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Kataklysm: Heaven's Venom

Bei den Kanadiern ist die Luft raus
Wertung: 5.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 46:38
Release: 13.08.2010
Label: Nuclear Blast

Die Montréaler Death Metaller Kataklysm gehen kontinuierlich ihren Weg, von Album zu Album konnte man die Fanschar vergrößern; ein Erfolg, den sich die Gruppe um Frontsau Maurizio Iacono zu Beginn ihrer Karriere sicherlich niemals hätte träumen lassen. Dieser Erfolg ist wohl der Tatsache zuzuschreiben, dass man bei dieser Band weiß, was man bekommt: Eher simpel gehaltenes, zum Teil stumpf stampfendes Todesblei, hin und wieder veredelt durch ein filigranes Gitarrensolo, gekrönt von Iaconos geisteskrankem Gebrüll und Gekreisch.

Ähnlich wie bei den Schweden von Amon Amarth lautet das Rezept, einfach gut knallende Death-Metal-Hymnen zu schreiben, fernab technischen Geschredders à la Nile, Morbid Angel, Atheist und wie sie alle heißen. Das ist alles schön und gut, sorgt bei Konzerten für fliegende Matten und gereckte Fäuste und Pommesgabeln und Scheiben wie „Shadows And Dust“ oder „Serenity In Fire“ beinhalten eine Menge starkes Songmaterial und gelten durchaus zurecht in Fankreisen als Klassiker – doch irgendwie scheint es, als hätten Kataklysm ihr Pulver so langsam aber sicher verschossen. Zugegeben, die letzten Alben „In The Arms Of Devastation“ und „Prevail“ habe ich nicht mit voller Aufmerksamkeit gehört, aber schon hier war der Eindruck zu vernehmen, dass die Kanadier sich festfahren. Wie erwähnt, es ist völlig in Ordnung, wenn man auf Experimente und Innovation verzichtet und in einem bestimmten musikalisch abgesteckten Bereich bleiben möchte, doch besteht eben die Gefahr, dass das Ganze irgendwann zum Diebstahl bei sich selbst gerät oder zu Ermüdung oder gar Langeweile führt.

„Heaven’s Venom“ ist dermaßen voraussehbar und leider auch austauschbar geworden, dass es nicht mehr feierlich ist. Fast die gesamten 47 Minuten lang wird auf Midtempo gesetzt, Blastbeats gibt es fast gar keine mehr, von Uptempo kaum eine Spur und selbst der einstmals so vielseitige Maurizio Iacono wirkt uninspiriert und fast durch die Bank eintönig. Klar ist er immer noch besser als viele andere gesichtslose Death-Metal-Fronter und hin und wieder sind die Unterschiede zwischen Growls und Screams immer noch zu hören, aber für seine Verhältnisse ist das einfach zu wenig. 

Wirkliche Hits gibt es bis auf dem Opener „A Soulless God“ und „Numb And Intoxicated“ (letzteres ist allerdings wirklich geil geworden) eigentlich nicht, vielmehr plätschert alles unspektakulär vor sich hin und es bleibt kaum etwas hängen. Ab der Mitte hört man sich dann zu allem Überfluss auch noch stark nach Amon Amarth an („As The Wall Collapses“, „At The Edge Of The World“ und „Suicide River“), und ohne etwas gegen Johan Hegg und Co. sagen zu wollen, ist es wohl eher unnötig, wenn sich eine nordamerikanische Death-Metal-Combo nach einer schwedischen anhört, noch dazu einer, die selbst sehr erfolgreich ist. Die ehemals zahlreich vorhandenen Gitarrensoli sind kaum noch zu hören und wurden größtenteils gegen zahnlose melodische Passagen ausgetauscht, was die Chose zu einer äußerst faden Angelegenheit macht.

Hinzu kommt auch noch eine völlig seelenlose und übertrieben klinische Produktion (wie fürchterlich ist bitte der Drumsound?!), bei der viele sagen werden, dass sie tierisch ballert, die meiner Ansicht nach jedoch nichts als Fließbandware ist. Sorry Jungs - aber egal wie erfolgreich ihr inzwischen seid – dieses Album ist Murks, nicht mehr als Durchschnitt und teilweise sogar richtig langweilig.

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