Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Juggernaut: ... Where Mountains Walk

Ein Album, so gewaltig wie sein Titel
Wertung: 8.5/10
Genre: Post-Hardcore, Experimental
Spielzeit: 58:59
Release: 30.11.2009
Label: Subsound Records

Ganz ehrlich: Spätestens seit Future Is Tomorrows unsäglichem Werk „Fit To Die (Part 1)“ bin ich italienischem Metal gegenüber skeptisch. Das ist wie beim Film: Spagetti-Western kamen auch nie an die US-amerikanischen-Vorbilder heran. Außerdem weiß man, dass gerade Südländer etwas dazu neigen, ein wenig zu viel Pathos in ihre Songs einfließen zu lassen.

Lassen wir die Klischees mal beiseite, behalten sie aber dumpf im Hinterkopf, wenn wir uns der zweiten Scheibe der italienischen Post-Hardcore-Combo Juggernaut widmen. Die Band treibt erst seit 2004 ihr Unwesen, gehört aber schon zur Elite des Italo-Postcore. Der Song „Nailscratched“ von ihrer ersten Promo-Scheibe wurde beispielsweise auf die Compilation „Stones From The Sky“ aufgenommen, auf der sich nur die besten Post-Hardcore-Acts der italienischen Szene verewigen dürfen. Auf ihrer zweiten Scheibe „…When Mountains Walk“ kann also einiges von den Jungs erwartet werden, und der geneigte Fan wird hier keinesfalls enttäuscht,

Der italienische Fünfer liefert gleich mit dem Opener „Of Snakes And Men“ einen Deathcore-haften Song mit epischem Einschlag, durchsetzt mit stimmungsvoll einsamen Gitarren. Sasás Growls geben dem Stück den perfekten Drive, die Instrumentalfraktion überbietet sich in wunderbaren Melodien. Bei „Seven Companions And An Empty Chair“ wird erstmals auf der Scheibe die Kombination von Sprechpassagen und deftigem Geschrei ausgetestet – und sie wirkt! Nach einem dramatischen Intro setzten wieder Growls ein, diesmal heiserer, verzweifelter – im Gegensatz zum ersten Stück herrscht hier eine nicht ganz so energetische, aber nichtsdestotrotz mitreißende Grundstimmung.

Dass Juggernaut auch vor Experimenten nicht zurückschrecken, beweist einmal mehr „Ghostface“ mit seinen fast doomigen Drums und herzhaften Growls; tatsächlich kommt die Band bisher erstaunlicherweise ohne Doublebass-Attacken aus, ohne dabei weniger hart zu wirken als ihre Hardcore-Kollegen. Man denkt erst, man hat sich völlig verhört, aber im Outro sind tatsächlich Kastagnetten zu hören, die erstaunlich gut zu den Gitarren passen. „A Fish Called Atlantis“ mutet erst nach einem Instrumentalstück an, Cello und Gitarren treiben das Stück gemächlich, aber eindringlich voran, bevor kurz vor Schluss noch mal böse Death-Metal-Grunts einsetzen.

Nicht übel, aber es wird tatsächlich noch besser: Das eindeutig von diversen Ennio Morricone-Soundtracks beeinflusste Instrumental „The Bridge And Her Shepherd“ bietet eine lückenlose Überleitung zu „Diario“. Das letzte Stück des Albums startet wieder recht ruhig mit den schon bekannten Sprechpassagen, hier in der Muttersprache des Quintetts, die im Wechsel mit den absolut mächtigen Growls noch ruhiger und atmosphärischer wirken. Das Spektakel wird von genialen Gitarrenmelodien begleitet, die sich in einem völligen Chaos ergehen, bevor die CD abrupt abbricht.

Fazit: Vergesst die Klischees! Vorbei sind die Zeiten, als Italien noch die Heimat der Power- und Classic-Metaller war – die Zeit ist gekommen, in der Metalheads aller Nationen sich in der Wall Of Death gegenüberstehen können, um die Heimkehr des Core in das Land der Pizza zu feiern. Juggernaut haben mit „…When Mountains Walk“ den Weg geebnet für eine neue Welle großartiger und innovativer Post-Hardcore-Kapellen aus dem Land des Stiefels.

comments powered by Disqus

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging