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Judas Priest: Demolition

Besser als der Ruf
Wertung: 8.5/10
Genre: Modern Heavy Metal
Spielzeit: 78:56
Release: 31.07.2001
Label: Steamhammer/SPV

Wie ich so schön in anderen Reviews lesen konnte, wäre die Ripper Owens – Ära wohl richtig gut angekommen, wenn sie nicht unter dem Namen „Judas Priest“ gelaufen wäre. Nach dem Klassiker „Painkiller“ von 1990 und Halfords späterem Ausstieg war es eigentlich unmöglich, an den Erfolg dieses Meilensteins anzuknüpfen. Einen Sängerwechsel, vor allem bei solch einer Ikone wie Rob Halford hat noch keine Band wegstecken können, ohne ordentliche Kritik einstecken zu müssen, ganz egal wie gut das Material des neuen Albums auch sein mag.

Mit der „Jugulator“ von 1997 veröffentlichten Priest dann ein Album, bei dem eines besonders auffiel: Judas Priest klangen noch nie so dermassen hart und groovig. Ripper Owens sang die Höhen Halfords ohne Probleme, lieferte aber auch deutlich dreckigere und härter klingende Stimmlagen dazu. Judas Priest klangen frischer, härter, aber natürlich auch moderner, was bei sehr vielen nicht auf Gegenliebe stiess. Wie auch immer, ich liebe die „Jugulator“ und Judas Priest gehen ihren Weg auf der „Demolition“ weiter, den sie mit „Jugulator“ begannen.

Der Unterschied zum Vorgänger ist die Abwechslung, die in der Form nicht bei „Jugulator“ zu finden war. Klar unterschieden sich die Songs voneinander, aber man merkte die gleiche Basis aller Songs. Auf der „Demolition“ bedienen sich Priest bei mehreren Songs an Akustikparts, wechseln zwischen ruhigen und schnellen Parts und mehreren Tempiwechseln. Auch flossen dieses Mal wieder mehr traditionellere Heavy Metal Riffs in die Songs mit ein, wobei die Modernität vom Vorgänger auch gewahrt wurde. Das gesamte Arrangement und die Produktion lag dieses Mal bei Gitarrist Glenn Tipton und ich finde, er hat seinen Job gut gemacht. Der Sound hätte stellenweise etwas heller sein können, jedoch hat er so auch einen gewissen Druck.

Den Anfang macht „Machine Man“ mit Doublebass und dem schnellsten Riff dieser Platte, ein gelungener Einstieg, wenn auch der Song bei weitem nicht der beste dieses Albums ist. Das folgende „One On One“ ist da deutlich besser, simples Riff, aber eine coole Gesangsmelodie, deutlich mehr Soli als auf der letzten Platte und einem kurzen, aber tollem Zwischenpart.

Mit „Hell Is Home“ ist Priest eine klasse Groovenummer gelungen, die durch passenden Einsatz von Akustikgitarren prima ergänzt wird. Die Gesangslinie finde ich sehr cool, auch sonst ist dieser Song durchweg gelungen. „Jekyll And Hyde“ ist ein solider Song, der einen netten Abschluss besitzt, wobei „Close To You“ die erste Halbballade ist, dessen Text mich persönlich sehr berührt und wo der Refrain auch schön anzuhören ist.

Dann folgen erst einmal nur klasse Songs: „Devil Digger“ hämmert sich in einem Rammstein-Tempo seinen Weg nach vorn. Mit dem netten „Unter Wasser“ – Stimmenverzerrer, den ich ja so gern hab, im Refrain und einer klasse Bridge, wobei besonders am Ende auffällt, dass Judas Priest nun gerne diese modernen schrägen Obertöne verwenden. „Bloodsuckers“ hat eigentlich eher traditionelle Riffs, eine rockige Gesangslinie und einem super Refrain, bei dem Ripper Owens im ersten Teil singt und dann seine Kopfstimme klasse einsetzt.

Dem folgt ein Riff á la „Painkiller“ Manier und ein kleiner ruhiger Part. Dieser Song ist recht abwechslungsreich und wärmstens zu empfehlen.

