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KAISER FRANZ JOSEF: Make Rock Great Again

Die glamouröse Rückkehr des Old School Rock
Wertung: 8/10
Genre: Rock
Spielzeit: 52:18
Release: 30.06.2017
Label: Sony Music

Was eine Band reitet, sich den Namen KAISER FRANZ JOSEF zu geben, ist durchaus schon recht schwer nachvollziehbar. Kommt dann noch ein so abschreckend wirkender Albumtitel wie „Make Rock Great Again“ hinzu, möchte man eigentlich gleich die Segel streichen. Aber man will den selbstgekrönten Adligen mindestens eine CD-Runde eine Chance geben, zumal sie sich der Rockmusik verpflichtet fühlen und seit nunmehr sieben Jahren die Bühnen verunsichern.

Und immerhin darf man gleich hocherfreut feststellen, dass eine CD auch mal länger als die mittlerweile fast schon üblich gewordene gute halbe Stunde sein darf. Immerhin kommt die Scheibe auf etwas mehr als fünfzig Minuten und die werden mit klassischem Rock gefüllt, der allerdings gut entstaubt wurde. Genau dies zeigt schon der Einstieg mit „Slaughterhouse“, der sich bereits äußerst gut anlässt und über ein gutes Maß an Explosivität verfügt. Was hier schon gelingt, wird bei „Believe“ nochmal getoppt. Flirrende Gitarrenläufe ziehen sich durch den Song, das Ganze wird noch einen Ticken mehr in die Moderne geschoben und klingt dabei immer noch absolut erdig. Vielleicht ist es eben genau das, was die Österreicher meinen, wenn sie von authentischer Musik und ebensolchen Bands reden.

Selbst wenn die Truppe hier nun wenig Neues anbietet und nicht wahnsinnig viel an Innovation zu Gehör gebracht wird, gelingt dem Dreier ein sehr ansprechendes Album. Tatsächlich bleibt über die gesamte Spielzeit der Spannungsbogen erhalten, was nicht zuletzt daran liegt, dass man verschiedene Stile einfließen lässt. „Alive“ kommt erdig und staubtrocken daher, wohingegen „Give It Up“ den Grunge hochleben lässt und mit gelungenen Tempowechseln für zusätzliche Dynamik sorgt. Wobei Dynamik und Energie über die gesamte Scheibe echte Pluspunkt sind. Klotzt man bei „Disguise“ schon so ordentlich ran, dass unweigerlich die Matte kreist, ist auch gegen Ende kein Energieverlust zu spüren. „Chuck“ drückt nochmals anständig auf die Tube und lässt das Album gemeinsam mit „Tinnitus“ energetisch ausklingen.

Was allerdings bleibt, ist die Frage nach dem Wiedererkennungswert der Band. Hier wird es im musikalischen Bereich doch etwas schwer, insofern darf zukünftig gern noch was draufgepackt werden. Wenngleich durchaus angemerkt sei, dass Frontmann Sham mit seiner markanten und recht hohen Stimme schon in einem hohen Maße an diesem Punkt arbeitet. Zwar hat man speziell bei „Mirror“ und „Hear Me“ etwas das Gefühl, dass er zu sehr überzieht, trotzdem passt seine Stimmfärbung nahezu perfekt auf die vorgelegten Songs.

Alles in Allem ist „Make Rock Great Again“ eine solide bis bemerkenswerte Scheibe, die keinerlei Ausfälle verzeichnet und dazu noch recht abwechslungsreich gestaltet wurde. Der ganz große Wurf gelingt Kaiser Franz Josef zwar nicht, dafür entstauben sie das Genre ordentlich und schaffen ein authentisches Werk.

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