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June Tabor & Oysterband: Ragged Kingdom

Genau so wird Folk Rock gespielt!
Wertung: 10/10
Genre: Folk Rock
Spielzeit: 46:16
Release: 09.09.2011
Label: Westpark Music

Im Jahre 1990 fanden sich zwei echte Größen des English Folk für eine gemeinsame Platte zusammen: „Freedom And Rain“ hieß die Scheibe, die eine Größe hört auf den Namen June Tabor, die andere auf den Titel Oysterband. Eine der bedeutendsten Sängerinnen der englischen traditionellen Musik und einer der wichtigsten Vertreter des elektrifizierten Folk – das konnte ja nur gut gehen. Knapp zwanzig Jahre später geht die erfolgreiche Kollaboration nun in die zweite Runde: Die Platte heißt dieses Mal „Ragged Kingdom“, am Mikrofon steht wieder June Tabor, an den Instrumenten wieder die Oysterband und selbst das von „Freedom And Rain“ bewährte Konzept einer Mischung aus Traditionals und Covers wurde beibehalten – zum Glück! Denn was damals schon gut funktionierte ist so auch zwanzig Jahre später wieder ein Highlight für Folkfans. 

Los geht's mit einer großartigen Version des Klassikers „Bonny Bunch Of Roses“, anschließend kommen u.a. PJ Harvey („That Was My Veil“) und Joy Division („Love Will Tear Us Apart“) zu den Ehren einer Bearbeitung. Mit größtenteils akustischen Instrumenten und hervorragendem Gespür für die Dramaturgie der Songs gehen June Tabor und die Oysterband Traditionals wie Covers gleichermaßen an die Substanz. Den Fehler, schöne Melodien unter breiten elektrischen Gitarren zu begraben, begeht das Sextett nicht. Wenn überhaupt mal was elektrisch klingt, hält es sich brummend im Hintergrund und lässt Mandola, akustischer Gitarre und Geige den Vortritt. „(When I Was No But) Sweet Sixteen“ kommt sogar völlig ohne Instrumente aus und lebt allein von June Tabors leicht rauchiger Stimme, die sich mit der im Chor singenden Oysterband wunderbar ergänzt.

Besonderes musikalisches Talent beweisen alle Beteiligten immer dann, wenn es um die Schaffung von Atmosphäre geht: Ob leicht mystisch rhythmisch geradezu hypnotisch wie im Opener, unterschwellig bedrohlich wie in „Judas (Was A Red Headed Man)“ oder ausgelassen und hochgradig tanzbar wie in „Seven Curses“ - die Oysterband legt stets ein beeindruckend passendes und nie überladenes Fundament, auf dem June Tabor leidenschaftlich und kinderleicht den richtigen Ton findet. 

Die angenehm organische und warme Produktion unterstützt die Musiker dabei nach Kräften und verleiht dem Album eine Art roten Faden, denn hier wirkt einfach alles wie aus einem Guss. Im Verbund mit der geschmackvollen Auswahl aus neuen und alten Songs und den großartigen Arrangements bleibt eigentlich nur festzustellen: Genau so wird guter Folk-Rock gemacht! In jeder Note klingen die traditionellen Wurzeln durch; trotzdem wirkt hier nichts überholt oder altbacken. Für Folk-Liebhaber der traditionellen Sorte (und insbesondere für diejenigen, denen von der brutalen Vergewaltigung ihrer Lieblingsmusik durch uninspiriert schrammelnde Punkgitarren schon lange die Ohren bluten) ist „Ragged Kingdom“ damit eindeutig eine der bedeutendsten Veröffentlichungen des ausgehenden Jahres.

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