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Kältetod: Reue

Klassisch gekreischter Underground-Dumpf mit aufwertenden Melodien
Wertung: 5.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 43:51
Release: 22.09.2011
Label: Eternity Records

Dumpfer Sound gehört in der Underground- Szene des Black Metals schon zum guten Ton. Auch das Ein-Mann-Projekt Kältetod (DE) ist sich dieser „Mode“ bewusst und setzt auch bei „Reue“ wieder auf verschrobene Klänge. Was neben dem wirklich dumpfen Getöse auf „Reue“ aber noch schnell ins Auge fällt, ist die Melodie-Verliebtheit des Künstlers. Von dem geseierten Auftakt einmal abgesehen, werden diese verhältnismäßig klar von der E-Gitarre zelebriert. Obwohl die Melodien nicht vor Innovation strotzen, kann man doch deutlich eine gewisse Feinsinnigkeit erkennen. Und ihre Tragkraft geht noch weiter. Was das fast zur Unkenntlichkeit abgedämpfte Schlagzeug nicht mehr bringen kann, bietet die Melodie. Ihr klarer Aufbau gibt den Songs Struktur und Halt. Darüber hinaus tragen die Details und der generell weitläufige Ausdruck der Melodien auf „Reue“ dazu bei, das Album greifbar und gleichzeitig tiefer zu machen. Durch sie gelangt das Album „Reue“ vom klassischen „Underground-Black-Metal“ in eine Grauzone zum Ambient, was dem Album gut zu Gesicht steht.

Was die Vocals angeht, so bleibt Kältetod-Kopf „R.“ wie schon beim Sound der Black-Metal-Unterwelt treu. Undeutliches, leises, aber energisches Kreischen schleicht sich immer wieder in die Stücke ein und drückt jeder noch so netten Melodie seinen Klischee-Stempel auf. Denn die Art der Vocals ist nicht nur traditionell, sondern im gleichen Maße auch ausgelutscht. Noch dazu schafft es Sänger R. leider nicht, an die Qualität vergleichbarer Künstler heranzukommen. Spitzt man einmal seine Ohren und konzentriert sich auf die leisen Vocals, hört man zwar den Willen, aber nicht das Talent, das Böse stimmlich zu vertonen. Mehr Zetern als Kreischen, mehr heiser als kraftvoll klingen die Vocals und ernüchtern den ersten guten Eindruck der CD leider schnell.

Zum Glück ist „Reue“ mit dem ein oder anderen Detail gewürzt, das die Achterbahnfahrt zwischen Schrammel und Melodie vor einem gänzlichen Absturz bewahrt. Neben den kleinen persönlichen Highlights wie den Misstönen im Intro, die die Atmosphäre so wunderbar grausam verzerren, gibt es auf dem Album auch den ein oder anderen Anspieltipp. „Zermürbt durch Reue“ fängt leider was die Gitarre betrifft recht schwach an, entpuppt sich aber für den geduldigen Hörer als gutes Kontrastprogramm. Der Wechsel zwischen befreienden und beklemmenden Tonfolgen lässt das schwarze Herz höher schlagen, um letztendlich immer wieder von den Vocals (im positiven Sinne) gänzlich in die Hölle gezogen zu werden. Der Song „Nur vom Eiswind noch getragen“ bleibt hingegen auf einem eher seichten Niveau und verleiht dem Stück durch seine wiederkehrende, leichtfüßige Melodie einen Hauch von Postrock. Auch „Das Lächeln der Verwesung“ verrät Tiefe und begeistert hauptsächlich durch den Ohrwurm-Charakter der so oft erwähnten Melodien von Kältetod.

Zurück bleibt ein unterm Strich durchschnittliches Album, was neben Einbrüchen durch übertrieben dumpfen Sound und nur mäßigen Vocals mit den Melodien und den ein oder anderen Details noch ein wenig herausholen kann. Dadurch bekommt es noch einmal die Kurve und kann sich von den meisten anderen Scheiben aus dem Untergrund gerade noch absetzen. Ganz überzeugen tut es aber bis zum Schluss nicht. Ein Vergleich mit dem gleichzeitig erschienenen nächsten Album „Talpfade“ könnte allerdings interessant werden. Zu diesem Zeitpunkt liegt uns dies jedoch leider nicht vor.

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