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Juvaliant: Inhuman Nature

Kastration sollte verboten werden, besonders bei solch einem Meisterwerk
Wertung: 8/10
Genre: Symphonic Progressive Power Metal
Spielzeit: 52:54
Release: 04.06.2010
Label: Limb Music

Es wäre sicherlich nicht verwunderlich, wenn ihr den Namen Juvaliant noch nicht kennen werdet. Die Band ist neu und hat gerade ihr erstes Album veröffentlicht. Die Musiker widmen sich dem Symphonic Progressive Power Metal und kommen aus Österreich, sicher auch noch keine Garantie dafür, dass man sie kennen müsste. Einigen bekannter könnte allerdings der Bandname Fallen Angel] sein. Auch nicht, hmm, dann fällt mir nur noch Sänger Thomas Strübler ein, der ja bei Crystallion für viel Freude sorgt. Dies ist auch der Hauptantrieb für mich gewesen, mich mit der Scheibe zu beschäftigen.

Dann kommen wir auch schon zum ersten Ärgernis. Die Promo liegt in Form von lediglich zwei kompletten Songs vor. Der Rest wurde um circa jeweils eine halbe Minute gekürzt. Da fragt man sich natürlich, ob das Label da nicht bei ihrem Kopierschutzversuch zwar 100 % Erfolg hat, aber dennoch über das Ziel heraus geschossen ist. Eigentlich kann man ja nichts bewerten, was man nicht getestet oder gehört hat. Also bleibt nichts anderes übrig als die Songteilstücke als Ganzes zu bewerten und der CD-Playeranzeige die Gesamtzeit zu entnehmen. In diesem Falle nicht gut für die Band, aber besser als komplett auf eine Wertung oder das Review zu verzichten.

„Into The Abyss“ ist der bedächtige Start zu einem wahrlich großen Album. Langsam, aber sicher entwickelt sich das Ganze erst von einem militärischen Marsch hin in eine klassische, von Filmmusik geprägte epische Nummer.

Eine starke Gitarre von Robert Schönleitner eröffnet dann das erste progressive Symphonic Meisterwerk der Scheibe: „Heroes (We Will Be)“. Tolle Melodien und Thomas´ tadelloser Gesang sorgen für viel Freude. Das emulierte (?) Orchester schiebt sich nicht zu sehr in den Vordergrund und somit bleibt das Ganze auch sehr kraftvoll.

„Doomsday Machine“ begeht den gleichen zügigen Weg. Perfektes Drumming von Sebastian Lanser im Einklang mit dem druckvoll gezockten Bass von Aleksandar Vesic sorgt für den richtigen Takt. Dazu gesellen sich das Orchester und immer wieder wechselnde Melodieverläufe, welche den Song immer spannend halten. Schade, dass es dann der erste Song ist, der innerhalb von einer Sekunde ausgefaded und richtiggehend abgewürgt wird. Ein unrühmliches Ende für derart gute Mucke!

„Live To Die“ kann da nicht so ganz mithalten. Stellenweise etwas austauschbar, um aber mit dem nächsten Schwenk wieder eine tolle Melodie abzuliefern. Daher bin ich etwas hin und her gerissen und werde durch das unbarmherzige Geschwindigkeitsausblenden nur noch weiter in der Stimmung gedrückt.

Fast schon wie ein Instrumental mutet dann die Eröffnung von „Hell’s Roundabout“ an: Geniale Gitarrenaction wird im Verlauf gekonnt vom nicht vorhandenen Orchester unterstützt. Das klingt richtig gut. Dazu der starke Gesang und schon ist der nächste Anspieltipp garantiert. Das kann dann auch das Rauszoomen nicht mehr zerstören, auch wenn man da fast schon Pipi in die Augen bekommt, wenn solche Meisterwerke derart kastriert werden.

„Killing Child“ ist übersät mit starken Instrumentalpassagen und braucht sich sicherlich auch nicht vor den starken Veröffentlichungen in diesem Genre zu verstecken. Etwas langsamer, aber mit viel Gedächtnisstimulation wird es dem Hörer fast ein wenig wohlig ums Herz. Ganz großes Kino, wie hier immer wieder die Melodie oder die Stilrichtung gewechselt wird. Die Klassikpassagen wirken erfrischend und absolut stimmig. Welch ein Songwriter-Talent in dieser Band steckt, wird gerade hier wieder mehr als deutlich. Leider wird auch dieser Song wie mit einem stumpfen Beil beendet.

„On Wings Of Steel“ kommt deutlich sperriger daher. Zum ersten Mal wird hier beizeiten etwas schroffer das musikalische Thema gewechselt, welches dann in seiner Konsequenz nicht wirklich überzeugen kann. Zu progressiv wird da mit den Instrumenten gehandwerkt, obwohl Thomas sehr melodiös singt. Schade, dass dies der zweite auserwählte Song auf der Promo-CD ist, der nicht unnatürlich beendet wird.

Schon wieder harmonischer wirkt dagegen „Silent Agony“ trotz der tief verwurzelten progressiven Wurzeln, die zu keinem Zeitpunkt auf diesem Album zu überhören sind.  Das Gitarrensolo in der Mitte des Songs ist mal wieder ein Hammer, wo kommen nur immer solche Talente her? Die Österreicher überzeugen hier auf ganzer Linie.

Den monumentalen Abschluss bildet dann das gut elfminütige „Cold Distance Of The Universe“. Für mich das absolute Highlight des Albums. Das rockt, das macht Spaß, auch wenn mitten drin mal alles ein bisschen sparsamer klingt. Aber hier sei auch mal erwähnt, dass der Song irgendwie auch ein wenig mehr Crystallion-Charme besitzt, denkt man sich nur mal die Orchesterparts weg, aber lassen wir das. Den Refrain singt man auch noch Stunden nach dem Hören vor sich hin. Der geniale Klavierpart mit dem Gesang ist schon eine Klasse für sich. Zwar wird hier das musikalische Thema auch mal etwas abrupter gewechselt, aber es fühlt sich trotzdem richtig an. Ein krönendes Ende für eine starke Veröffentlichung.

Fazit: Eigentlich ein wirklich grandioses Debüt. Trotzdem muss ich bewerten, was mir vorliegt und kann nicht spekulieren, wie die Band die sechs Songs hat enden lassen und somit, wie sie im Ganzen wirken Also gibt es leider Abzüge, die mich natürlich schwer grübeln lassen, denn zu gut ist das teilweise hier Dargebotene. Es ist aber, wie es ist und somit bleiben gerade mal acht Punkte über, schade, das wären vermutlich mehr. Vielleicht macht man ja demnächst lieber wieder Voice-over-Music drauf, anstatt die Songs zu entmannen.

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