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Katatonia: Dethroned & Uncrowned

Nette Alternative zu "Dead End Kings"
keine Wertung
Genre: Akustik / Progressive
Spielzeit: 46:10
Release: 13.09.2013
Label: KScope

Wer sich jetzt verwundert die Augen reibt und sagt: „Wie, schon wieder ein neues Katatonia-Album, ,Dead End Kings‘ erschien doch gerade erst im letzten Jahr?!“, wäre prinzipiell zwar zurecht erstaunt, dass die Schweden so schnell mit einem neuen Album daherkommen – allerdings sei gesagt, dass es sich bei „Dethroned & Uncrowned“ auch nicht um eine gewöhnliche, reguläre Platte handelt. Neues Material gibt es hier überhaupt nicht zu hören, vielmehr ist die Tracklist mit der von „Dead End Kings“ identisch, nur dass die Songs komplett umarrangiert wurden und in völlig anderem Gewand dargeboten werden. So ein bisschen scheint das derzeit ja in zu sein, denn My Dying Bride hatten vor einiger Zeit mit „Evinta“ eine ähnliche Veröffentlichung am Start, ebenso die Kollegen von Anathema in Form von „Hindsight“ und „Falling Deeper“.

Die Gesangsspuren sind dieselben wie beim 2012er Output, nur die Härte wurde ganz und gar herausgenommen, die Songs quasi entschlackt und auf ihr Wesentliches reduziert – der Titel „Dethroned & Uncrowned“ macht da absolut in Sinn und hat in Bezug auf den Titel „Dead End Kings“, worauf sich die Originalversionen befinden, schon ein bisschen was Geniales. Auch das tolle Coverartwork muss in dem Zusammenhang erwähnt werden. Jedenfalls: Statt der Katatonia-typischen, sägenden Breitwand-Gitarrensounds sind hier nur Keyboards, Streicher, Klavier, Akustikgitarren und vereinzelte Holzbläser anzutreffen – selten mal mit einem E-Gitarrensolo, das dann jedoch freilich nur clean und nicht verzerrt gehalten ist, angereichert. Auch auf das Schlagzeug wurde vollkommen verzichtet, sporadisch gibt es lediglich – wie bei „Lethean“ – programmierte Drums zu hören, die allerdings geschmackssicher eingesetzt wurden.

So oder so ist das Ganze superbe produziert und natürlich klasse gemacht (Anders Nyström ist aber schließlich auch ein erfahrener und sehr guter Musiker, der selbstredend weiß, was er tut), doch wenn man weiß, wie sich die Originale anhören und überhaupt die Band normalerweise klingt, muss man sich schon ein wenig reinhören und definitiv in der Stimmung für diese CD sein. Wenn jedenfalls die ersten Noten von „The Parting“ ertönen und man statt mächtigen Gitarrenwänden Klavier und Akustikgitarren hört, vermisst man zunächst schon etwas.

Andererseits wird Jonas Renkses wunderbare und einzigartige Stimme in diesen akustischeren Versionen zum Teil wesentlich deutlicher gefeaturet: Allein wie sein Gesang bei „Leech“ zum Tragen kommt, ist atemberaubend – emotionaler geht es wirklich nicht mehr. Auch solche kleinen Details wie der Hall auf dem Klavier am Anfang von „Hypnone“, der hier wesentlich passender erscheinende Mittelpart von „Dead Letters“ oder die melodisch leicht variierten Gitarrenparts bei „Ambitions“ haben etwas für sich und sind durchaus erwähnenswert. Wer diese Platte als Fahrstuhlmusik verhöhnt, tut der Band auf jeden Fall unrecht, dazu ist das Ganze zu stil- und anspruchsvoll arrangiert, aber bei dem Können der Jungs musste man sich in der Hinsicht ja auch eigentlich keine Sorgen machen. Sehr interessant ist auch die Neuversion von „Buildings“, die sich frappierend vom sehr wuchtigen, wütenden Original unterscheidet.

Eine Punktewertung kann man sich bei dieser Scheibe sparen, da die Songs eben bereits bekannt sind und auch wenn „Dethroned & Uncrowned“ sicher keines jener Alben ist, die man sich immer und immer wieder anhört, hat es zweifellos seine Daseinsberechtigung. Ein Album, das man glücklicherweise nicht als pure Geldmacherei ansehen muss, sondern das als nette Alternative zu „Dead End Kings“ durchgeht.

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