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Karma To Burn: V

Ein Spaß für jeden Stoner-Fan
Wertung: 7.5/10
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 36:44
Release: 27.05.2011
Label: Napalm Records

Es war einmal eine kleine Musikschreiberin, die ihr Heil grundsätzlich vor allem in Geschrei und Geschredder fand. Das Stoner-mäßigste, das ihren kostbaren CD-Schrank berührte, war die Queens Of The Stone Age-Platte „Songs For The Deaf“ – bis sie feststellte, dass eine ihrer erklärten Lieblingsbands, Emil Bulls nämlich, auf ihrer Akustik-Liveplatte „Green Machine“ von Kyuss gecovert hatten. Schnell die Band angehört, ein Konzertticket bestellt und anderthalb Stunden lang John Garcia dabei zugesehen, wie er selbstvergessen vor sich hinröhrend mit seinem Mikroständer Liebe macht.

Es sind oft die Zufälle, die uns bestimmte Genres näherbringen, so wie in diesem Fall – Stoner Rock gehört inzwischen zu meinen erklärten Lieblingen, vor allem weil die erdig-steinigen Riffs bei 35 Grad im Schatten besonders schön schweißtreibend wirken. Kein Wunder also, dass die neue Karma To Burn-Scheibe auf meinem Schreibtisch landete. Nachdem sich die Band nach langem Hin und Her erst vor relativ kurzer Zeit wieder zusammenraufte und letztes Frühjahr das Comeback-Album „Appalachian Incantation“ veröffentlichte, auf dem neben Kyuss-Sänger John Garcia auch Year Long Disaster-Fronter Daniel Davies einen Gastauftritt hatte, liegt jetzt mit „V“ die schlicht betitelte neue Scheibe in den Regalen. Dass Karma To Burn eigentlich eine reine Instrumentalband sind, hat sie nicht davon abgehalten, selbigen Daniel Davies für drei Songs unter den Arm zu klemmen und ins Studio von Foo Fighters-Mastermind Dave Grohl zu schleifen, um die neue Scheibe einzuhämmern.

Da das Trio sich normalerweise nicht mit Sängern abgibt, fallen hier auch Songtitel weg – stattdessen gibt’s nummerierte Tracks, lediglich die drei Stücke mit Daniel Davies tragen richtige Titel. Für Menschen, die vor allem auf Vocals achten, sind Karma To Burn natürlich erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, die knackigen Riffs reißen aber recht schnell mit, angefangen beim dynamischen „47“, das den munteren Reigen einleitet. Die Herren Rich Mullins am Bass, Will Mecum an der Gitarre und Drummer Rob Oswald beschwören eine staubige Wüstenlandschaft herauf, in der sich bratende Gitarren, tighte Drums und ein wummernder Bass zu feinem Stoner Rock vermischen.

„The Cynic“ bildet dann den ersten Vocal-Einschnitt: Der Year Long Disaster-Fronter präsentiert sich passend mit verzerrter, leicht resignierter Stimme, die noch eine Spur trockener daherkommt als die Instrumentalfraktion. Eine feine Sache, die aber von dem folgenden „49“ fast an die Wand gespielt wird. Das Stück beginnt zwar schleppend und ein wenig holprig, entwickelt dann aber ein großartiges Mainriff, das man erst nach langer Zeit wieder aus dem Kopf bekommt. So muss sich guter Stoner Rock anhören, und solche Tracks überzeugen dann selbst ohne einen Sänger.

„Jimmy Dean“ bringt dann einen sehr psychedelischen Einschlag mit in den Sound, der teilweise stark an Monster Magnet erinnert – zu einem nicht unerheblichen Teil trägt Daniels wabernde Stimme zu einem etwas duseligen Kopfgefühl bei, das man beim Hören des Tracks unweigerlich bekommt; das Gitarrensolo durchbricht den Psychedelic Rock aber bald und fräst sich ins Großhirn. Zu guter Letzt huldigen Karma To Burn den Urvätern des schleppenden Riffs, indem sie Black Sabbaths „Never Say Die“ covern und auch hier hat man das Gefühl, beinah in den Siebzigern gefangen worden zu sein – natürlich ist Daniel Davies nicht Ozzy Osbourne, aber viel fehlt nicht, und man könnte die beiden Stimmen glatt verwechseln.

Fazit: Karma To Burn haben einmal mehr bewiesen, dass man keinen Sänger braucht, um wirklich mitreißend zu sein; die Tracks auf „V“ reißen fast alle mit und machen das Headbangen beinah unabdingbar. Die Songs, auf denen Davies mit von der Partie ist, gehen zu zwei Dritteln als absolute Anspieltipps durch und sollten auf Repeat gestellt werden.

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