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Karma To Burn: Arch Stanton

K2B brauchen keinen Sänger
Wertung: 8,5/10
Genre: Instrumental Rock, Stoner Rock
Spielzeit: 37:21
Release: 15.08.2014
Label: Faba & Deepdive Records

Karma To Burn haben den Groove gepachtet. Nicht den brutalen Metalgroove, dafür aber den trockenen, räudigen Groove der Stoner-Fraktion, der die Kehle durstig nach Bier schreien und den Kopf mitwippen lässt. Und das alles ohne Sänger. Bereits seit 1997 zieht das Duo (bzw. Live-Trio mit Bassverstärkung durch The Exploited-Basser Irish Rob) aus West Virginia schon durch die Länder, von 2002 bis 2009 wurde eine Schaffenspause eingelegt, nur um dann mit der „Appalachian Incantation“ zurückzukehren. Letztes offizielles Studioalbum war „V“, das 2001 herauskam und seinerzeit 7,5 Punkte abräumte – und das, obwohl die Schreiberin dieser Zeilen sehr auf Sänger fixiert ist.

Wie schon auf „V“ sind auch auf der neuen Platte „Arch Stantion“ die Tracks nicht betitelt, sondern nummeriert. Gab es auf dem Vorgänger noch einige gesangliche Gastauftritte, wird dieses Mal voll und ganz auf instrumentale Verköstigung gesetzt, aber hey – Karma To Burn brauchen wirklich keinen Gesang, um vollends zu überzeugen. Lediglich als Sahnehäubchen würden Sänger hier Sinn machen, andererseits würde dann vielleicht die sandig-staubige Wüstenatmosphäre zerstört, die sich auf „Arch Stanton“ so wunderbar aufbaut. Ein bisschen ist man an alte Western erinnert, was im finalen „Fifty-Nine“ noch durch ein „Spiel mir das Lied vom Tod“-mäßiges Einsprengsel untermauert wird.

Überraschend trifft einen die Leadgitarre bei „Fifty-Three“, die so oder ähnlich durchaus von Tool hätte stammen können und ein entsprechend düsteres Flair verbreitet, dabei kommen die leicht hektischen Drums, die Evan Devine kredenzt, natürlich wunderbar gelegen, um das Gefühl der Beklemmung beim Hörer noch ein bisschen zu steigern.

Dabei legen Karma To Burn zu Beginn der Platte bei „Fifty-Seven“ noch ein etwas rasanteres Tempo an den Tag, rocken ordentlich drauflos und schaffen es auch ohne Sänger, dass sich die Tanzbeine wie von selbst schwingen. Schon im Folgenden „Fifty-Six“ wird das Tempo deutlich gedrosselt und mehr auf Atmosphäre gesetzt.

Wer sich übrigens bei der Tracklist wundert, was ein Song mit der Nummer „Twenty-Three“ in der Fünfziger-Reihe verloren hat: Hierbei handelt es sich um ein Lied aus den früheren Tagen der Bandgeschichte, der aber bisher noch nirgends live gespielt oder aufgenommen wurde und hier quasi seine Taufe feiert. Der Sound scheint nicht ganz so druckvoll zu sein wie auf dem restlichen Album, insgesamt fügt sich das Stück aber sehr gut ein, wenn auch die neuen Sachen eine Spur mehr Finesse aufweisen können.

Man muss schon sagen, egal wie dominant die Gitarre wirkt, gerade bei Tracks wie „Fifty-Eight“ ist das Drumming so schön massiv, dass man sich eigentlich für die Dauer des Songs nur darauf konzentrieren möchte. Natürlich muss man „Arch Stanton“ als Ganzes sehen – und das beweist eindeutig, dass Karma To Burn einfach keinen Sänger brauchen. Und das sage ich, als Sängerfetischstin. Das muss schon was heißen.

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