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Kagerou: Kurohata

Eine recht ordentliche Platte
Wertung: 6/10
Genre: Visual Kei
Spielzeit: 45:52
Release: 01.09.2005
Label: Gan Shin Records

Der Name Kagerou des aus Tokio stammenden Visual Kei - Quartetts bedeutet übersetzt soviel wie „kurzlebiges Insekt“. Doch warum bezeichnet sich so einer der schrillsten Acts der asiatischen Musikszene? Die Antwort lautet folgendermaßen: Der charismatische Frontmann Daisuke leidet seit seiner frühesten Kindheit an einer unheilbaren Herzkrankheit, die ihm - sozusagen wortwörtlich - die eigene Sterblichkeit tagtäglich immer wieder aufs Neue vor Augen führt.

Einen Grund, sich deswegen aber zu schonen, sieht Daisuke mitnichten: Seine Maxime ist nach wie vor die ungebrochene und pure Leidenschaft im Leben! Lebe, als wäre jeder Tag der letzte. Koste jede Stunde, Minute und Sekunde in deinem Leben, als gäbe es danach nichts mehr.

Dass es sich mit dieser reinen und drastischen Intensität wohl auch ganz gut leben lässt, beweist die doch recht eindrucksvolle Bilanz von Kagerou: Seit dem Jahre 1999 ist die heißblütige Formation nun schon unterwegs im Namen des anarchistisch-brachialen J-Rocks und veröffentlicht mit “Kurohata“ bereits das vierte Fulltime-Werk.

Die inhaltliche Bandbreite ist hierbei auf “Kurohata“ recht gezielt abgesteckt worden: So geht es vor allen Dingen um Themen wie Sehnsüchte, Liebe und Leidenschaft. Aber auch soziale Anprangerungen (wie in “Aka no kyoshoku“ = Red Affection) und morbide Selbstzerstörungen (“Setsudan shittyoushou“ = Cutting Ataxia Syndrome), sind keine Tabuthemen für Kagerou. Aufbereitet wird das Ganze musikalisch in einer wilden Achterbahnfahrt aus Elementen des wortgewaltigen und verrucht wirkenden Punk-Rock Sounds der 80er Jahre. Die alle rein in ihrer Landessprache verfassten Songs werden von Daisuke mal mehr, mal weniger, zornig dem Zuhörer um die Ohren gehauen. Dass aber auch Zärtlichkeit ebenso wenig ein Fremdwort für Kagerou sind, beweisen sie eindringlich mit den beiden wunderschönen (m.u. fast schon Balladen-artigen) Titeln “Shizuma sora“ (= The sinking sky) und “Kogarashi“ (= The cold wind). Relativ obskur - und für westliche Ohren ziemlich ungewöhnlich - mutet hingen der ungemein hoch krakeelte Beginn von “Hakanaki gekijou“ (= Despairing Passion) an, der sich aber bereits in der zweiten Hälfte der recht kurzen Spieldauer von gerade einmal eineinhalb Minuten, in eine recht schnörkellose Punk-Revue verwandelt.

Allgemein betrachtet ist Kagerou´s “Kurohata“ eine recht ordentliche Platte geworden, die zwar nicht unbedingt durch handwerkliche Innovation glänzt, aber dafür kurzweilig sehr gut zu unterhalten weiß. Übrigens liegt dem original japanischen CD-Booklet noch ein zweites bei, in dem sämtliche Texte des Albums noch mal in deutscher und englischer Sprache wiedergegeben werden.

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