Das gilt auch für „In Between“, der ebenfalls eine sehr gefühlvolle ruhige Strophe besitzt, wohingegen der Refrain schön groovig klingt. Bei der Bridge wird wieder das Tempo angezogen, und das Solo mündet in einem klasse Part zum Mitsingen, dann schreit der Ripper sich seine Seele kurz aus dem Leib hin zu einem weiteren Part, der perfekt zum Mitsingen geeignet ist. Das Endriff klingt ebenfalls klasse, unterstützt vom schreienden Ripper. „Feed On Me“ ist ebenfalls eine nette Dampframme, die auch mehr nach alt klingt als nach modern, was auch an dem Gesang liegt, aber auch dieser Song hat einen klasse Groove.

Bei „Subterfuge“ sind wohl die tiefsten heruntergestimmten Gitarren zu hören die Priest je fabriziert haben. Klingt eher nach einem verzerrten Bass, und gerade dieser Teil klingt absolut gar nicht nach Priest. Aber durch das einwerfen von traditionellen, schnellen Riffs klingt es wieder nach ihnen, auch der Refrain ist ein echter Ohrwurm. Und wenn wir schon beim Ohrwurm sind, „Lost And Found“ ist die Ballade des Albums, und was für eine. Ripper singt diesen Song sehr gefühlvoll, begleitet von Akustikgitarren und wirklich schönklingenden Soli von Tipton und Downing.

Das folgende „Cyberface“ klang für mich erst wie das Theme von Celebrity Deathmatch, der schleppendste Song des Albums, der zwar solide ist, aber auch nicht mehr. Zum Schluss folgt dann der abgedrehteste Song des Albums: „Metal Messiah“ ist in der Strophe kaum gesungen, mehr gesprochen, ich will nicht Rap sagen...Schnelle Sätze mit Eiern und Druck trifft es wohl eher, wobei der Refrain wohl DER Refrain des Albums ist, denn diesen Ohrwurm habe ich sehr lange nicht aus dem Kopf bekommen, vollkommen Old School und einsame Spitze. Der Song hat abgesehen von der Strophe auch ordentlich Druck, ein kleiner „Chor“ klingt irgendwie nach Korn, und auch die leichte eingefangene Nahost-Atmosphäre ist nett in Szene gesetzt. Dann stapft sich der Song unter diesem Chor dem Ende zu...

Zur regulären CD gibt es auch noch eine Digi-Pack Version, mit den zwei neu eingespielten Bonustracks „Rapid Fire“ und „The Green Manalishi“, einem Sticker und einem Judas Priest Guitar Pick.

Ich war seit der „Glorious Burden“ von Iced Earth ein Fan von Ripper Owens, und da ausser der Painkiller kein Album der Briten mein Regal zierte, als ich mir die "Demolition" zugelegt habe, habe ich kein Problem mit diesem Album. Ich kann verstehen, dass alte Fans sich vor den Kopf gestossen fühlten, denn dieses Album klingt nicht mehr viel nach den früheren Priest. Aber ich finde dieses Album einfach klasse, denn die Songs haben zum grössten Teil wirklich sehr gelungene Gesangslinien, die Abwechslung kommt nicht zu kurz und trotz der Modernitäten im Songwriting und den Riffs verschmelzen Judas Priest ihn ordentlich mit den älteren Sachen. Owens singt sehr vielfältig und gewohnt erstklassig, die Riffs von Tipton/Downing klingen druckvoll und auch die Rythm-Section Hill und Travis machen ihre Sache super.

Mein Fazit: Die „Jugulator“ knallte ordentlich, die „Demolition“ knallt zwar auch, ist aber facettenreicher und verschmilzt ältere Priest besser mit modernen Tönen als es die „Jugulator“ tat. Schade, dass nach diesem Album erst einmal Schluss mit dieser Entwicklung war, denn mit „Angel Of Retribution“ konnten mich Priest nicht so überzeugen wie mit dieser Auskopplung. Wobei sich alte Fans natürlich nun wohler fühlen und ich gönne es Ihnen auch wirklich. Aber unerfahrenen Leuten wie mich damals, die mit traditionellen Priest nicht richtig warm wurden, lege ich „Demolition“ sehr ans Herz.

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