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Keep Of Kalessin: Armada

Begeisterung allerorten garantiert
Wertung: 10/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 49:56
Release: 24.04.2006
Label: Tabu Recordings

Da ist doch etwas RIESENGROßES herangewachsen. Darauf würde ich meinen Allerwertesten verwetten. Keep Of Kalessin sind im epischen Black Metal die Stars von morgen. Dimmu Borgir, Cradle Of Filth usw. sollten und müssen sich mehr als warm anziehen. Mit „Armada” verweisen sie die letzten Scheiben genannter Bands deutlich auf die hinteren Ränge. Große Worte, meint ihr? Ich kann es leider nicht anderes sagen. 

Aber wer sind Keep Of Kalessin nun eigentlich? Gitarrist und Songwriter Obsidian C. legte bereits 1994 den Grundstein. Es folgten zwei Outputs über Avantgarde Music, die aber insgesamt nicht für helle Aufregung sorgten. Es schloss sich dann 2004 eine EP mit dem Titel „Reclaim“ an, für die Satyricon´s Frost an den Drums saß und sich Mayhem´s Attila am Mikro verausgabte. Das Teil kursierte aufgrund der „Starbesetzung“ durch einschlägige Fanzines und ließ zum ersten Mal richtig aufhören. 

Doch einer starken EP sollte bekanntermaßen ein starkes Album folgen. Dafür ließ sich aber Mastermind Obsidian C. zusammen mit Texter Torstein Parelius noch mal zwei Jahre Zeit. Gestärkt mit einem neuen Line-Up ging es dann an die Produktion für „Armada“. Und gerade die Produktion inkl. Sound, Cover usw. ist oberste Güteklasse. Es passt alles wie Arsch auf Eimer. Jeder Song kann mit einem eigenständigen Charakter aufwarten und verbindet alle Stärken von Keep Of Kalessin. 

Zu keiner Zeit kommt in Bezug auf die Arrangements Langeweile auf. Klar wurde rifftechnisch im Metal schon jeder Drop gelutscht. Also erwartet keine sonderlichen Neuerungen auf diesem Gebiet. Aber die Melodien, welche sich durch jeden einzelnen Song ziehen, sind einfach göttlich. Hymnen wohin das Ohr lauscht. Auch bei Songlängen von mehr als 6-7 Minuten wird dem Hörer keine sich ständig wiederholende Show geboten. 

Diese geballte Klasse entlädt sich dann auch sofort nach einem kurzen Intro in „Crown Of The Kings“. Sägende Gitarren, pfeilschnelles Tempo und eine tragende Melodie. Schweig still mein Herz. Ist das amtlich. Gesangstechnisch wird ein Pendeln zwischen Black- und Death – Attitüde aufgefahren. Das war´s schon? Nicht doch. Voluminöser Power-Gesang a la Grave Digger/Rebellion rundet die ganze Sache mehr als ab. Kurzgehaltene Akustikparts sind da nur ein weiterer Umstand, die den Song abwechslungsreich gestalten. 

Bei „The Black Uncharted” wartet die Band dann mit einem spanischen Flair bei den Akustikgitarren auf. Trotzdem bestimmen Blastbeats und Thrashparts, gepaart mit eingängigen Melodiebögen, das eigentliche Erscheinungsbild des Songs. Mit einem startenden Hubschrauber könnte man den Beginn des folgenden „Vengeance Riding“ verwechseln. Ein Tempo in den Abschlägen wie Metallica in ihren besten Zeiten. Hier gibt es genug Stoff, um die Matte ordentlich kreisen zu lassen. 

Dass sich Power Metal–Riffs im Wechsel mit schwarzer Raserei sehr gut in Szene setzen lassen, kommt bei „Many Are We“ deutlich zum Ausdruck. Für mich ein weiteres Highlight unter den Highlights.

Nach weiteren erstklassigen Tracks bietet „Deluge“ eine kleine Verschnaufpause. Eine einzelne Gitarre, Soundeffekte und ein Stimmengewirr künden eine drohende Schlacht an. Diese entlädt sich auch ohne Umschweife in den beiden letzten Songs. Ich will jetzt nicht noch weiter in Lobeshymnen verfallen, sonst denkt noch der ein oder andere, ich wurde vom Label dafür bezahlt. 

Oberamtlich geil und bisher in diesem Jahr und auch in den vergangenen 12 Monaten das absolute Spitzenalbum in diesem Genre. Durch ihre Vielschichtigkeit werden Keep Of Kalessin nicht nur Black Metal – Fans ansprechen, sondern ihre Fanscharen aus den verschiedensten Lagern rekrutieren. Das steht fest. Basta. 

In schwachen Momenten will ich behaupten, dass diese Platte einer Göttergabe wie Dissections „Storm Of The Lights Bane“ nur in wenigen, unbedeutenden Punkten nachsteht. Tabu Recordings, das derzeitige Label der Band, wird nicht viel Freude an der Band haben. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass die Band nicht mehr lange auf einem kleinen Label verweilt. Da warten die Branchenriesen. Hand drauf. Ich bin begeistert. Volle Punktzahl und noch einen obendrauf.

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