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Katatonia: Viva Emptiness (10th Anniversary Edition)

Guter Remix mit subtilen Veränderungen
keine Wertung
Genre: Dark/ Progressive Metal
Spielzeit: 58:11
Release: 02.11.2013
Label: Peaceville

Zum zehnjährigen Jubiläum des Albums legen Peaceville Katatonias Klassiker „Viva Emptiness“ neu auf und präsentieren dabei eine Version mit einem Bonustrack, komplettem Remix der Scheibe, leicht modifiziertem Artwork sowie zusätzlichen Keyboardspuren. Gerade letztere Tatsache verdeutlicht, dass hier tatsächlich einigermaßen Aufwand betrieben wurde und dieser Reissue nicht nur ein weiteres jener zahllosen Produkte darstellt, mit denen die schnelle Marie gemacht werden soll. Es wirkt fast, als sei Gitarrist Anders Nyström durch das kürzlich erschienene „Dethroned & Uncrowned“, wo die Songs des 2012er Werkes „Dead End Kings“ in ruhigeren, akustischeren Fassungen dargeboten wurden, auf den Geschmack gekommen und hat sich nun vorgenommen, auch die Tracklist von „Viva Emptiness“ ein wenig zu bearbeiten.

Im Gegensatz zu „Dethroned & Uncrowned“ ist in diesem Fall jedoch das Grundgerüst der Stücke geblieben und es wurden nur Details verändert; auffällig ist aber schon nach wenigen Minuten, dass der Sound um einiges transparenter und kraftvoller ist als auf der Original-Veröffentlichung – hier hört man das Remastering bzw. den Remix tatsächlich einmal heraus, schließlich gibt es genügend solcher Re-Release-Geschichten, bei denen man sich letztlich fragt, wo überhaupt der Unterschied zum Original sein soll.

Bei den zusätzlichen Keyboardspuren hat Nyström einen guten Job erledigt und genau die richtige Balance gefunden, damit man die Veränderungen zwar hört, das Ganze aber auch nicht over the top und durch zu viel Tastenkleister verwässert wirkt. Dennoch werden sicherlich nicht alle zufrieden sein, beispielsweise was die süßliche Keyboardmelodie betrifft, die über dem Refrain von „Evidence“ schwebt. Manch einem vielleicht schon zu viel des Guten, aber prinzipiell sind auch diese leicht variierten Arrangements sehr stilvoll. Ein feiner Musiker wie Anders Nyström hat aber eben das richtige Gespür.

Die auffälligste Veränderung ist ganz klar bei „Inside The City Of Glass“ auszumachen, das einen zusätzlichen Chorus und Text bekommen hat. Obwohl dieser grandiose Album-Abschluss als Instrumentalstück bestens funktioniert, ist auch die neue Version brauchbar, gerade die Effekte auf Jonas Renkses Stimme machen sich sehr gut. Bleibt lediglich die Frage, warum die Lyrics nicht im Booklet abgedruckt wurden, die des Bonustracks „Wait Outside“, der zwischen „Omertà“ und eben „Inside The City Of Glass“ gepackt wurde, hingegen schon. Das Lied fügt sich stilistisch problemlos ein, was aber auch kein Wunder ist, markiert es doch ein Outtake von „Viva Emptiness“, wurde allerdings schon einmal auf der „Black Sessions“-Compilation auf Tonträger verewigt.

Sicherlich nicht der stärkste Song des Albums (dennoch keineswegs schlecht), doch ansonsten hat die Platte ja bekanntlich eh nur Hits zu bieten, weswegen sie auch als eines der besten Katatonia-Werke gilt. Allein das Eröffnungs-Triple in Form von „Ghost Of The Sun“, „Sleeper“ und „Criminals“ hat es tierisch in sich, besonders erst- und letztgenanntes Stück sind unsterbliche Livestandards, die sich bestens mitsingen lassen. Und mit „Burn The Remembrance“, „Wealth“, „Complicity“ oder selbstredend dem bereits erwähnten „Evidence“ finden sich weitere absolute Oberkracher auf dem Silberling. Einzig „Walking By A Wire“, das nicht ganz mit dem restlichen Material mithalten kann, würde den glatten Zehner vielleicht verhindern.

Die Wertung schenke ich mir trotzdem, da es sich hier eben um eine Neuauflage handelt – eine, deren Anschaffung sich durchaus lohnt. Die Aufmachung in robuster Digipack-Form weiß zu gefallen, das leicht veränderte Artwork finde ich persönlich sogar noch etwas hübscher als das alte und der Sound ist vor allem einfach klasse; kräftiger, differenzierter, doch ohne an Atmosphäre einzubüßen. Als Fan muss man das Teil sowieso haben, als Sympathisant hätte man das Geld zumindest wirklich nicht zum Fenster herausgeschmissen.

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