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Kanon X Kanon: Koi No Doutei

Zuckerhaltiger J-Pop mit intelligentem Songwriting
Wertung: 7/10
Genre: J-Pop
Spielzeit: 13:17
Release: 19.10.2011
Label: Gan-Shin Records

Zweimal Kanon und zwei Singles – so beginnt das Projekt Kanon X Kanon seine Europa-Karriere und fällt zwischen den ansonsten eher rockig angesiedelten Acts von Gan Shin mit seiner poppig-schrillen Ausrichtung eindeutig aus dem Rahmen. Natürlich ist der Bandname dabei nicht zufällig gewählt, denn das Duo besteht aus zwei in der japanischen Musikszene weithin bekannten Gesichtern: Gitarre und Songwriting übernimmt An Cafe-Bassist Kanon, während Kanon Wakeshima sich um den Gesang kümmert und selbstverständlich auch ihr charakteristisches Cellospiel einsetzt.

Bei zwei so unterschiedlichen Musikern stellt sich natürlich die Frage, was dabei herauskommt, wenn diese ihre jeweilige Herangehensweisen miteinander verschmelzen lassen – da der männliche Kanon dabei Hauptverantwortlicher für die musikalische Ausrichtung ist, verwundert es nicht weiter, dass das Projekt sich recht nahe an der Hauptband des Instrumentalisten hält und mit schillernden, poppigen Sounds aufwartet, wobei die rockige Komponente An Cafés größtenteils entfällt und J-Pop in einer seiner individuelleren Formen weicht. Nichtsdestotrotz hat auch Kanon Wakeshima einen nicht zu unterschätzenden Anteil an den Songs und prägt diese mit ihrer Stimme stark – dabei scheint es zunächst ungewohnt, die für gewöhnlich von Moi Dix Mois-Kopf Mana produzierte Musikerin mit zuckersüßer Stimme singen zu hören, scheint diese Attitüde von ihrem neoklassisch ausgerichteten Soloprojekt doch gänzlich unbekannt.

Die Single „Koi No Doutei“ wartet dabei mit zwei regulären Songs und einem Remix auf, der ebenfalls auf dem titelgebenden Song aufbaut. Dieser startet die Single äußerst energetisch und erstrahlt in glitzernden Synthies, blubbernden Basslines und dezent begleitenden Klavierklängen, während der treibende Beat ein recht hohes Tempo angibt, zu dem Kanon Wakeshima ihren ebenso rasanten, mädchenhaften Gesang beisteuert und speziell im Refrain den Song zu einem klebrigen, aber nach einer Weile unwiderstehlichem Ohrwurm macht – ein auflockerndes Cello-Solo rundet den Track ab und sorgt für Wiedererkennungswert. Die B-Side „Ren Ai No Susume“ kommt anschließend etwas getragener und mit fast durchgängiger Streicherunterstützung daher, ist aber ebenfalls mit einem eingängigen, dieses Mal Kopfstimmen-lastigen Chorus und einem weiteren Cello-Auftritt ausgestattet, wohingegen der „Madmaid 17's DT Bassline Remix“ vom Titelsong das ursprüngliche Stück Musik kaum noch wiedererkennen lässt: Wilde Elektronik zwischen Videospielsounds und Dubstep binden Kanons Stimme nur verfremdet und zerschnitten ein, wodurch eine ebenso abgedrehte wie gelungene Neuinterpretation von „Koi No Doutei“ entsteht, die die Single noch einmal deutlich aufwertet.

Selbstverständlich wird Kanon X Kanon bei den meisten Lesern von The-Pit.de auf eher wenig Gegenliebe stoßen, denn letztendlich ist hier immer noch von lupenreinem und zudem mit gehörigem Bubblegum-Faktor gesegnetem Pop die Rede – wer jedoch sowieso ein Faible für japanische Musik und J-Pop im speziellen hat, sollte hier auf jeden Fall zugreifen, denn dank seiner Erfahrung mit Rocksongs bei An Café versteht es Kanon hervorragend, enorm eingängige, aber nichtsdestotrotz gut durchdachte Songs zu schreiben, die in der Einheit mit Kanon Wakeshima umso ansprechender umgesetzt werden. Da hierbei vor allem die Cello-Soli positiv auffallen, könnte man insbesondere in diesem Bereich in Zukunft noch einiges mehr an Eigenständigkeit herausholen.

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