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Kalt: Der Sturm

Eher ein Narkotikum als eine CD
Wertung: 3.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 54:53
Release: 20.04.2012
Label: Echozone

Kalt könnte man kennen, muss man aber nicht. Garden Of Delight sind da im Genre Gothic Rock schon eher ein Begriff und hier lässt sich dann auch die Brücke schlagen, denn GOD-Gitarrist Mike York ist mittlerweile mit seiner eigenen Truppe – nämlich Kalt – schon beim zweiten Album angekommen. Dass der Mann sich zuvor aufs Saitenzupfen beschränkt hat, lässt sich dadurch erklären, dass der Musiker nicht unbedingt ein Sänger vor dem Herrn ist; das hält ihn nun mal aber gar nicht davon ab, auf „Der Sturm“ ebenso wie auf dem „Dein Gott“-Debüt als Vokalist zu fungieren und den Songs, diesmal ausschließlich auf Deutsch, seinen recht monotonen Stempel aufzudrücken.

Bis zu einem gewissen Grad ist Monotonie im Gothic- wie auch im Black-Metal-Bereich durchaus erwünscht, unterstreicht die Gleichförmigkeit doch die Ödnis des Sterblichen und die fehlende Spannung im tristen Alltag. Montonie kann also durchaus dazu beitragen, die düstere Stimmung zu unterstreichen, aber „Der Sturm“ ist zumindest im ersten Durchgang wirklich ein Paradebeispiel dafür, dass man zwischen Montonie und Eintönigkeit unterscheiden können sollte.

Eine Blaupause ist der Titeltrack – was vollmundig als „episch und schwermütig“ beschrieben wird, ist nichts anderes als lahmarschig und einschläfernd, völlig abgesehen davon, dass man sich, sollte man den Song öfter anhören, vorkommt wie auf Valium. Witzigerweise beeindruckt dann ausgerechnet das fast elf Minuten lange Instrumentalstück „Im Auge des Sturmes“ durch raffinierte Arrangements.

Im Gesamtbild ist „Der Sturm“ durchaus ein düsteres Album, allerdings scheint man hier eher nach dem Prinzip „je schleppender das Riff, desto düsterer“ zu leben, was bei vielen Doom-Bands ja durchaus ankommt, bei der Kalt-Platte aber nicht so funktioniert wie gedacht. Dabei hat man sich sogar zur allgemeinen Unterstützung im Vocalbereich die Die-Laughing-Sängerin Rachel dazu geholt, die unter anderem auf „Allein“ aushilft, aber ganz ehrlich, wenn das Spiel à la „Die Schöne und das Biest“ nicht perfekt gemacht ist, kann man es gleich lassen. Die Dame hat zwar keine schlechte Stimme, passt aber erstens nicht so recht zu Mike und zweitens ist sie leider nicht imstande, die betreffenden Stücke weiter aufzuwerten.

Im Gegensatz dazu (und eigentlich zu fast allen anderen Tracks auf der CD) kann „Was du hast“ wirklich durchweg überzeugen. Das leicht gelangweilte Organ des Fronters wird passend eingesetzt, dazu gibt es hier und da weibliche Akzente sowie einen durchaus Ohrwurm-tauglichen Refrain mit ordentlich Gothic-Drive. So muss das klingen und nicht anders, aber die Freude hält in diesem Fall nicht besonders lange – „Mach die Augen auf“ schleicht dann wieder trantütig vor sich hin, dass man den Wunsch verspürt, den Skipknopf lange gedrückt zu halten, um das Ganze ein bisschen zu beschleunigen.

„Die Kälte“ erinnert im Refrain ein bisschen an die cleanen Sachen von Eisregen, kann aber der Extreme-Vorzeigetruppe nicht mal ansatzweise das Wasser reichen und befindet sich auch sonst eher im soliden Mittelfeld der Platte. Auch gegen Ende der Scheibe lässt sich nichts besonders Herausragendes mehr ausmachen: „Allein“ klingt, wie man sich bei dem Titel irgendwie schon hätte denken können, wie eine knapp sieben Minuten währende Selbstbeweihräucherung und auch im „Outro“ reißen Kalt erwartungsgemäß genauso wenig wie im „Intro“, dabei kann man mit den richtigen Zutaten wirklich guten deutschsprachigen Gothic Rock fabrizieren. Auf „Der Sturm“ kann man die wirklich guten Tracks mit der Lupe suchen – einer von neun (wenn man Intro und Outro weglässt) ist nun mal einfach zu wenig. Einen kleinen Pluspunkt gibt es aber letztlich noch für das zwar recht lange, aber dennoch spannende Instrumentalstück.

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