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Karg: Von den Winden der Sehnsucht #2

Tief, klar, ehrlich und frei
Wertung: 8/10
Genre: Ambient Black Metal
Spielzeit: 77:30
Release: 06.12.2010
Label: Karge Welten Kunstverlag

Nach dem Debütalbum „Von den Winden der Sehnsucht #1“ kommt nun das zweite Album des Ein-Mann-Projekt Karg ans Tageslicht. Dabei bildet dieses Album schon namentlich ein direktes Sequel zum Erstling: „Von den Winden der Sehnsucht #2“.  Was dieser Titel an Kreativität nicht herausholen kann, macht bei Karg aus Österreich dafür die Musik wett.

„Von den Winden der Sehnsucht #2“ ist ein Paradebeispiel für Ambient Black Metal. Das hohe Keifen des Sängers ist verknüpft mit facettenreichen Melodien, die den Hörer in eine weite Klangwelt entführen. Sie nehmen eine regelrecht erzählende Position im Slow- bis Mid-Tempo ein. Besonders tragend für die Melodien ist die Lead-Gitarre, die sich sehr kreativ zeigt und sich in „Ruhe unsanft“ zu fast schon verworrenen Passagen aufschwingt. Bei einem Ein-Mann-Projekt ist kaum verwunderlich, dass es sich bei der E-Gitarre um eines von wenigen Instrumenten handelt, die bei diesem Album verwendet werden. Viele CDs verlieren schnell an Tiefe, wenn nur Gesang, Gitarre und Schlagzeug eingesetzt werden, nicht aber so bei Karg. Obwohl die Musik hauptsächlich nur aus diesen drei Elementen zusammengesetzt wurde, bietet dieses Album eine weitreichende und abwechslungsreiche Atmosphäre.

Ohne dass man die Lyrics versteht, erzählt diese Musik von Träumen und Geschichten, von Licht und von Schatten. Unterstützt wird dieser Eindruck von eingestreuten Ausschnitten aus Filmdialogen, die sehr kurz gehalten sind, aber in fast allen Liedern des Albums auftauchen. Außerdem kehrt die Musik immer wieder zu ruhigen Passagen zurück, welche dem Album zu einer noch weiteren Atmosphäre verhelfen. In „Ruhe unsanft“ finden sich zudem passende Streicher und auch Meeresrauschen bekommt beim Titel „Grabestau“ Raum.

Der Klang des Albums ist in Black-Metal-Manier recht unsauber und, was das Schlagzeug betrifft, leider auch etwas dumpf. Das Keifen des Sängers ist ausdrucksstark und authentisch wie unverständlich. Es fällt aber auch schnell auf, dass der Gesang an die Kreativität der E-Gitarre bei Weitem nicht herankommt. Er bleibt über das gesamte Album ziemlich gleich, was den Hörgenuss des Albums auf Dauer mindert. 

A propos Dauer: Diese ist bei „Von den Winden der Sehnsucht #2“ besonders sprunghaft. Sieben Tracks scheinen auf den ersten Blick nicht für ein sehr lang anhaltendes Album zu sprechen. Sieht man sich jedoch die Lieder genauer an, stellt man schnell fest, dass es Karg nicht schwer fällt, seine Songs enorm zu entfalten. Zehn-minütige Tracks sind dabei keine Seltenheit, reichen aber trotzdem nicht an „Grabestau“ heran, welches sich genüsslich auf über zwanzig Minuten ausdehnt. Da ist es kaum verwunderlich, dass einem der erste Song „Ich bin gefallen“ mit seinen durchschnittlich drei Minuten Länge wie ein Intro vorkommt.

„Von den Winden der Sehnsucht #2“ entpuppt sich als ein tief gehendes, wohl durchdachtes Album. Obwohl die Titel sehr zu Kitsch neigen, ist die Musik frei von überschwänglicher, falscher Romantik. Ihr Ausdruck ist klar, ehrlich und Gedanken vertieft. Eine erdrückende Melancholie oder vom Hass geprägte Schwermut, die bei diesem Genre häufig anzutreffen ist, wird man hier nicht finden. Es ist selten, dass ein anfänglich so alberner Titel sich als so passend und ernsthaft herausstellt wie bei diesem Album, denn nichts anderes wird hier vertont als die „Winde der Sehnsucht“. 

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