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Kaen: Danger Zone

Jungfräuliches Erstlingswerk alter Haudegen
Wertung: 7/10
Genre: Hard Rock, Visual Kei
Spielzeit: 57:53
Release: 21.11.2006
Label: Gan Shin Records

„Was? Ist das jetzt wirklich eine japanische Band, die ich da mit Kaen vor mir habe?“ So in etwa spiegelte sich meine Reaktion nach dem ersten Hördurchgang von “Danger Zone“ wieder.

Der Grund für meine Skepsis und Verwunderung ist hierbei derjenige: Hört man sich “Danger Zone“ an - ohne dabei die Combo und ihre Herkunft zu kennen - würde man wohl niemals auf eine asiatische Herkunft tippen. Eher ist es sogar so, dass Kaen von Grund auf der klassischen (westlichen) Hard Rock - Kultur frönen und demzufolge auch einen entsprechend szene-spezifischen Sound von sich geben. Also weit und breit keine Spuren von „typischen“ Visual Kei- und Asia Pop-Rock Klängen mit poetischen, japanischen Texten!

Würde man die bodenständigen J-Rocker mit entsprechenden Artgenossen vergleichen wollen, seien hier berechtigterweise Namen wie Thin Lizzy, Status Quo und Kiss genannt. Versetzt mit einer gut dosierten Portion an neo-progressiven Elementen (wie beispielsweise bei “Some Day One Day“ und “Galactic Star“ der Fall), bietet “Danger Zone“ ein recht ordentliches Klanggut an melodischen Hard Rock - Kompositionen.

Neben dem fetzigen Opener “Fire“ - und dem nicht minder rockigen “Devil Doll“ -, kristallisiert sich die über fünf Minuten lange Ballade “Ignorance“ als sehr routiniertes und gefühlsbetontes Highlight heraus. “Mary“ ist gar fast schon bombastisch ausgefallen und die beiden Instrumentalstücke “Vino Amargo“ und “Adriana“ bieten eine feine Melange aus Latino-Rock und Mid-Tempo Rhythmus.

Letztendlich soll aber auch die ziemlich ungewöhnliche Genesis des Quintetts nicht unerwähnt bleiben: Kaen heißen in ihrer japanischen Heimat nämlich in Wirklichkeit Blaze und existieren nunmehr seit dem Jahre 1975. Der Grund weswegen man sich für den europäischen Musikmarkt umbenannte ist nachvollziehbar (schließlich gibt es bereits schon seit Jahren eine sehr erfolgreiche, englische Metal-Band namens Blaze). Doch das “Danger Zone“ - welches in Japan wiederum “Kaen“ heißt - zugleich das offizielle Debütalbum(!) dieser Rock-Combo darstellt, mag hingegen aber berechtigterweise sehr überraschen. Dabei ist die auflösende Erklärung recht simpel: Kaen gingen die letzten Jahrzehnte (mit übrigens ständig wechselndem Sänger!) einfach lieber auf Tour durch den asiatischen Raum, als ins Aufnahmestudio.

Diese recht „punkige“ Lebensphilosophie hatte auch konsequent bis zum Jahre 2004 bestand, denn dann erschien in Japan jenes Debüt, das wir jetzt auch hier bei uns in Deutschland vorfinden. Ziemlich „tricky“ das ganze. Aber zumindest kann man hier wirklich hieb- und stichfest festhalten, ein „jungfräuliches Erstlingswerk alter Haudegen“ vor sich zu haben. Auch nicht schlecht! ;-)

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