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Kadavar: Kadavar

Innovationen sind überbewertet
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 37:38
Release: 28.03.2009
Label: Punishment 18 Records

Kadavar sind eine italienische Band, die im Jahre 2007 aus den Thrash Metallern Bleeding Eyes hervorgingen. Der Stil wechselte im Laufe der Zeit aber immer mehr zum Old School Death Metal der Marke (alte) Death, Morbid Angel und Obituary. Nach einer EP, die im Gründungsjahr erschien, veröffentlichen die drei Italiener, die übrigens derzeit einen Drummer suchen, nun ihr selbstbetiteltes Debüt.

Der Opener „From Flesh To Sorrow“ beginnt mit einem kleinen Gag (vermute ich zumindest). Als erstes schallt nämlich ein sehr kurzes Keyboardintermezzo aus den Boxen und lässt vermuten, dass wir es hier mit einer pompösen Black Metal-Band zu tun haben. Doch weit gefehlt, denn direkt danach föhnt einem der Track die Matte (wenn vorhanden) waagerecht nach hinten. Die Einflüsse aus dem klassischen Thrash und Death Metal-Bereich sind nicht zu überhören, klingen aber nie altbacken oder gar kopiert. Dafür sorgt die raue Produktion, die von der Band selbst stammt und lediglich ein kleines bisschen zu höhenlastig ausgefallen ist. Alles in allem bestimmt keine innovative Musik, dafür aber mit richtig viel Herzblut gespielt. Hier sticht besonders Lead Gitarrist Luca hervor.

„Return To Ashes“ wirkt aufgrund der vielen Breaks zuerst ein wenig konfus, offenbart aber auch die Vorliebe der Band für kanadischen Holzhacker-Death der Marke Kataklysm. Schon wieder Namedropping meinerseits? Stimmt, aber die Einflüsse sind unüberhörbar, zumal Luca hier ein astreines Solo in bester Chuck Schuldiner (R.I.P.) Tradition aufs Parkett gezaubert hat. Lediglich an ihren Texten beziehungsweise an ihrem Englisch sollten Kadavar noch arbeiten, denn die Lyrics bieten teilweise unfreiwillig komische und haarsträubende Fehler. Da dies allerdings kein Kritikpunkt sein sollte, verkneife ich mir an dieser Stelle einige Zitate.

Stattdessen erfreue ich mich lieber an dem ordentlichen Rest des Albums, welches ein angenehm konstantes Qualitätslevel hält. Wobei „angenehm“ sicherlich der falsche Ausdruck für die restlichen sieben Abrissbirnen ist. Da wird gerifft und soliert, bis das Griffbrett qualmt, herumgegrunzt, bis die Stimmbänder bluten und das Drumkit in Grund und Boden gekloppt. Dazu befinden sich mit dem Groove-Monster „Global Collapse“ und dem pfeilschnellen „Morbid Sense Of Weakness“ noch zwei kleine Hits auf der Platte, zu denen auch die ganz Großen der Szenen mehr als nur wohlwollend nicken würden.

Braucht man also „Kadavar“, das Debütalbum von Kadavar? Nun, wenn man weiß, worauf man sich einlässt, eigentlich schon. Lasst es mich so sagen: Könnt ihr damit leben, die musikalischen Vorbilder einer Band jederzeit benennen zu können, wenn die Songs dafür direkt zünden und mit hörbarer Begeisterung runtergezockt werden? Wenn ja, dann gebt dem Trio einfach mal eine Chance.

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