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Kadavrik: N.O.A.H.

Solider Melodeath mit modernen Ansätzen
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 48:20
Release: 20.01.2012
Label: Sonic Attack/Soulfood Music

Gerade wenn man denkt, Bibel wäre out, melden sich die westfälischen Kadavrik mit einem Album namens "N.O.A.H.", das sich thematisch sogar gar nicht so sehr unterscheidet von seinem biblischen Namensvetter. Die fünfköpfige Melodic-Death-Metal-Combo ist trotz Auftritten wie dem großartigen Magic Circle Festival von 2008 doch vorwiegend im Underground zugange gewesen, das soll sich jedoch mit dem mittlerweile groß angekündigten dritten Schaffenswerk nun ändern.

Wie der Titel und auch das eindrucksvolle Artwork schon vermuten lassen, handelt das neue Album textlich von düsteren Endzeitszenarien und bietet sogar eine eigene Interpretation der Arche und Flucht vor der Sintflut, allerdings in zeitgenössischerem Gewand. Genau so düster geht es aber auch musikalisch zu, denn hier wird mächtig losgeknüppelt mit halsbrecherischen Blastbeats und wuchtigen Gitarrenläufen. Kadavrik spielen düsteren, melodischen und weitestgehend schnellen und treibenden Death Metal und scheuen sich nicht davor, auch einige elektronische Spielereien einzusetzen. Es kommen verschiedene Einflüsse zum Vorschein, etwa Melodic-Death-Metal-Größen wie Children Of Bodom und gelegentlich auch Amon Amarth, hier und da gibt es auch dunklere Passagen, die an Dark Tranquillity oder Dimmu Borgir erinnern. Das Intro von "Adiposit Obstipation" weist sogar gewisse Ähnlichkeiten zu den schwedischen Viking Metallern von Månegarm auf.

Zu dem melodischen Todesmetall, dem sich der Fünfer seit jeher verschrieben hat, gesellt sich auf der neuen Platte ein gehöriger Anteil an Doom und Black Metal, was sich vor allem gegen Ende des Albums zeigt. Die letzten vier Songs sind nämlich auf Deutsch und klingen geradezu selbstzerstörerisch apokalyptisch, allein der finale Track "Tragödie" klingt unglaublich düster, schleppend und melancholisch und verbreitet eine sehr bedrückende Atmosphäre. Das ist der Band herrvoragend gelungen. Was allerdings nicht so zusagt, sind die stellenweise modern klingenden Passagen und die schon erwähnten elektronischen Spielereien, "High Rollin" beispielsweise wird mit einem elektronischen Retortenbeat eröffnet und mündet dann in ein furioses Death-Metal-Gewitter, bloß um später wieder von selbigem Beat unterbrochen zu werden. Ebenso die Keyboards müssen nicht jedermanns Sache sein, auch wenn sie gerade im Melodic Death Metal oft Verwendung finden.

Unterstützt wird alles von den sägenden Vocals von Sänger Niklas, die einerseits im krassen Gegensatz zu den teils sehr schönen Melodien stehen und anderseits die finstere Stimmung untermalen. Die Stimme ist aber leider zugleich auch eine der Schwächen, denen sich "N.O.A.H." stellen muss, denn hier wird ausnahmslos nach reinster Black-Metal-Manier gekeift und das kann auf Dauer vor allem im Melodic Death Metal schonmal auf die Nerven gehen, jedenfalls würde ein wenig Variation nicht schaden. Gelegentlich gibt es Ansätze zum Clean-Gesang, doch da haben ja schon diverse Szene-Kollegen gezeigt, dass man damit auch enorm danebengreifen kann. Melodic Death Metal sollte eben nun mal Melodic Death Metal bleiben.

Neben einigen Aussetzern haben Kadavrik mit "N.O.A.H." aber nicht allzu viel verkehrt gemacht und jeder Fan von wuchtigem Melodeath mit modernen Ansätzen wird hier seinen Gefallen dran finden. Die vielen verschiedene Einflüsse, Ideen und und besonders die konzeptionellen Doom-Songs machen die neue Platte gerade interessant und lassen die Songs nicht langweilig werden. Erwähnenswert sei an dieser Stelle noch das wirklich schön geratene Booklet, das mit den nett anzusehenden Artworks und passenden Illustrationen echt was hermacht. Wer sich jetzt gerne selbst einen Eindruck von den fünf Westfalen verschaffen möchte, kann dies bestmöglich tun beim Louisa Tambak Farewell Konzert am 14. April im Helvete. Das Abschiedskonzert wird in Gedenken an die kürzlich verstorbene Freundin des Frontmann Niklas, die immer hinter der Band stand, gehalten und die Eintrittsgelder gehen als Spende an die Familie.

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