne prescht.

Das ist überhaupt das Hauptmanko, das man nach einigen Durchläufen anführen könnte: Keep The Promise klingen zeitweise ein wenig zu stumpf, Überraschungen warten zwar in Form gelegentlicher genialer Gitarrenriffs auf den Hörer, aber gerade wenn man zwei Sänger zur Verfügung hat, sollte man das ein bisschen besser ausnutzen. Trotzdem: „Ghosts Of Revenge“ ist ein knackiges Album, das man sich ruhig mehrmals anhören kann. Nur die Zimmereinrichtung sollte man dabei in einem Stück lassen.

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