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Kalypso: Nyktophobie

Debütalbum ohne zündende Momente
Wertung: 4/10
Genre: Metalcore, Death Metal
Spielzeit: 34:41
Release: 15.01.2011
Label: Rock Range Records

Laut griechischer Mythologie ist Kalypso eine Meernymphe, die auf einer unbewohnten Insel gelebt haben soll. Die sechs Herren, die sich 2008 zu einer Band dieses Namens zusammenschlossen, kommen allerdings nicht aus der Einsamkeit, sonder aus der niedersächsischen Stadt Lingen. 2009 gab es mit der EP „Kugelfisch“ den Einstieg und seither durfte man bereits Szenegrößen wie Bring Me The Horizon und We Butter The Bread With Butter supporten.

Im Januar 2011 erschien nun folgerichtig ihr Debütalbum „Nyktophobie“, welches als kostenloser Download bereitgestellt wurde und mittlerweile auch als Pressling erhältlich ist. Dabei setzen Kalypso ebenso auf deutschsprachige Texte wie zum Beispiel Narziss oder Callejon. Wer sich für diese interessiert, muss allerdings den Umweg über die bandeigene Myspace-Seite gehen, denn zu verstehen sind die Lyrics maximal als Wortfetzen. Eine Tatsache, die durchaus sehr zu bedauern ist, da hier wirklich schon ansprechendes, düster aufrüttelndes Songwriting geboten und somit ordentlich Potential verschenkt wird.

„Euer Niedergang“ ist der krachende Einstieg zum Thema Weltuntergang. Die Gitarren feuern los und knallen sicher auch ordentlich, jedoch sind die Riffs zum Teil recht simpel und scheinen sich ständig zu wiederholen, so dass sich beim Hörer recht bald die ersten Ermüdungserscheinungen breitmachen. Dies ändert sich auch beim kommenden Song nicht wirklich und auch das Gemisch aus shouten und growlen lässt die Monotonie nicht verschwinden.

Ein erster kleiner Lichtblick ist „Testreihe Pharao“, hier wird es endlich etwas abwechslungsreicher und die Wechsel der Vocals von Olli und Kolja funktionieren ebenfalls deutlich besser. Dem schließt sich das erste Instrumentalstück mit ruhigen, fast schon sphärischen Klängen an und gibt damit ein einminütiges Intro für den kommenden Song „Kranke Nacht“, mit dem die Lingener wieder in gewohnt geradlinigem, schnörkellosem Stil los schrubben.

„Gebrochen“ ist das zweite Instrumental, welches die Klänge des vorherigen Songs aufnimmt, mit einem Vinyl-Scheibenknistern unterlegt wird und einen guten Übergang zu „Straussentaktik“ gibt. Die anschließende „Grabrede“ wird in die Gehörgänge geprügelt, um schließlich mit „Unter der Asche“ den letzten Song anzustimmen. Dieser ist mit Abstand das beste Stück des Presslings. Die bedrohlich klingenden Gitarrenparts gehen mit abwechslungsreichen Schrei-/Grunz-Attacken einher und bilden ein versöhnliches Ende. Jedoch ist eher fraglich, ob sich jeder Hörer bis an diese Stelle durchkämpft.

Kalypso liefert mit ihrem Debüt ein Konzeptalbum, welches durchaus durchdacht ist. Die Songs sind passend zum Titel der CD geschrieben und in der Reihenfolge auch gut aufeinander abgestimmt. Leider war es dies schon mit positiven Gesichtspunkten. Die Niedersachsen ballern sich zwar ordentlich in die Ohren, aber dies auf eine teils simple und vor allem recht austauschbare Art und Weise. So wirken die Stücke oft sehr monoton, einfallslos und auch in den Gesangsleistungen alles andere als ausgereift. Das Brüllen hat nicht annähernd mit dem eines Löwen zu tun, sondern wirkt eher sehr handzahm und könnte deutlich mehr Druck und Aggressivität vertragen. Da sich die Metalcorer momentan im Studio befinden, kann man nur hoffen, dass diesmal etwas mehr Wert auf die handwerklichen Leistungen gelegt wird. Dieses Werk kann man bestenfalls als Durchschnitt bezeichnen.

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