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Kampfar: Mare

Ein wuchtiger Kampf gegen ausgedünnte Melodien
Wertung: 7/10
Genre: Black Pagan Metal
Spielzeit: 45:24
Release: 25.03.2011
Label: Napalm Records

Nach siebzehn Jahren Bandbestehen und vollen vier Alben ist Kampfar noch nicht die Lust auf Black Metal vergangen. Auch bei ihrem aktuellen Album „Mare“ kreischen und schrammeln die drei Norweger durch ihr schwarzes Metall und legen dabei erneut einen melodiösen, leichten Pagan-Anteil an den Tag.

Auf „Mare“ besticht von Anfang an der wuchtige Klang, der dem Album eine sehr satte und dunkle Grundstimmung verpasst. Dazu steuert, wie nicht anders zu erwarten, das Schlagzeug einen großen Teil bei, welches sich zudem durch ausgeglichene und abwechslungsreiche Taktwechsel hervortut. Aber auch die Gitarre ist ein wichtiger Bestandteil der Musik von Kampfar. Mit niederschmetternden Riffs einerseits und unheilvorhersagenden Melodien andererseits ist sie auf „Mare“ durchgehend präsent. Ihre unsaubere und dunkle Spielweise passt sich wunderbar in die Grundstimmung ein. Struktur und Konzept sind bei Kampfar hörbar gegeben. Jeder der drei Mannen weiß, was er und wann er es zu tun hat. Dadurch verhindern die Norweger in einen undeutlichen Wust zu verfallen, der jegliche Details  vermissen lassen würde.

Auch der langjährige Sänger Dolk ist natürlich wieder auf „Mare“ vertreten. Mit seinen rauen und dunklen Screams öffnet er einen akustischen Schlund zur Hölle und zieht den Hörer dadurch ein Stück weiter in die Tiefe von Kampfar hinab. Auf „Mare“ macht aber auch der interessante Gegensatz der schwarz metallischen Härte zu den zarten Keyboardmelodien einen Reiz aus. Songs wie „Ildstemmer“, „Trolldomspakt“ oder „Altergang“ beginnen fast Balladen gleich, nur um kurz darauf unvorbereitet von der hereinbrechenden Metal-Härte überrannt zu werden.

Doch auch „Mare“ hat seine Schwächen, die Kampfar leider nicht verbergen können. Ein sehr deutliches Manko ist die Schwäche der Band, ihre musikalischen Ideen unnötig auszudünnen. Die interessanten und auflockernden Melodien werden im Laufe der Lieder nicht fortgeführt. Stattdessen unterliegen diese kreativen, aber sehr kurzen Abschnitte endlosen Wiederholungen, die die Lieder im Folgenden prägen. Mit jeder Wiederholung geht der Hörspaß leider kontinuierlich weiter verloren, obwohl man von den Melodien an sich angetan ist.  Die Vocals klingen, wenn auch überzeugend düster vorgetragen, typisch und altbekannt und lassen keinerlei nennenswerte neue Einflüsse erkennen. Aber nicht nur die Vocals, auch die instrumentale Seite der Musik lässt Höhepunkte vermissen. Zu häufig verfallen Kampfar in einen gewissen Trott und spielen ihre Stücke so dahin; bestes Beispiel: „Trolldomspakt“. Mehr Keyboardeinsatz als Gegengewicht hätte diesem Lied sicher zu einer besseren Balance verholfen. Energische Rhythmik und spürbare Dynamik kommen fast ausschließlich bei „Huldreland“ und „Altergang“ auf. Diese können ausnahmsweise einmal deutlich mitreißen und überzeugen dadurch leicht den Hörer. Ansonsten kämpfen Kampfar auf ihrer fünften Scheibe leider viel zu sehr gegen die selbst konstruierte Langatmigkeit an und können nur mäßigen Erfolg vorweisen. Einzig der überzeugend volle, wuchtige Klang rettet die Norweger vor einem Punkte-Abstieg und sichert ihnen trotz Schwächen 7 von 10 Punkten. 

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