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Kaosphere: Kaosphere

Ein deftiges erstes Lebenszeichen
Wertung: 8/10
Genre: Metal, Groove Metal, Neo-Thrash, Metalcore
Spielzeit: 23:01
Release: 13.04.2018
Label: Eigenproduktion

Es gibt so einige Länder, bei denen man automatisch aufhorcht, wenn eine Band diese als Heimat angibt. Australien ist so ein Land, das fast schon exotisch anmutet im weiten Rund der Metalwelt, umso gespannter war die Community auf die Debüt-EP der Aussies Kaosphere, die als Einflüsse unter anderem Bands wie Devildriver, Pantera oder Sepultura angeben. Dabei übertreibt der Fünfer nicht mal, denn obwohl die Musik der Truppe als „Metalcore“ gehandelt wird, finden sich doch einige Groove- und (Neo-)Thrash-Versatzstücke, ganz zu schweigen davon, dass Kaosphere mit Ricci Dyer einen variablen und brutalen Fronter ihr Eigen nennen können.

Dass es bei solch einer Grundlage nicht um Blümchen und Zuckerwatte gehen würde, war eh klar, Kaosphere zeichnen aber gleich ein sehr düsteres Bild unserer Gesellschaft: Schon das Intro „The Beginning“ zitiert eine Science-Fiction-mäßig anmutende Passage aus dem hierzulande vermutlich nicht allzu bekannten Film „My dinner with Andre“, in dem der Protagonist seine Angst beschreibt, dass sich nach der Ausbreitung der Roboter niemand mehr an die menschliche Spezies erinnern werde. Dergestalt deprimierend gestartet, kann man sich sicherlich gut vorstellen, in welche Richtung die kommenden sechs Songs driften könnten.

Entsprechend düster geht es mit „Brothers In Arms“ weiter, einem schleppenden Groove-Brocken, der sogar mit einer Art klarem Sprechgesang startet, was man nun von einer Metalcoreband erst mal nicht erwartet hätte. Schon die Gitarren zeigen auch einen ordentlichen Heavy-Metal-Einschlag, recht flott steigt die Truppe in den eher thrashigen Songpart ein, wobei vor allem Sänger Ricci deutlich zur Masse beiträgt – zwischen dem erwähnten Sprechgesang, ordentlichen Shouts und heiserem Geschrei findet sich mehr als genug Platz zum Headbangen. Ein schöner, überraschend unangestrengter Einstand, den die Australier hier bieten.

Definitives Highlight der EP ist dann sicherlich das auch als Video veröffentlichte „Chokehold“, das nicht nur deutlich flotter und breakdownlastiger daherkommt, sondern auch tatsächlich ziemlich US-Metal à la Devildriver atmet. Ricci macht Altherrenkollege Dez Fafara beinah schon Konkurrenz, wobei hier durch die schwer an Anfang-2000er-Crossover gemahnende Bridge auch schon mal nostalgische Gefühle in Gedenken an Coal Chamber wach werden.

Das gerade mal acht Sekunden dauernde „The Middle“ schürt mit seinem „Orwellian nightmare“ dann noch ein bisschen mehr die ohnehin vorherrschende Paranoia, „Forsaken Shadows“ entwickelt sich dann dafür zu einem richtig fiesen Stampfer, bei dem sicherlich Headbanger und Pogofreunde ihre helle Freude haben werden. Allein schon die mitreißende Gitarre lädt zu mehr Bewegung ein und bietet eine schöne Ohrwurmgrundlage. Schade nur, dass man sich das finale Outro „The End“ gut hätte sparen können – auch hier wieder Filmsamples, was unterm Strich drei von sieben Songs zu Zwischenstücken macht.

Damit hat es sich dann aber eigentlich auch schon mit Kritikpunkten, denn was Kaosphere auf den restlichen Songs bieten, ist ordentlicher Metal, der sich kaum kategorisieren lässt. Die Australier mischen munter alles was groovt und machen daraus ihre ganz eigene Metalmischung, die von vorne bis hinten zündet. Ein oder zwei „richtige“ Songs mehr hätten noch an der Punktewertung reißen können, aber auch so kommt man um eine Mindestwertung von acht Zählern nicht herum.

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