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Kadavrik: Wine Will Turn To Blood Again

Eine musikalisch und handwerklich gelungene Geschichte
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Death Metal/Symphonic Black Metal
Spielzeit: 48:00
Release: 10.09.2010
Label: Eigenproduktion

Vom schönen Niederrhein kommen die fünf jungen Musiker von Kadavrik und liefern mit „Wine Will Turn To Blood Again“ schon ihr drittes in Eigenregie produziertes Album seit 2007 ab. Das zeugt somit von einer Menge Tatendrang der noch recht jungen Musiker.

Zunächst das Offensichtliche: Passend zum Albumtitel kommt das Cover des Digi-Pack daher – die Hülle besteht aus einem an eine Jesus-Ikone erinnernden Holzschnitt-Design. Auch wenn sich schon tausendfach des Themas des letzten Abendmahls bedient wurde, so greifen Kadavrik das nochmal auf und binden dabei das Lyricsheet stimmig in das Innenleben des Digi-Packs mit ein. Somit wird deutlich, dass sich da jemand sehr detaillierte Gedanken um ein künstlerisches Gesamtkonzept gemacht hat. Wer die CD so in der Hand hält, wird sicherlich einen hochwertigen Eindruck davon haben. Und dennoch, bei Betrachtung des Schriftzuges kommt man nicht um die Vermutung herum, dass dort ein ähnlicher Schriftsatz wie der von Heidevolk benutzt wurde. Rein spielerisch gibt es nicht viel zu meckern. Dass die Jungs ihre Instrumente zu beherrschen wissen, steht außer Frage. Wobei der sehr an Zonaria oder Graveworm erinnernden Stil nun auch keine neue Erfindung ist.

Das spannungsaufbauende Intro mit passendem Titel „Kadavrik Ascending“ geht fast nahtlos in „Hope Springs Eternal“ über. Dieser Track erinnert vom Riffing und den wechselnden Tempi und Gesang her teilweise ein klein wenig an alte Zeiten von Cradle Of Filth. Ausgefeilte Soli und schöne, nicht zu aufdringliche symphonische Untermalung durch das Keyboard sind ebenfalls mit eingebunden. Somit ist im ersten Song auch schon so ziemlich alles untergebracht, was Kadavrik konsequent auch auf dem Rest der Platte anbieten.
Ein vielleicht schwieriges Thema der Geschichtsbewältigung junger Leute heutzutage scheint lyrisch im nächsten Song „Wherever My Path Leads“ angesprochen zu werden. „Dead Body Testament“ als vierter Titel in der Reihe hat durch die eingebunden Chorspassagen etwas vom Charakter einer Hymne und lädt live sicher zum Mitchanten ein. Der Song stellt die universelle und doch zum blasphemischen Artwork passende Frage nach dem, was nach dem Tode auf uns wartet. Besonders schön sind hier, wie auch stellenweise bei einigen anderen Songs, immer wieder die Basslinien herauszuhören. Diese werden bei vielen Bands leider oft viel zu sehr untergebuttert.

Lyrics sind ja immer eine Interpretationsfrage, aber sicherlich nicht vollkommen falsch verstanden hat den nächsten Song derjenige, welcher „From Your Breed“ als Aufforderung auffasst, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und sein Schicksal selbst zu lenken und zu bestimmen. Etwas ruhiger als die bisherigen Tracks, aber ein dennoch starker Song mit schönen cleanen Keys am Ende. „Insight Down“ legt in Punkto Schnelligkeit und der Brutalität im Gesang wieder eine Schüppe drauf. Ein schöner etwas schwerer klingender Instrumentalpart, findet sich zur Mitte des Songs. Der Übergang danach erinnert wieder an Cradle Of Filth genauso wie das Ende des Songs mitsamt des Übergangs zu „KrunK“, einem reinen Instrumentalstück, welches leichte Anklänge alter Jahrmarkts- oder Zirkusmusik hat. So mag es auch nicht wundern, dass Kadavrik jüngst für einen Zirkus den Soundtrack zur finalen Szene der Show eingespielt haben, der auf der MySpace-Seite der Band zu hören ist.

Die nachfolgenden Songs liefern nicht viel, was nicht auch schon vorher auf dem Silberling zu hören war. Vielleicht sticht „On The Edge To Loose It All“, sozusagen die Ballade des Albums, doch noch etwas hervor. Zu „In Nothing You Believe“ lässt sich kein Text im Booklet finden, dafür gibt es den bei Interesse im Internet nachzulesen. Zu guter Letzt verabschieden sich die fünf vom Niederrhein mit dem Titelsong des Albums „Wine Will Turn To Blood Again“. Auch hier bei aller sonst so offensichtlichen Ähnlichkeit mit Bands wie Zonaria kann man sich bei den Gesangspassagen, die nur von Keyboard und Drums begleitet werden dem Vergleich mit Elementen aus alten Cradle Of Filth Songs nicht entziehen.

Insgesamt also eine musikalisch und handwerklich gelungene Geschichte mit offensichtlich durchdachten und miteinander korrespondierendem Lyric- und Artwork-Konzept. Dennoch leider viel zu wenig Abwechslungsreichtum zwischen den Songs untereinander und auch ein bißchen Mut zu Innovationen scheint gefehlt zu haben. Letzteres in Anbetracht des noch recht jungen Alters der Kadavrik-Musiker durchaus verzeihbar. Falsch machen kann man bei dem Kauf von „Wine Will Turn To Blood Again“ nicht viel. Potenzial ist vorhanden, sodass Kadavrik durchaus mit bekannteren Namen des Genres mitziehen könnten. Dennoch fehlt der jungen Band noch ein klein wenig ein unverwechselbares Profil, mit dem sie sich wirklich von der Masse abheben könnten. Ein Label, welches in die Entwicklung der Band investiert, ist den Jungs jedenfalls zu wünschen und sicherlich nicht schlecht mit Kadavrik beraten.

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