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Kain: Weltenfluch

Musik mit Schweinen und Gläsern
Wertung: 4.5/10
Genre: Black / Death Metal
Spielzeit: 28:07
Release: 13.06.2009
Label: Düsterwald Produktionen

Kain – ein Name so uninnovativ wie das zugehörige Debütalbum. Da gefällt der ursprüngliche Bandname „DoomDarm“ schon eher. Dieser passt wenigstens zu den kleinen Albernheiten, die die Band bei „Weltenfluch“ unabsichtlich (?) untergebracht hat. Aber der Reihe nach.

„Weltenfluch“ bewegt sich musikalisch grob im Black-Metal-Bereich. Offiziell haben sie sich gleichberechtigt auch dem Death Metal verschrieben, was aber bei diesem Album nicht ganz deutlich wird. Auffällig an dieser CD ist der enorme Einsatz des Keyboards, das so ziemlich jedes Lied dudelnd dominiert. Was erst schön fies und bedrohlich wirkt, geht einem nach nicht allzu langer Zeit aber ganz gut auf die Nerven. Der penetrante Synthesizer-Sound schmälert die Musik von Kain leider teilweise sehr enorm. Sie wirkt dadurch zunehmend künstlich und seelenlos.

Die String-Instrumente geben dafür aber ein ganz ordentliches Bild ab, welche gute Melodieansätze erkennen lassen. Auch der Drummer kann sich sehen lassen, der sich sehr brachial durch das Album hämmert. Meist bedienen sich Kain eines ziemlich eingängigen Rhythmus, der hervorragend zum Bangen einlädt. Lauscht man wiederum dem Lied „Mängelwesen“, so wird einem aber auch nicht entgehen, dass „Weltenfluch“ Lieder enthält, bei denen es etwas wirr zugeht. Bei diesem Song scheinen die Instrumente teilweise unterschiedlichen Taktschlägen zufolgen. Obwohl es beabsichtigt klingt, erscheint es beim Hören eher störende als kreativ. Ein weiteres „interessantes“ Lied ist „Rachepfad“. Spielt da wirklich jemand auf Gläsern? Zumindest klingt es danach. Ansonsten zeigen Kain bei diesem Lied leichte Pagan-Attitüden, die durch eine leider viel zu eintönige E-Gitarre deutlich werden. Und obwohl die Melodie eigentlich gar nicht schlecht ist, so passt diese Anwandlung überhaupt nicht zum Rest des Albums und sticht durch seine verlorene Eigenschaft hervor.

Ein weiterhin zweischneidiges Schwert ist der Song „Deine Dekadenz“. Der Death-Metal-Anteil ist relativ groß und rechtfertigt gerade noch die Genre-Bezeichnung des Albums. Zu Beginn klingt es durch die Synths aber sehr sakral, was eigentlich gut zum Black Metal passen würde. Da es sich aber gerade bei diesem Lied, wie erwähnt, um den halben Quoten-Death-Metal-Song handelt, ist diese Kombination doch eher fraglich.
Weiterhin auffällig an diesem Album ist der Gesang von David Seifert. Dieser bedient sich in erster Linie dunklem Screaming, das irgendwo zwischen Growlen und Kotzen angesiedelt werden kann. Außerordentlich auffällig sind jedoch seine zwischenzeitlichen verzerrten Screams, die so klingen, als würden gerade Schweine abgestochen werden. Zugegeben, sie verleihen der Band einen gewissen Widererkennungswert, aber ob dieser positiv ist, ist eine andere Frage.

Ab und zu schaffen es Kain dann aber doch noch zu überraschen. Liedanfänge wie bei „Rachepfad“ oder das Intro „Weltenfluch“ selbst zeugen von gewissem Geschick, was instrumentale Abschnitte angeht. Auch die Übersetzung der Akustikmelodie aus dem Intro in eine sehr ähnliche E-Gitarren-Melodie in „Mängelwesen“ lässt die Hoffnung auf Kreativität doch nicht versiegen. Zudem weist das Outro ganz nette Ansätze auf, obwohl es, nachdem es sich ganz aufgebaut hat, doch eher nach einem Song von Sängerin Enya klingt.

Alles in Allem ist „Weltenfluch“ dann aber doch ein recht langweiliges Unterfangen, was seinen absoluten Tiefpunkt während „Des Weges Anfang“ findet. Der Versuch der Band aber trotzdem interessant zu klingen und irgendwie hervorzustechen, ist ihnen aber durchaus gelungen – nur „wie“ ist hier die Frage.

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